13. Oktober 2019 / 17:57 Uhr

6:1! Der SSV Kästorf überrollt den MTV Isenbüttel in nur 30 Minuten

6:1! Der SSV Kästorf überrollt den MTV Isenbüttel in nur 30 Minuten

Malte Schönfeld
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
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Auf und davon: Kästorf (am Ball) ließ Isenbüttel vor allem in der ersten Hälfte kaum eine Chance. © Sebastian Preuß
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Nach der Schwächephase der vergangenen Wochen meldete sich der SSV Kästorf mit einer eindrucksvollen ersten Hälfte im Landesliga-Derby gegen den MTV Isenbüttel zurück.

Die Fußballer von Trainer Georgios Palanis fegten über das Team von der Hehlenriede hinweg, der Pausenstand von 4:1 war noch schmeichelhaft. Im Anschluss ließ beim SSV die Körperspannung nach, der späte Doppelpack von Peer Brendler schraubte dennoch das Ergebnis auf 6:1.

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Gäste gehen fast in Führung

Isenbüttel - von einigen Ausfällen geplagt - mischte in der Anfangsphase noch mit. Ein Absprachefehler in der Kästorfer Defensive führte sogar beinahe zum Führungstreffer für die Gäste, doch Jani Helms verpasste das 1:0. Das fiel dagegen auf der gegenüberliegenden Seite: Eine Flanke von Sores Agirman landete bei Arenc Palluqi, der den Ball über MTV-Aushilfskeeper Sören Seeck per Bogenlampe im Tor versenkte. Nur vier Minuten später traf Dimi Tsampasis zum 2:0. Und wieder nur Augenblicke später durfte diesmal Isenbüttel der Nutznießer einer wackligen Verteidigung sein, als Hendrik Hildebrandt den ungestüm herauseilenden SSV-Torwart Chris Neuschulz umkurvte und aus gut 25 Metern zum Anschlusstreffer einschob.

Debakel droht für Isenbüttel

Normalerweise geht dann ein Ruck durch die Mannschaft - doch nicht bei Isenbüttel. Erhebliche Tempodefizite, eine mangelhafte Zuteilung bei Kästorfer Gegenstößen und zu kurz geratene Klärungsversuche brachten den MTV beinahe im Sekundentakt in die Bredouille. SSV-Sprinter Albert Hajdaraj stellte mit seinem Tor den alten Abstand wieder her, Burak Hajdari traf gar zum 4:1. Es deutete sich ein Debakel an, weil Kästorfs nicht nur spielerisch, sondern auch kämpferisch in allen Belangen überlegen war.

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Doch wieder nahm das Derby eine ungeahnte Wendung: Verzückte Kästorf seine Zuschauer im ersten Durchgang noch mit herrlichem Kombinationsfußball und ließ gut und gerne weitere drei, vier Treffer liegen, kamen die Palanis-Schützlinge nach der Pause nicht mehr in Fahrt. Auf den Rausch folgte der Kater. Einige Abspielfehler verlangsamten die Partie, nun suchten die SSVer seltener den Nebenmann und die freien Räume. Erst in der Schlussphase, als sich Brendler mit seinem Doppelpack in die Torschützenliste eintragen durfte und damit auch seinen Coach versöhnte, hatte das Duell noch Highlights.

Das sagen die Trainer

Palanis monierte: "Mit der zweiten Hälfte hätte ich nicht zufrieden sein können, wären die beiden Tore nicht mehr gefallen. Wir spielen zu fahrlässig. Wenn wir merken, dass der Gegner unterlegen ist, lassen wir nach." Da Kästorf auf die nackten Zahlen heruntergebrochen aber auch die zweiten 45 Minuten für sich entscheiden konnte, wollte Palanis nicht zu pingelig sein: "Wir wollten zeigen, dass wir im Derby dagegenhalten können. Das ist uns gelungen. Und an der ersten Hälfte will ich wirklich nicht meckern."

Das Fazit von Isenbüttels Coach Rouven Lütke blieb dagegen unentschieden: "In der ersten Hälfte hatten wir 25, 30 Minuten in denen wir vollkommen überfordert waren. Mit 1:4 sind wir noch gut weggekommen. Man muss aber auch sagen, dass das ein super motivierter Gegner war. Wenn Jani Helms allerdings das 1:0 macht, kommst du in der Summe vielleicht besser hier weg. Am Ende hat aber auch der Glaube gefehlt. Im Angesicht unserer Verletzten, Angeschlagenen und Rekonvaleszenten, die wir auf der Platte hatten, muss ich sagen - so blöd das auch klingen mag -, haben wir das in Halbzeit zwei sogar noch in Ordnung gemacht."

Landesliga:SSV Kästorf gegen MTV Isenbüttel

Landesliga: SSV Kästorf gegen MTV Isenbüttel. Zur Galerie
Landesliga: SSV Kästorf gegen MTV Isenbüttel. © Sebastian Preuß
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SSV: Neuschulz - S. Saikowski, Hajdari, Brakowski, Gerlof - Oral, Tsampasis - Agirman (58. Hasardjan), Hajdaraj, Palluqi (75. Brendler) - Mamalitsidis (63. Palella).

MTV: Seeck - Recklies (50. Karakas), Purschke, Lütke, Linde (60. Leonardi) - E. Gökkus - H. Hildebrandt, Wiesner (65. Gültas), Grunau, Jaesch - Helms.

Tore: 1:0 (10.) Palluqi, 2:0 (14.) Tsampasis, 2:1 (17.) H. Hildebrandt, 3:1 (30.) Hajdaraj, 4:1 (34.) Hajdari, 5:1 (89.) Brendler, 6:1 (90.+1) Brendler.