10. August 2020 / 08:30 Uhr

7500 Zuschauer, keine Masken am Platz: So plant der VfL Wolfsburg die Fan-Rückkehr

7500 Zuschauer, keine Masken am Platz: So plant der VfL Wolfsburg die Fan-Rückkehr

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
VfL-Geschäftsführer Michael Meeske nennt Gründe, warum gegen Augsburg nur 4700 statt 6000 Fans ins Stadion kamen.
VfL-Geschäftsführer Michael Meeske nennt Gründe, warum gegen Augsburg nur 4700 statt 6000 Fans ins Stadion kamen. © Boris Baschin
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Zur neuen Saison können möglicherweise in der Fußball-Bundesliga wieder Zuschauer in die Stadien - beim VfL Wolfsburg plant man mit 7500 Fans in der VW-Arena. Das gab Geschäftsführer Michael Meeske auf SPORTBUZZER-Nachfrage bekannt und sprach über das weitere Vorgehen.

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Die Corona-Infektionszahlen steigen, dennoch planen die Fußball-Bundesligisten zusammen mit der DFL und den zuständigen Behörden die Teil-Rückkehr von Fans in die Stadien. Daran arbeitet derzeit auch der VfL Wolfsburg, dessen Geschäftsführer Michael Meeske auf SPORTBUZZER-Nachfrage über das genaue Konzept des Klubs sprach. Das Vorhaben des Vereins: 7500 Zuschauer sollen möglichst am ersten Spieltag Mitte September wieder in der VW-Arena sitzen.

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Keine Stehplätze, keine Gäste-Fans, kein Alkohol und personalisierte Ticketkäufe, um mögliche Infektionsketten zurückverfolgen zu können - so sieht das Konzept aus, das die Deutsche Fußball Liga am Dienstag vorgestellt hatte. Mittendrin in der Mitgliederversammlung war Meeske. "Das Konzept ist die logische Konsequenz aus dem Re-Start der letzten Saison", sagt der VfL-Geschäftsführer. "Wobei es auf groben Rahmenbedingungen ausgerichtet ist, die individuellen Lösungen müssen vor Ort erarbeitet werden. Da sind wir aber in gutem Austausch mit der Stadt und den Behörden."

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Dodo (M) kämpft mit Joao Victor (r) um den Ball. Zur Galerie
Dodo (M) kämpft mit Joao Victor (r) um den Ball. ©

Guter Austausch heißt: Jeder Bundesligist - auch der VfL - muss sich in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt selbst ein genaues Konzept überlegen. Und das sieht in Wolfsburg schon ganz gut aus. "Wir gehen von 7500 Zuschauern aus, die wir unter Wahrung der Hygieneregeln ins Stadion lassen können", berichtet Meeske, sagt aber gleichzeitig: "Man muss noch abwarten, wie dann die landesweite Regelung zu Besucherzahlen aussieht. Bisher dürfen bei Großveranstaltungen nur 500, beziehungsweise 1000 Personen anwesend sein. Meeske: "Wenn hier die Zahl entsprechend angehoben würde, dann können wir mit den Behörden vor Ort die finalen Details klären." Die Gesundheitsminister der Länder wollen am Montag über das DFL-Konzept beraten. Aus Klubsicht spielt natürlich der wirtschaftliche Faktor eine Rolle. "Eine ganz Saison ohne Zuschauer wäre natürlich elementar spürbar, da reden wir dann über einen zweistelligen Millionenbetrag", betont Meeske, "selbst ein halbes Jahr spürt man deutlich, da geht’s dann schon um ein paar Millionen."

Interessant wird nun allerdings auch, wer wie an Tickets kommt. Der Dauerkarten-Verkauf läuft jedenfalls trotz Corona gut. "Zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison waren wir bei 18.500 verkauften Dauerkarten, jetzt liegen wir aktuell bei 17.800 – und gehen davon aus, dass es noch auf 17.900 bis 18.000 hochgeht", sagt Meeske. Es gebe etwa 650 Kündigungen, aber auch 150 Neukunden, das sei "nichts Auffälliges. 7.500 Tickets (6.500 freie, rund 900 VIP), aber knapp 18.000 Dauerkarten-Besitzer - wie soll das gehen? Meeske: "Wir starten nach dem Prinzip ‚First come, first served‘. Also es wird keine Ticket-Verlosung geben, sondern diejenigen, die zuerst buchen, bekommen das Ticket auch zuerst. Damit wollten wir auch einen Gruppenkauf möglich machen."

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Und wie soll ein Stadionbesuch dann genau aussehen? Am Platz soll es in der VW-Arena keine Maskenpflicht geben, auf dem Weg beispielsweise zum Kiosk oder zur Toilette hingegen schon. Grundsätzlich soll es immer zwei zusammenhängende Plätze geben, zwischen diesen wiederum zwei freie Plätze. Eine Besonderheit ist in der Nordkurve angedacht: Dort wird mit Vario-Seats gearbeitet, sodass es möglich sein soll, in Vierergruppen zusammenzusitzen. Zudem sollen mehrere Kioske geöffnet sein, um Schlangenbildung zu vermeiden, ebenfalls könnte mit vor dem Verkauf geöffneten PET-Flaschen statt mit Getränkebechern gearbeitet werden.

Über allem stehen aber die Politik und die Entwicklung der Corona-Fallzahlen. "Die Politik hat den entscheidenen Hebel in der Hand", so Manager Jörg Schmadtke. "Die Entscheidung ist nicht einfach zu treffen, wenn man sich die Faktenlage anschaut. Die Zahlen gehen ja hoch." Darum müsse man mit allen Prognosen weiter vorsichtig sein, "auch wenn wir andererseits natürlich auch Zeit für die Vorbereitung brauche." Ein wichtiges Datum dürfte das Ferienende in Niedersachsen in gut zwei Wochen sein. Denn wie und unter welchen Umständen Schulunterricht möglich ist "kann auch ein Indikator für uns sein", findet Schmadtke.

Allerdings ist aus Klubsicht auch der wirtschaftliche Faktor nicht außen vor zu lassen. "Eine ganz Saison ohne Zuschauer wäre natürlich elementar spürbar, da reden wir dann über einen zweistelligen Millionenbetrag", betont Meeske, "selbst ein halbes Jahr spürt man deutlich, da geht’s dann schon um ein paar Millionen."