22. Februar 2021 / 17:33 Uhr

6,55 Meter und Silber: Für Merle Homeier geht bei den Deutschen Hallenmeisterschaften 2021 alles auf

6,55 Meter und Silber: Für Merle Homeier geht bei den Deutschen Hallenmeisterschaften 2021 alles auf

Daniel Kultau
Schaumburger Ztg. / Schaumburger Nachrichten
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Merle Homeier kurz vor ihrem sechsten Sprung. © Screenshot: Leichtathletik.tv
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Nach zwei Bronze-Medaillen hat Merle Homeier bei den Deutschen Hallenmeisterschaften 2021 Silber gewonnen. Zudem verbesserte sie ihre persönliche Bestweite gleich zweimal.

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Zweimal hat Merle Homeier 2020 zuletzt bei Deutschen Meisterschaften die Bronze-Medaille gewonnnen. Am Wochenende wäre es bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Dortmund für die Bückeburger Weitspringerin fast das Bronze-Triple geworden, doch mit ihrem letzten Sprung auf 6,55 Meter schaffte die Athletin der LG Göttingen nicht nur eine neue persönliche Hallen-Bestleistung, sondern auch den Sprung auf Rang zwei. Die 21-Jährige wächst somit auch langsam zur potenziellen Konkurrentin mit internationalen Format für Milaika Mihambo (LG Kurpfalz) heran. Die Weltmeisterin Mihambo war dieses Mal noch nicht zu schlagen und gewann mit 6,70 Metern Gold, Bronze ging an Maryse Luzolo (Königsteiner SV, 6,51 Meter).

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Verhaltener Start

„Es ist alles aufgegangen“, so Homeier. „Ich hatte mir die Silbermedaille erhofft und einen Sprung um die 6,50 Meter. Und dass es dann 6,55 Meter waren, hat mich natürlich sehr gefreut.“ Die 21-Jährige startete mit 6,29 Metern und 6,34 Metern verhalten in den Wettkampf. Vielleicht lag es an der Nervosität. „Nachdem die ganzen Formalitäten rund um die Corona-Testung erledigt waren, dachte ich eigentlich, dass sich die Aufregung etwas legen würde. Das war aber nicht der Fall. Sie legte sich auch den ganzen Wettkampf nicht.“

Im dritten Versuch platzte der Knoten dann zum ersten Mal. 6,46 Meter bedeuteten für sie eine neue persönliche Hallen-Bestleistung. Nur Mihambo und Luzolo waren zu diesem Zeitpunkt besser. Nach 6,40 Meter im vierten Versuch folgte ein Ungültiger. Haarscharf hatte die Bückeburgerin das Brett übertreten. „Der Versuch war eigentlich richtig gut, aber leider ein kleines Stück übergetreten. Das hat mir noch einmal zusätzlich Motivation für den letzten Versuch gegeben.“

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Als die 21-Jährige zu ihrem letzten Sprung antrat, war ihr Platz drei bereits nicht mehr zu nehmen. „Aber eigentlich wollte ich dann doch von dem Bronze-Rang auf den Silber-Rang vorrücken.“ Homeier traf das Brett dieses Mal perfekt und flog auf 6,55 Meter. Luzolo, die genau danach dran war, konnte dies nicht mehr kontern und gratulierte ihrer Konkurrentin direkt im Anschluss zur Silbermedaille. Das freute auch Frank Reinhardt, den Trainer der Schaumburgerin: „Im sechsten Versuch die Nerven zu haben, die eigene Bestweite um zehn Zentimeter zu steigern, ist eine fantastische Leistung. Das kann im Sommer noch bis auf Mitte 6,60 Meter raufgehen.“ Die Hallensaison ist damit nun beendet, ab Mitte der Woche beginnt für die Bückeburgerin die Vorbereitung auf die Sommersaison.

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Merle Homeier trifft das BRett perfekt und springt auf 6,55 Meter. © Screenshot: Leichtathletik.tv

Für die Obernkirchenerin Luna Thiel (VfL Eintracht Hannover) war es der erste richtig große Wettkampf nach ihrer gesundheitlichen Pause. Die Deutsche Meisterin über die 400 Meter aus dem Jahr 2019 hatte sich im Vorfeld vorgenommen, mindestens das Finale der besten sechs Starterinnen zu erreichen. Das gelang ihr mit 53,92 Sekunden im Halbfinale. Am Sonntag lief sie jedoch erst nach 54,45 Sekunden ins Ziel und musste sich so mit Rang sechs geschlagen geben.

„Es ist alles aufgegangen“
Für Luna Thiel geht es bis ins Finale. Dort reicht es dann nur zu Rang sechs. © Screenshot: Leichtathletik.tv

Die Wettkämpfe fanden über das Wochenende aufgrund des Coronavirus ohne Zuschauer statt. Die Organisatoren sorgten für einen reibungslosen Ablauf, sodass insgesamt 57 Athleten eine neue persönliche Bestleistung aufstellen konnten. „Diese Zahlen der Bestleistungen sind Beweis dafür, dass unsere Athletinnen und Athleten sowie ihre Trainer einen super Job gemacht haben. Sie haben den Kopf nicht in den Sand gesteckt, waren kreativ und haben das Training umgesetzt. Das ist ein sehr zufriedenstellendes Bild“, freute sich DLV-Chef-Bundestrainerin Annett Stein.