15. Dezember 2019 / 16:37 Uhr

5:0! VfB Lübeck feiert nächsten Kantersieg bei Holstein Kiel II

5:0! VfB Lübeck feiert nächsten Kantersieg bei Holstein Kiel II

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Der VfB Lübeck gewinnt das Landesderby bei Holstein Kiel mit 5:0.
Der VfB Lübeck gewinnt das Landesderby bei Holstein Kiel mit 5:0. © Agentur 54°
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Mit einem überraschend deutlichen Erfolg im Landesderby kehrt der VfB Lübeck zurück in die heimische Hansestadt.

Pflicht erfüllt: Der VfB Lübeck hat das kleine Landesderby in der Regionalliga mit 5:0 bei der Zweitliga-Reserve von Holstein Kiel klar für sich entschieden. Mit dem zweiten Kantersieg in Folge (nach dem 7:0 gegen Aufsteiger Heider SV) konnte der Rückstand auf Spitzenreiter VfL Wolfsburg II auf sieben Punkte verkürzt werden. Gleichzeitig revanchierten sich die Lübecker für die bittere 1:2-Pleite aus der letzten Saison.

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Grupe sorgt für Traumstart

Die Grün-Weißen erwischten einen Traumstart. Schon nach vier Minuten zappelte der Ball im Holstein-Netz. Nach einer von Marvin Thiel getretenen Ecke stand der aufgerückte Abwehrchef Tommy Grupe goldrichtig in der Strafraummitte und traf per Kopfball zum frühen 0:1. Rolf Landerl hatte seine Elf auf zwei Positionen verändert. Florian Riedel rückte nach abgelaufener Gelbsperre wieder auf seine angestammte Position auf der rechten Seite und Ryan Malone verteidigte für Kapitän Daniel Halke (saß zunächst auf der Ersatzbank) neben ihm. Die Kieler, die mit einer reinen Nachwuchsmannschaft spielten, zeigten sich schon vor dem Rückstand sehr verunsichert. Der unglücklich agierende Holstein-Torwart Finn-Niklas Kornath schoss per Abstoß Patrick Hobsch an den Rücken, während Hebisch nach einer Minute einen fast verunglückten Rückpass erlief. Die Lübecker wollten unbedingt nachlegen. Zwei aufeinanderfolgende Ecken von rechts und links brachten aber nichts ein.

Die Führung für den VfB Lübeck beim 5:0 bei Holstein Kiel II durch Tommy Grupe

Starke Thiel-Standards und Lufthoheit für den VfB

In der 14. Minute hatten die Hausherren ihre erste Großchance. Ein Schuss von Felix Niebergall aus halblinker Position ging Zentimeter am rechten Pfosten vorbei – Malone kam gegen den früheren Eutiner nicht in den Zweikampf. Auf der anderen Seite waren es immer wieder die Standards, die für Gefahr im Holstein-Strafraum sorgten. Die Kieler „Störche“ stellten sich in der Luft miserabel an, was erneut Grupe (33.) ebenfalls per Kopfball ins lange Eck bestrafte. Als Vorlagengeber glänzte abermals Thiel per Freistoß. Und es sollte noch besser kommen. Nur sechs Minuten packte „Marve“ den dritten starken Standard aus. Seine Ecke landete dieses Mal genau auf dem Kopf von Malone, der zum 0:3 einnickte. Bei allen drei Toren standen die Lübecker Torschützen völlig blank. Die über 600 mitgereisten VfB-Fans waren längst „on fire“ und feuerten ihr Team von der ersten Minute lautstark an. Die klare Führung wurde mit „Stadt der sieben Türme“ besungen. Es blieb alles ruhig im Gästeblock. Auf Pyrotechnik wurde dieses Mal verzichtet. Der Verein hatte nach den Vorkommnissen aus dem Heide-Spiel an die Vernunft seiner Anhänger appelliert.

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Deichmann-Traumtor krönt starken VfB-Auftritt

Nachdem die jungen Kieler im ersten Durchgang zwischenzeitlich aufgekommen waren, hatten die Gäste das Geschehen zunehmend im Griff. Grupe & Co. hatten viel Platz zum Kontern. Was sich nach dem Seitenwechsel fortsetzte. Nach einem Fallrückzieher von Hobsch (50.) untermauerte Hebisch seine aufsteigende Form. Nachdem Thiel aus dem Halbfeld auf Yannick Deichmann flankte, legte dieser per Kopf für Hebisch auf. Der Ex-Kölner (54.) brauchte nur noch den Fuß reinhalten – sein sechster Saisontreffer. Nach 74 Minuten holte Landerl seinen starken Stürmer für Fabio Parduhn vom Platz und umarmte ihn herzlich. Die VfB-Fans fühlten sich bestens unterhalten und sangen jetzt: „Die Königin der Hanse, Perle am Ostseestrand.“ Parduhn war keine zwei Minute drin, da legte er per Hacke für Deichmann (76.) auf. Aus 20 Metern knallte der Powermann den Ball aus vollem Lauf in die Maschen – ein Traumtor.

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Bewertet den Auftritt der VfB-Spieler:

Lukas Raeder nicht geprüft

Das war ein überraschend lockerer Spaziergang an der Förde. VfB-Torwart Lukas Raeder musste nicht einen einzigen Ball halten. „Hier ist ja gar keine Derbystimmung aufgekommen“, sagte der verletzte Kieler und ehemalige Lübecker Tim Siedschlag (Kreuzbandanriss), der von 2010 bis 2011 an der Lohmühle gespielt hat. Die Grün-Weißen feierten am Abend ihre Weihnachtsfeier im Hotel Hanseatischer Hof. "Die Stimmung wird gut sein", versprach Yannick Deichmann vor der Abfahrt aus der Landeshauptstadt.


5:0! Der Kantersieg des VfB Lübeck bei Holstein Kiel II in Bildern

Der Block der Lübecker Gäste war vor dem Anpfiff weniger gefüllt als vor einem Jahr. Inklusive VIPs wurde der VfB von ca. 600 Fans unterstützt. Zur Galerie
Der Block der Lübecker Gäste war vor dem Anpfiff weniger gefüllt als vor einem Jahr. Inklusive VIPs wurde der VfB von ca. 600 Fans unterstützt. ©

Statistik zum Spiel:

Holstein Kiel II: Kornath – Mohr, Pernot, Fleckstein – Born – Baller (46. Möller), Berger, Alt (46. Melahn), Niebergall, Griese – Kulikas.

VfB Lübeck: Raeder – Riedel (85. Fernandes), Malone (80. Halke), Grupe, Weißmann, Thiel – Deichmann, Mende, Arslan – Hebisch (74. Parduhn), Hobsch.

Schiedsrichter: Felix Bickel (Vorsfelde).

Zuschauer: 1331 (im Holstein-Stadion).

Tore: 0:1 Grupe (4.), 0:2 Grupe (33.), 0:3 Malone (39.), 0:4 Hebisch (54.), 0:5 Deichmann (76.).

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