29. August 2020 / 19:39 Uhr

4:1 gegen TSV Pansdorf - Eutin 08 zieht in den Landespokal ein

4:1 gegen TSV Pansdorf - Eutin 08 zieht in den Landespokal ein

Finn Hofmann
Lübecker Nachrichten
Mit einem klarem 4:1-Sieg gewinnt Eutin 08 den Pokal und zieht in den Landespokal ein.
Mit einem klarem 4:1-Sieg gewinnt Eutin 08 den Pokal und zieht in den Landespokal ein. © Roland Epp
Anzeige

Im Duell zweier Oberligisten setzte sich Eutin 08 im Qualifikationsspiel für den Landespokal gegen den Aufsteiger aus Pansdorf durch. Mit dem 4:1-Sieg in Sereetz ziehen die Rosenstädter in den Landespokal ein und treffen auf Regionalligist Heider SV.

Anzeige

Vor 150 Zuschauern an der Berliner Straße neutralisierten sich beide Teams im ersten Durchgang weitestgehend, wobei Eutin die erste brenzlige Situation gehörte. Ein Freistoß von Jerome Rose aus dem Halbfeld klatschte an die Latte der Pansdorfer. Fünf Minuten später dann die erste Torchance aus dem Spiel heraus. Der TSV kam über die linke Seite von Felix Krüger, der scharf herein flankte. Joel Denker konnte per Direktabnahme jedoch nicht verwerten und schoss über das Tor.

Anzeige

„Pansdorf hat uns in der ersten Hälfte vor Probleme gestellt“, gestand Siegertrainer Dennis Jaacks seinem Ex-Klub zu. Tatsächlich kamen die Schwarz-Weißen, die durch lautstarke Fans mit Trommel, Tröte und Stimmgewalt unterstützt wurden, ein ums andere Mal gefährlich vor den Kasten von 08-Goalie Nikolas Wulf.

Hübner mit Traumtor

Kurz vor der Halbzeit konnte Eutin 08 die zu diesem Zeitpunkt schmeichelhafte Führung erzielen. Kevin Hübner schlenzte einen Freistoß aus zentraler Position vorbei an TSV-Keeper Patrick Raube (40.). Die Mannschaft bejubelte die Führung direkt vor dem Pansdorfer Anhang, Hübner schlug ein Salto. Schiedsrichter Alexander Hahn ließ zwei Minuten nachspielen und schickte die Teams anschließend in die Halbzeitpause.

Kevin Hübner trifft im Pokalspiel gegen TSV Pansdorf per Freistoß zum umjubelten Führungstreffer

Wir haben uns dann nochmal viel vorgenommen“, betont Pansdorf-Coach Helge Thomsen, dessen Team jedoch nur 30 Sekunden nach Wiederbeginn das 0:2 hinnehmen musste, als Tim Röben-Müller nach einem Pansdorfer Stellungsfehler frei durch war und vollstreckte (46.). „Das war ganz wichtig. Pansdorf war noch nicht wieder auf dem Platz und das haben wir brutal ausgenutzt. Durch das zweite Tor haben wir dann ein Stück weit Ruhe ins Spiel bekommen“, resümierte Jaacks, der die Spielführung durch das Schiedsrichtergespann in der Folge kritisierte, nachdem die Gangart härter wurde.

Das Schiedsrichtergespann: Assistent Daniel Siemers, Schiedsrichter Alexander Hahn und Assistent Marek Borkowski (v.l.).
Das Schiedsrichtergespann: Assistent Daniel Siemers, Schiedsrichter Alexander Hahn und Assistent Marek Borkowski (v.l.). © Roland Epp

Nach einem harten Einsteigen von Pansdorfs Marwin Miljic gegen Eutins Torschützen Kevin Hübner an der Außenlinie entschied der Unparteiische auf Einwurf. Jaacks hingegen sah ein klares Vergehen und tat seinen Unmut während des Spiels lautstark kund. Auch nach der Partie kam der 08-Coach gegenüber den Lübecker Nachrichten nochmal auf die Aktion zu sprechen. „Das ist eine Farce. Hübner wird mit offener Sohle von den Beinen geholt. Da nimmst du komplett bewusst ein Risiko einer schweren Verletzung des Gegenspielers in Kauf. Dazu fällt mir nichts mehr ein. Mit so einer Entscheidung setzt du als Schiri natürlich auch ein Statement und öffnest Tür und Tor für noch mehr Härte und Emotion. Die Kritik darf man dann auch mal äußern.“

Marwin Miljic holt Kevin Hübner in der zweiten Halbzeit von den Beinen.

