07. Juni 2019 / 10:10 Uhr

75.000 Euro für WM-Titel: Prämie für DFB-Frauen deutlich geringer als für Männer

75.000 Euro für WM-Titel: Prämie für DFB-Frauen deutlich geringer als für Männer

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bei einem WM-Sieg würde den DFB-Frauen um Kapitänin Alexandra Popp (Mitte) nur 75.000 Euro pro Spielerin winken.
Bei einem WM-Sieg würde den DFB-Frauen um Kapitänin Alexandra Popp (Mitte) nur 75.000 Euro pro Spielerin winken. © 2019 Getty Images
Anzeige

350.000 Euro hätten die DFB-Männer für einen Titelgewinn bei der WM 2018 in Russland erhalten - fast das Fünffache der Prämie, die den DFB-Frauen nun bei der Weltmeisterschaft in Frankreich winkt. Ist das fair?

Anzeige
Anzeige

Am Freitag eröffnet der Gastgeber gegen Südkorea die Fußball-WM der Frauen in Frankreich. Die deutsche Elf geht als einer der Favoriten ins Turnier und dürfte sich beim Titelgewinn über die Rekordprämie in Höhe von 75.000 Euro für jede Spielerin freuen. Allerdings: Im Vergleich zu den Männern ist das immer noch extrem wenig. Bei der WM 2018 hätten die DFB-Herren für einen Final-Sieg 350.000 Euro pro Spieler kassiert - fast das Fünffache der Prämie für die Frauen.

Der deutsche WM-Kader für Frankreich 2019:

Dieses Team hat Trainerin Martina Voss-Tecklenburg für die WM in Frankreich nominiert. Zur Galerie
Dieses Team hat Trainerin Martina Voss-Tecklenburg für die WM in Frankreich nominiert. ©
Anzeige

"Wir generieren nicht die Gelder, also können wir sie auch nicht in der gleichen Höhe fordern", bilanzierte Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg im Gespräch der Bild. Da sieht Ex-Nationalspielerin Inka Grings aber auch die Verbände in der Pflicht und forderte eine bessere Vermarktung: "Die Bundestrainerin hat vollkommen recht. Ich bekomme ja auch kaum was an Werbung für die Frauen-WM mit. Da sind alle gefordert, die FIFA und auch der DFB. Von nichts kommt nichts."

Mehr zur Frauen-WM

Während beispielsweise in Frankreich oder Spanien der Hype und die gesellschaftliche Unterstützung für Frauenfußball wächst, stagniert die Entwicklung in Deutschland. "Gerecht ist es nicht, dass die Frauen weniger bekommen. Sie haben immerhin einen ebenso großen Aufwand und leisten genauso viel. Die Gelder sind aber leider auch logisch. Der Frauenfußball wird deutlich weniger vermarktet und hat dadurch eine viel geringere Reichweite. Dadurch nimmt er auch weniger ein als der Männer-Fußball", kommentierte der kommende Leipzig-Trainer Julian Nagelsmann bei der Bild.

Das sind die Aushängeschilder des deutschen Frauenfußballs:

Die deutschen Nationalspielerinnen um Kapitänin Alexandra Popp (links) geben sich betont locker. In der Galerie stellen wir Euch einige der wichtigsten Köpfe des Teams vor. Zur Galerie
Die deutschen Nationalspielerinnen um Kapitänin Alexandra Popp (links) geben sich betont locker. In der Galerie stellen wir Euch einige der wichtigsten Köpfe des Teams vor. ©

Immerhin gibt es auch in Deutschland Fortschritte. Insbesondere bei den Prämien hat sich was getan, schließlich gab es für den EM-Titel 1989 noch ein Kaffee-Service als Belohnung. "Die FIFA hat die WM-Prämien jetzt verdoppelt. Vielleicht sollte man bei der Diskussion die Kirche im Dorf lassen", urteilte deshalb Kapitänin Alexandra Popp. Ausgesorgt hat nach der Karriere aber kaum eine Profi-Fußballerin, viele absolvieren deshalb nebenher Studium oder Ausbildung oder arbeiten sogar. "Ich glaube schon, dass es zum Teil ungerecht ist, weil wir den gleichen Aufwand wie die Männer haben. Nebenbei müssen wir noch das Studium bewältigen. Das ist dann noch mehr, als nur zum Training zu gehen", erklärte Nationalspielerin Johanna Elsig.

Hier abstimmen: Ist die geringere Prämie für die Frauen fair?

Mehr anzeigen

ANZEIGE: 50% auf dein Winter-Set! Der Deal des Monats im SPORTBUZZER-Shop.

Die aktuellen TOP-THEMEN
Anzeige
Sport aus aller Welt