25. September 2021 / 17:19 Uhr

6:0-Sieg! RB Leipzig schießt sich gegen Lieblingsgegner Hertha aus der Krise

6:0-Sieg! RB Leipzig schießt sich gegen Lieblingsgegner Hertha aus der Krise

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
Hatten endlich mal wieder gut lachen: Amadou Haidara, Emil Forsberg, Nordi Mukiele und Angelino nach dem 3:0.
Hatten endlich mal wieder gut lachen: Amadou Haidara, Emil Forsberg, Nordi Mukiele und Angelino nach dem 3:0. © Getty Images
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Sechs Treffer, ein Emil Forsberg und ein Christopher Nkunku in Bestform, vor allem aber eine Rückkehr zu Alt-Bewährtem sichern RB Leipzig einen Kantersieg gegen Hertha BSC Berlin. Wie viel das Tor-Festival abseits von drei Punkten tatsächlich wert ist, werden die kommenden Tage zeigen.

Leipzig. Hertha BSC bleibt der Lieblingsgegner von RB Leipzig. Der mit nur einem Sieg aus fünf Spielen in die Saison gestartete Vizemeister legte am Samstagnachmittag eine Vollgas-Vorstellung hin, fertigte die Hauptstädter mit einem 6:0 (3:0) ab. Die Elf von Coach Pal Dardai musste froh sein, nicht noch deutlich höher untergegangen zu sein. Denn die Hausherren, die sich pausenlos im Vorwärtsgang befanden, vergaben diverse Hundertprozentige. Ob mit dem Kantersieg der Knoten bei den Sachsen endgültig geplatzt ist, bleibt abzuwarten. Das torreiche Fußballfest dürfte dennoch nicht nur Balsam auf die Seelen der Fans, sondern auch auf denen der Akteure sein.

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Nur ein Sommer-Neuzugang in der Startelf

Coach Jesse Marsch hatte so Einiges geändert, sich gemeinsam mit seinem Team doch für die Dreierkette entschieden, die er am Vortag gegenüber Journalistinnen und Journalisten noch versucht hatte, ein wenig abzumoderieren. Ähnlich verhielt es sich mit André Silva. Der Neuzugang fand sich am Samstag auf der Bank wieder, dabei hatte es reichlich 24 Stunden zuvor noch gehießen: "Wir halten zu André. Wir sind von seinen Qualitäten überzeugt." Bei nur einer Spitze blieb es dennoch. Yussuf Poulsen gab sein Startelfdebüt in der laufenden Saison. Insgesamt wirkt die Aufstellung nicht nur wegen der Dreierkette wie eine Rückbesinnung auf Nagelsmannsche Zeiten. Bis auf Josko Gvardiol schaffte es kein Neuzugang in die Startelf.

JETZT Durchklicken: Die Bilder zum 6:0-Kantersieg gegen die Hertha!

Galavorstellung von RB Leipzig: Das Team von Trainer Jesse Marsch ließ der Berliner Hertha nicht den Hauch einer Chance und gewann auch in dieser Höhe verdient mit 6:0. Zur Galerie
Galavorstellung von RB Leipzig: Das Team von Trainer Jesse Marsch ließ der Berliner Hertha nicht den Hauch einer Chance und gewann auch in dieser Höhe verdient mit 6:0. ©

Was auch immer das Trainerteam im Detail zu seinen Entscheidungen bewogen haben mag, sie waren goldene. Denn RB drückte der Partie vom Anpfiff weg seinen Stempel auf, agierte mit reichlich Druck, viel Spaß im Spiel nach vorn - und wirkte vor allem gut aufeinander abgestimmt. Bereits kurz nach Beginn hatte Emil Forsberg die Chance auf die Führung. Sein Schuss auf's leere Tor wurde aber noch abgeblockt. Der Schwede war glänzend aufgelegt, lenkte, wirbelte, fand immer wieder Lösungen. Christopher Nkunku und Poulsen ihm in nichts nach. Der Däne ließ nach einer Viertelstunde einen Pass von Lukas Klostermann geistesgegenwärtig durch, der Franzose vollendete - 1:0. Wenig später legte der 23-Jährige nach einem Solo den Ball in die Mitte, Poulsen stand richtig - 2:0.

Immer wieder Forsberg und Nkunku

Hertha hatte sichtlich Probleme dran zu bleiben. Die ersatzgeschwächte Abwehr der Hauptstädter - im Abschlusstraining hatte sich auch noch Linus Gechter verletzt - wurde von RB "Spielfreude" Leipzig ordentlich durcheinandergewirbelt. Bester Mann der "Alten Dame" war Keeper Alexander Schwolow, der mehrfach souverän in höchster Not klärte. Der 29-Jährige stand auch in der 35. Minute im Mittelpunkt als Klostermann den Ball zum vermeintlichen 3:0 über die Linie stocherte. Hertha reklamierte ein Foul am Keeper, der behandelt werden musste. Dass das Tor aberkannt wurde, lag aber dann nicht an einem Foul, sondern einer Abseitsstellung. Das 3:0 gab es kurz vor der Halbzeit dennoch: Nach eine Freistoß von Angelino war Nordi Mukiele mit einer technisch höchst anspruchsvollen Direktabnahme zur Stelle (45.+3). Ein Treffer der Kategorie "geiles Tor".

Die Hausherren nahmen auch nach dem Wiederanpfiff den Fuß nicht wirklich vom Gaspedal. Nkunku und Mukiele vergaben jeweils aus guter Position. Als der Franzose in der 59. Minute erneut frei auf's Tor zueilte, wusste sich Niklas Stark nur noch mit einem Foul zu helfen. Schiri Sascha Stegemann zeigte Gelb und vor allem auf den Punkt. Forsberg fackelte nicht lange - 4:0. Kurz darauf war der Arbeitstag für den überragenden Schweden sowie Kevin Kampl und Poulsen beendet. Schließlich stehen in den kommenden Tagen zwei weitere Heimspiele (Brugge und Bochum) an. Das Trio wurde lautstark verabschiedet. Nkunku durfte weitermachen, zum Glück. Sonst hätten die 23.500 Fans seinen herrlichen direkten Freistoßtreffer zum 5:0 nicht genießen können. Als auch für ihn Schluss war - Benjamin Henrichs kam in der 74. Minute - schwoll der Lautstärkepegel auf ohrenbetäubend an. Von draußen durfte er dann noch das 6:0 von Amadou Haidara genießen. Was für ein Nachmittag!

Die Statistik zum Spiel:

Leipzig: Gulacsi - Klostermann, Orban, Gvardiol (55. Simakan) - Mukiele, Kampl (65. Laimer), Haidara, Angelino - Forsberg (65. Brobbey), Nkunku (74. Henrichs) - Poulsen (65. Silva).


Hertha: Schwolow - Stark, Tousart, Dardai - Zeefuik, Ascacibar, Darida (46. Jastrzembski), Plattenhardt - Serdar (83. Piatek), Ekkelenkamp (59. Richter) - Selke (60. Belfodil).

Tore: 1:0 Nkunku (15.); 2:0 Poulsen (23.); 3:0 Mukiele (45.+3); 4:0 Forsberg (58./FE); 5:0 Nkunku (70), 6:0 Haidara (77.).

Zuschauer: 23.500 (ausverkauft).