Der TSV Pansdorf drückte nun auf den Anschlusstreffer und wurde belohnt. Ein langer Ball von Hauke Schult fand den Kopf von Kevin Hermann, der den Ball über Wulf hinweg köpfte und von der Eutiner Verteidigung nicht mehr geklärt werden konnte. Pansdorf wurde nun offensiver, brachte auch seinen Kapitän Holger Meß, der zuletzt aufgrund seiner Tätigkeit als Landwirt wenig trainieren konnte und Platz für Neuzugang Alexander Sommer machen musste. „Mit der Entscheidung haben wir uns schwergetan. Holger gehört eigentlich in die Startelf. Aber auch Sommer hat das heute sehr gut gemacht“, lobte Thomsen seinen Innenverteidiger.

Das Eigentor durch Eutins Kevin Hermann.

Weil sich für Eutin nun mehr Räume boten, wurden die Rosenstädter ein ums andere Mal über Kontersituationen gefährlich. Eutins Innenverteidiger Fatlind Zymberi konnte Pansdorf in der Vorwärtsbewegung stoppen und einen langen Ball auf Paul Meins schlagen. Dieser ließ Wossidlo am Strafraumeck stehen und verwandelte ins lange Eck zur Vorentscheidung (87.). Der eingewechselte Fatlind Zymberi besorgte kurz vor Schluss letztlich den 1:4-Endstand (89.) - wieder nach einem Konter.

Vorfreude auf den Heider SV

„Ich bin sensationell zufrieden. Da muss man ein Riesen-, Riesen-, Riesen-Kompliment machen. Wir haben heute zum ersten Mal mit diesem neu zusammengewürfelten Haufen und dieser jungen Mannschaft zusammengespielt. Die wussten als Gefüge noch gar nicht, wie sich solch eine Wettkampfhärte und Emotionalität anfühlt. Ich glaube, das war ein Prozess, wir sind in diesem Spiel gereift und haben das gut zu Ende gespielt“, war Jaacks begeistert, der sich nun auf „ein Saison-Highlight“ gegen den Regionalligisten Heider SV freut.

Mehr vom TSV Pansdorf

Pansdorfs Trainer Thomsen trotzdem zufrieden

Pansdorfs Trainer Helge Thomsen war trotz der Niederlage zufrieden mit seiner Mannschaft und gestand dem Gegner zu: „Sie haben die Tore zum richtigen Zeitpunkt gemacht. Aber wir waren der erwartet schwere Gegner und haben das phasenweise sehr gut gemacht. Wir hätten die Führung erzielen müssen und dann läuft das Spiel anders. Nach dem 1:2 lebten wir dann nochmal. Grundsätzlich haben wir uns gut präsentiert und haben gezeigt, dass wir gegen einen Oberligisten mithalten können.“

Auch für die stimmgewaltigen Fans des TSV Pansdorf, die sich vornehmlich am Gegner abarbeiteten, ernteten von beiden Trainern Applaus. Thomsen: „Die Jungs sind überragend und das ist auch das, was wir brauchen. Dass ein bisschen Stimmung und hitzige Atmosphäre reinkommt, damit die Jungs angepeitscht werden und ihr Spiel machen können.“

Jaacks dankbar für die Pansdorf-Fans

Dennis Jaacks sagte: „Man kann sich nur bei den Pansdorfer Jungs bedanken für die Stimmung, die sie trotz der Auflagen verbreitet haben. Es hat sich nicht nach 150 angefühlt, sondern nach deutlich mehr. Ich denke, das war das Spiel auch wert.“

Für den TSV Pansdorf ging es trotz der Niederlage ins Vereinsheim, wo man den Abend trotz der Niederlage feuchtfröhlich ausklingen lässt. Eutin hat indes nichts geplant, setzt auf eine spontane Abendgestaltung.

TSV Pansdorf: Raube -Wossidlo, Gerlach, Sommer (87. Manthe), Böbs – Schult, Greger (54. Mess) – Denker, Miljic, Krüger – Kunert (54. Grimm).

Eutin 08: Wulf – Hermann, Lepin, Fatlum Zymberi, Lahi – Bojarinow, Dippert, Rose (62. Buhmann) – Hübner (72. Zymberi), Röben-Müller (80. Rosert), Meins.