15. Februar 2020 / 20:28 Uhr

5:1 beim LSV Neustadt/Spree: FC Eilenburg steht im Halbfinale

5:1 beim LSV Neustadt/Spree: FC Eilenburg steht im Halbfinale

Johannes David
Leipziger Volkszeitung
Eilenburgs zweifache Torschütze Benjamin Luis wird gefeiert.
Eilenburgs zweifache Torschütze Benjamin Luis wird gefeiert. © Thomas Jentzsch (Archiv)
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Das Team von Trainer Nico Knaubel ließ dem Sachsenligisten dank einer konzentrierten und souveränen Vorstellung keine Chance. Benjamin Luis war mit zwei Treffern maßgeblich am Erfolg beteiligt. Nun wartet im Halbfinale Regionalligist Lok Leipzig.

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Neustadt/Spree. Das gab´s noch nie: Der FC Eilenburg steht im Halbfinale des Fußball-Sachsenpokals. Die Mannschaft von Trainer Nico Knaubel ließ am Sonnabend beim LSV Neustadt/Spree keine Zweifel aufkommen und zog mit einer 5:1 (2:0)-Gala in die Vorschlussrunde ein. Jetzt wird’s pikant, wartet ausgerechnet Lok Leipzig. Der Club, für den Knaubel zwölf Jahre lang spielte und der den verlorenen Sohn gerne in der Winterpause heimgeholt hätte.

Fürs Erste bekümmerte sich der umworbene Erfolgscoach aber nur um Eilenburg und den Auftritt in der Oberlausitz. „Wir waren geil auf dieses Spiel und auf den Punkt fit, hätten sogar noch ein paar mehr Tore machen können und müssen.“ Die biederen Hausherren vermochten den Klassenunterschied nur eine knappe Viertelstunde zu übertünchen, dann kam der Oberliga-Vierte ins Rollen – und ließ vor allem den Ball rollen. Der Führungstreffer war ein Paradebeispiel dafür, wie man einen mit begrenzten Möglichkeiten ausgestatteten Gegner auseinandernimmt. Innenverteidiger Toni Majetschak bediente Benjamin Luis, der machte kurz den Ball fest, leitete auf den gestarteten Dennis Kummer weiter. Der quietschfidele Außen legte quer auf Christoph Bartlog, dessen Geschoss im Winkel einschlug (22.). „Das war die Initialzündung“, sagte Knaubel.

Neustadt verging nun Hören und Sehen. Sekunden später tanzte Kummer Torhüter Mikolaj Gorzelanski aus, sein Schuss wurde aber auf der Linie geklärt. Kurz darauf stand kein Gegner mehr im Weg, als Kummer eine gefühlvolle Hereinhabe von Jonas Vetterlein per Kopf zum 0:2 veredelte (28.). Danach hatte Kapitän Sebastian Heidel den dritten Treffer auf dem Fuß, ehe die Partie zehn Minuten vor der Pause verflachte.

Luis sorgt nach der Pause für die Entscheidung

Also appellierte Coach K in den Katakomben, man möge doch jetzt bitte das Momentum nicht verlieren. Seine Schäfchen gehorchten umgehend. Tim Bunge setzte sich auf dem Flügel durch und servierte Benjamin Luis das 0:3 (49.). Loderten die Hoffnungen der Hausherren bereits zur Halbzeit nur noch auf Sparflamme, war jetzt endgültig der Ofen aus. Ein Lupfer von Bartlog (66.) sowie Alexandros Dimespyra nach einer Ecke (81.) legten zwei weitere Eilenburger Kohlen drauf. Gracjan Arkuszewski holte dann das Schminkköfferchen heraus und markierte den Ehrentreffer (84.).

Da saß die FCE-Abordnung offenbar schon gedanklich im Partybus. Als die Gäste dann endlich auf dem Heimweg waren, gingen relativ schnell die Kaltgetränke zur Neige. Erst ein unvorhergesehener Tankstellen-Stopp irgendwo im Nirgendwo verschaffte die dringend benötigte Abkühlung an einem zwar nicht sonderlich heißen, aber umso geschichtsträchtigeren Pokalnachmittag. Lok Leipzig möge sich besser warm anziehen, wenn sie Ende März in Eilenburg beim verlorenen Sohn gastiert. In den Geschichtsbüchern ist schließlich noch reichlich Platz.

FC Eilenburg: Naumann; Sauer (78. Schmidt), Majektschak, Vogel, Heidel, Bartlog (70. Mertes), Kummer, Vetterlein, Bunge (60. Funken), Luis, Dimespyra.