01. Mai 2022 / 18:34 Uhr

5:1 gegen LSV Südwest: Borna wird Favoritenrolle gerecht

5:1 gegen LSV Südwest: Borna wird Favoritenrolle gerecht

Ingo Dießner
Leipziger Volkszeitung
Kamen schwer ins Spiel gegen den Leipziger SV Südwest: die Kicker des Bornaer SV.
Kamen schwer ins Spiel gegen den Leipziger SV Südwest: die Kicker des Bornaer SV. © Ingo Dießner
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Der Bornaer SV tat sich im Spiel gegen den Tabellenvorletzten Leipziger SV Südwest anfänglich schwer, siegte am Ende aber. 5:1 hieß es am Ende für die Kicker um Trainer Marco Gruhne, der das Spiel auf der Tribüne verfolgte.

Borna. Es dürfte sich ja mittlerweile rumgesprochen haben, der Bornaer SV hat gegen sogenannte Underdogs, also Mannschaften aus den unteren Tabellenregionen, so seine Probleme. Liegt es an der vermeintlichen Favoritenrolle, daran, das Spiel zu machen oder doch an der recht langen Liste fehlender Spieler? Schwer zu sagen, aber der BSV fügte dem Fluch ein weites Kapitel hinzu. Denn auch am vergangenen Sonnabend schwamm Borna wie die berühmte Santa Maria, besonders in den ersten dreißig Minuten der Landesklassepartie gegen den Tabellenvorletzten Leipziger SV Südwest.

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Im Gegensatz zum berühmten Schiff von Christoph Kolumbus erlitt der BSV aber keinen Schiffbruch, konnte dann auf Grund einer engagierteren Leistung in Hälfte zwei das Ergebnis auf standesgemäß stellen und so die drei Punkte in Borna behalten. Wie schon erwähnt begann der Gastgeber fahrig, unkonzentriert, man hatte fast das Gefühl ängstlich. Was Trainer Gruhne da aus der Ferne (er saß seine Rot-Sperre auf der Tribüne ab) zu sehen bekam, konnte ihm nicht schmecken. Der LSV sogar die aktivere Mannschaft, brannte zwar kein Offensivfeuerwerk ab, zeigte aber deutlich, dass man gern hier und jetzt die Wende einläuten und im Abstiegskampf drei wichtige Punkte gewinnen wollte. So nach einer gespielten Viertelstunde mal das erste offensive Bäuerchen des BSV, Justin Günther erwischte den Ball nicht perfekt, der krachte an die Unterkante der Querlatte und irgendwie konnte Buhler im Tor des LSV noch klären.

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Dann passierte wieder lange nichts, viel spielte sich im Raum zwischen den Strafräumen ab, beide Teams überboten sich fast im Wettkampf um die meisten Abspielfehler. Dazu passte auch die Chance in Minute 37, endlich ging es mal schnell über die Außen, Philipp Weber überlief seinen Gegenspieler, perfekte Flanke ins Zentrum, da kam Majd Almoussa angelaufen und haute das Ding völlig unbedrängt meterweit über das Tor. Sonst immer treffsicher, auch die Ausrede vom Maulwurfshügel zählte nicht, am perfekt gepflegten Bornaer Rasen lag es nicht (an diese Stelle mal ein großes Lob an die Platzwarte).

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Diese Möglichkeit passte zum bisherigen Spiel, jedem Anwesenden war klar, es musste der Dosenöffner her. Der Gastgeber zwar nun deutlich mit mehr Ballbesitz, aber vorn wollte nichts gelingen, hinten fehlte oftmals die nötige Ruhe. Und dann in der Nachspielzeit der ersten Hälfte die Erlösung, Almoussa setzte sich schön auf links durch, bediente perfekt im Zentrum Günther, der das Leder wunderbar ins obere Eck zirkelte, genau dahin wollte er die Kugel haben. Mit der knappen Führung ging es zum Pausentee. Und der schien das richtige Elixier enthalten zu haben, denn endlich war der BSV überlegen, setzte den LSV unter Druck, erarbeitete sich Torchancen. Aber noch gab es Ladehemmungen, wieder Almoussa, sonst immer sicherer Torschütze, wurde von Weber bedient, umkurvte erst in seiner unnachahmlichen Art deinen Gegenspieler, tanzte noch den Torhüter aus, um dann an Lehmann auf der Linie zu scheitern, der den Fuß noch reinhielt (55.). Aber zwei Minuten später war es dann so weit, Tom Haase steckte perfekt zum gestarteten Marvin Strankmüller durch, der behielt die Nerven und schob zum 2:0 ein. Und wieder nur zwei Minuten später, dieses Mal schickte Haase den gestarteten Etienne Wangermann, eigentlich hatte der herausgeeilte Buhler den Ball schon sicher, ließ ihn aber durch die berühmten Hosenträger rutschen. Wangermann bedankte sich und schob ein.

Nun keimte im weiten Rund die berechtigte Hoffnung auf ein Torfestival auf, aber da hatte der LSV was dagegen. Bornas Hintermannschaft spekulierte auf Abseits, der Leipziger Heinrich schickte Hoffmann, der bediente im Zentrum Stegmann und der schob zum 3:1 Anschlusstreffer ein (66.). Große Augen beim BSV, sollte es etwa noch mal hektisch und eng werden? Langer Einwurf Marik Mäder, Wangermann verlängerte mit den Kopf Richtung zweiter Pfosten, da stand Almoussa und konnte seinen kurzzeitigen Tor Fluch beenden, er schob zum 4:1 ein (70.). Nun darf man nicht glauben, dass der Gegner aus Leipzig sich seinem Schicksal einfach ergab, der LSV versuchte weiter, Ergebniskorrektur zu betreiben. In der Folgezeit musste Maximilian Welz zwei Mal großartig parieren, da zeigte der Hüter des BSV seine ganze Klasse und erdrückte jegliche aufkeimende Hoffnung bei den Gästen. Und dann straffte sich der BSV noch mal, in den letzten Minuten brannte man fast schon ein mächtiges Feuerwerk vor dem Tor des LSV ab. Endlich war mal wieder Spielwitz zu sehen, Hacke, Spitze, eins zwei drei, der Gegenspieler wurde mal getunnelt. Lohn der Mühen das 5:1, der nach längerer Erkrankung wieder genesene Nico Winkler drückte einen Eckball von Haase zum letztendlichen Endstand über die Linie (93.).

Bornaer SV: Welz, Mäder (78. Burkhardt), Almoussa (71. Preiß), Brehmert, Baetge, Haase, Strankmüller, Wangermann, Kutzner, Weber (64. Winkler), Günther Tore: 1:0 Justin Günther (46.), 2:0 Marvin Strankmüller (57.), 3:0 Etienne Wangermann (59.), 3:1 Rufus Stegmann (66.), 4:1 Majd Almoussa (70.), 5:1 Nico Winkler (93.)