07. Oktober 2020 / 16:42 Uhr

400 Fans der BSG Chemie Leipzig reisen zum Pokalspiel nach Reichenbach

400 Fans der BSG Chemie Leipzig reisen zum Pokalspiel nach Reichenbach

Jens Fuge
Leipziger Volkszeitung
Trotz der besseren Chancen konnte Chemie Leipzig zu Hause nicht gegen den Berliner AK gewinnen. Am Ende trennen sich beide Teams 0:0.
400 Chemie-Fans dürfen ihre Elf ins Vogtland begleiten. © PICTURE POINT
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Das Gesundheitsamt ist der Spielmacher: 400 Fans dürfen die BSG Chemie Leipzig im Sachsenpokal-Duell beim Reichenbacher FC unterstützen. Trotz aller erschwerten Bedingungen hofft man auf ein Fußballfest.

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Leipzig. Chemie auf Auswärtsfahrt: das bedeutet ohne Ausnahme, dass hunderte, manchmal tausende Fans unterwegs sind, um ihre BSG zu unterstützen. Auch in Coronazeiten wird das gelebt – allerdings mit großen Unterschieden. Zum Pokalspiel in Reichenbach am kommenden Sonntag (14 Uhr) dürfen 400 Schlachtenbummler dabei sein.

„Es gibt immer eine Sicherheitsberatung, in der Veranstalter, Polizei, Gäste und nun auch das Gesundheitsamt die Lage beurteilen“, sagt Ronny Leitzke, Sicherheitsbeauftragter der Leutzscher. Im Falle des Pokalspiels sind 1.000 Zuschauer erlaubt. „Neben den Hygienevorkehrungen, den Datenerfassungen, einer Fantrennung und einigen geänderten Abläufen ist das im Vergleich zu unserem Ligabetrieb nichts anderes“, sagt Silvio Rauchfuß, Sprecher des Vorstandes des Reichenbacher FC. Man hat sich also eingestellt auf die erschwerten Bedingungen.

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Maßgebend sind vor allem die Gesundheitsämter. „Die beurteilen, wie hoch die Infektionszahlen vor Ort sind, und entscheiden dann“, so Leitzke. Dabei gebe es durchaus auch unterschiedliche Auffassungen. Zuletzt wollte man als BSG Chemie gegen Jena auch den Gästen Tickets zugestehen, was in letzter Instanz vom Amt abgelehnt wurde – die Gefahr einer Infektion war einfach zu groß, wurde geurteilt. Dafür dürfte beim kommenden Auswärtsspiel in Auerbach eine großzügige Regelung gelten: eine entsprechende Mitteilung wird eben vom Verein vorbereitet.

Beim Underdog aus Reichenbach

Bisher mussten auch die Chemiefans kreativ sein, wenn sie ihr aktuell so erfolgreiches Team auf Gegners Plätzens sehen wollten. Bei Tennis Borussia und Lichtenberg musste man sich förmlich hineinschleichen, nachdem die Tickets über einen Onlineshop geordert wurden. Rein rechtlich kann niemandem mit gültigem Ticket der Eintritt verwehrt werden – das machten sich mehrere hundert Fans zunutze. In Meuselwitz gab es einen offiziellen Gästeblock nebst mehreren hundert Chemikern, die sich im gesamten Stadion verteilt hatten – das Team wusste nach dem 4:1-Auswärtssieg gar nicht, in welche Richtung man sich beim Feiern drehen sollte. Und beim 2:3 bei Viktoria gab es einen offiziellen Gästeblock.

Hier verzichteten mehr als 100 Fans in Eigenverantwortung auf den Besuch des Spieles, weil ein Mitglied aus ihren Reihen Kontakt zu einem positiv Getesteten hatte und noch kein Testergebnis vorlag. Eigenverantwortung ist das Zauberwort … Auch im heimischen Stadion in Leutzsch ist dies die Grundlage. Man darf zwar zu zehnt in sogenannten Clustern zusammenstehen und damit ein wenig „echtes“ Stadionerlebnis fühlen, muss aber dafür die Maske durchgängig tragen. „Das ist der Preis für das andere Zugeständnis“, schätzt Ronny Leitzke ein.

Nun also das Pokalspiel. Beim Underdog aus Reichenbach freut man sich trotz aller erschwerten Bedingungen. Silvio Rauchfuß: „Es ist schon ein ziemlicher Mehraufwand, gerade für die Ehrenamtler. Aber dafür wird es hoffentlich ein Fußballfest!“ Bei der Sachsenpokal-Begegnung von Lok Leipzig gegen den FV Dresden Laubegast sind hingegen keine Probstheidaer Fans zugelassen.