19. Februar 2021 / 23:40 Uhr

666 Minuten ohne Gegentor: Hinten ist Wolfsburg weiter teuflisch gut!

666 Minuten ohne Gegentor: Hinten ist Wolfsburg weiter teuflisch gut!

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Der VfL Wolfsburg (v. l. Lacroix, Steffen, Schlager, Arnold) ist wieder Dritter.
Der VfL Wolfsburg (v. l. Lacroix, Steffen, Schlager, Arnold) ist wieder Dritter. © Friso Gentsch/dpa
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Der VfL Wolfsburg spielt in der Bundesliga weiter um Rekorde. Beim 3:0 in Bielefeld bliebt er zum siebten Mal in Folge ohne Gegentor - und springt in der Tabelle erst einmal wieder auf Platz drei.

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Irgendwann gehen einem die Superlative aus – und dass man das Wort „gegentorlos“ nicht steigern kann, ist eigentlich schade. Der VfL hat wieder gewonnen – und er hat schon wieder zu null gespielt. Das 3:0 (1:0) gestern Abend bei Arminia Bielefeld hievt den Wolfsburger Fußball-Bundesligisten erst einmal wieder auf Platz drei, Renato Steffen (2) und Maximilian Arnold trafen. Und wieder gibt’s Rekord-Marken...

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Einen Bestwert stellte der VfL schon mit dem Anpfiff auf – zum sechsten Mal in Folge schickte Trainer Oliver Glasner dieselbe Startelf aufs Feld, stellte damit den „Rekord“ von Lorenz-Günther Köstner aus dem Herbst 2012 ein. Nach dem Abpfiff stand dann fest, dass der VfL nun sieben Pflichtspiele nacheinander ohne Gegentor überstanden hat und damit seinen Profifußball-Vereinsrekord ausgebaut hat. Teuflisch gut: Das letzte Gegentor (Leipzigs Willi Orban) ist nun schon 666 Spielminuten her. Und: Vier Auswärtsspiele nacheinander hat der VfL jetzt gewonnen und dabei dem Gegner jeweils kein Tor erlaubt – eine längere Serie dieser Art gab es für Wolfsburg in der Bundesliga noch nie. Diese Gegentorlosigkeit, so Doppelpacker Steffen nach dem Spiel, „ist auch eine Frage der Mentalität. Du musst bereit sein, die Wege nach hinten zu machen, auch wenn die wehtun“.

<b>Koen Casteels</b>: Wurde wenig bis gar nicht gebraucht – und wenn doch, war er da. Note: 3 Zur Galerie
Koen Casteels: Wurde wenig bis gar nicht gebraucht – und wenn doch, war er da. Note: 3 ©

Bielefeld bleibt Wolfsburger Lieblingsgegner

Der VfL ist bereit, ist hinten stabil. Die Bielefelder bekamen kaum Platz zum Spielen, nur selten Gelegenheit zum Kontern – und hatten entsprechend wenig Abschlüsse. Glasner: „Wir müssen wissen, warum es so gut funktioniert – weil die Spieler bereit sind, in allen Bereichen sehr viel zu investieren.“

Auf der Gegenseite hielt derweil auch eine Serie: Steffens Doppelpack und Arnolds Weitschuss-Treffer sorgten dafür, dass Bielefeld jetzt in vier Spielen nacheinander stets drei oder mehr Gegentreffer kassierte. Arminia bleibt zudem ein Wolfsburger Lieblingsgegner, der VfL hat jetzt sechs Pflichtspiele in Folge gegen die Ostwestfalen gewonnen, die letzte Niederlage gab es bei Felix Magaths Bundesliga-Debüt als VfL-Trainer 2007 (!).


Zum Rechnen noch zu früh

Und so beißen sich die Wolfsburger immer mehr auf den Champions-League-Plätzen fest. Die Chance, dass der VfL auch nach dem Wochenende noch Dritter ist, ist ziemlich gut: Denn Eintracht Frankfurt müsste heute schon mit zwei Toren Vorsprung gegen die Bayern gewinnen, um den VfL wieder zu überholen. Und auch auf die Verfolger Leverkusen (in Augsburg) und Dortmund (Derby auf Schalke) lauern Stolperfallen.

Aber zum Rechnen ist es noch zu früh – da herrscht beim VfL Einigkeit. Entsprechende Fragen nach dem Abpfiff wurden in Bielefeld mit derselben Souveränität beantwortet wie der VfL das Spiel auf der Alm im Griff hatte. Torschütze Arnold: „Es läuft einfach ganz gut – aber sind noch ein paar Spieltage.“ Der nächste steht am Samstag nächster Woche gegen Hertha BSC an.

Brooks fehlt gegen seinen Ex-Klub

Und das dann zur Abwechslung mal wieder mit veränderter VfL-Startelf - und ohne John Anthoyn Brooks. Ausgerechnet gegen seinen Ex-Verein muss der US-Boy nun zuschauen. Der Grund: In der 37. Minute des Spiels in Bielefled traf der Wolfsburger Abwehrmann den Arminen Fabian Kunze von hinten voll an der Ferse - und sah dafür von Schiri Felix Brych Gelb. Seine fünfte Verarnung in der Saison. Trainer Glasner wird wechseln müssen, mit Marin Pongracic und Josuha Guilavogui hat er zwei gute Alternativen im Kader. Maximilian Arnold, Xaver Schlager und Brooks' Abwehrkollege Maxence Lacroix droht ebenfalls eine Sperre, auch sie haben in dieser Saison vier Gelbe Karten gesehen.