18. März 2022 / 18:01 Uhr

78:77 – Juchim kann in letzten Spielen seine positive Bilanz wahren

78:77 – Juchim kann in letzten Spielen seine positive Bilanz wahren

Lukas Everling
Peiner Allgemeine Zeitung
Frank Juchim absolviert an diesem Wochenende seine letzten beiden Spiele für den VfB/SC Peine. Nach acht Jahren verlässt er das Team.
Frank Juchim absolviert an diesem Wochenende seine letzten beiden Spiele für den VfB/SC Peine. Nach acht Jahren verlässt er das Team. © Ralf Büchler
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Seine Bilanz der vergangenen acht Jahre ist ganz knapp positiv: 78 Spiele hat Frank Juchim für Peines Badmintonspieler gewonnen, 77 hat er verloren. An seinem abschließenden Wettkampfwochenende für den VfB/SC kann er das positive Vorzeichen wahren – doch auch so sei die Zeit in Peine ein erfolgreiches Kapitel für den 32-Jährigen gewesen.

1. Mai 2014, 0:08 Uhr. Das ist der Moment, in dem Frank Juchim der „coolsten Mannschaft, in der man überhaupt spielen kann“ zugesagt hat. Im sozialen Netzwerk Facebook hatte der heute 32-Jährige mit Lucas Gredner geschrieben, der ihm den Wechsel in die Fuhsestadt schmackhaft gemacht hat. Acht Jahre später, in denen er mit dem VfB/SC Peine erst in der Badminton-Regionalliga spielte, und später zweimal den Aufstieg in Deutschlands zweithöchste Spielklasse geschafft hat, absolviert der groß gewachsene Einzelspezialist seine abschließenden beiden Auswärtsspiele gegen Tabellenführer Köln und den Vierten aus Mülheim – nach etwas mehr als 150 Einzeln für die Peiner.

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Zu seinem Abschied haben Frank Juchim und seine Kollegen noch einmal ordentlich in die Vergangenheit zurück geblickt. Da wäre der erwähnte Chatverlauf. Außerdem schenkte ihm die Mannschaft nach seinen letzten beiden Heimspielen in der BBS-Halle in Vöhrum einen Bilderrahmen mit einigen Fotos aus der gemeinsamen Zeit. Und von seinem langjährigen Kollegen Lukas Behme hatte Frank Juchim kurz vor seinem Einzel am Sonntag noch eine interessante Statistik gesteckt bekommen. Bis dahin hatte er 77 Spiele gewonnen und 77 verloren. „Damit hat er mich eiskalt erwischt“, sagt Juchim und lacht.

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Geschadet hat es dem 32-Jährigen aber nicht. Den Berliner Florian Kaminski bezwang er in vier Sätzen und verlieh seiner Bilanz damit wieder ein positives Vorzeichen, das er auch an diesem Wochenende wahren möchte. Dafür benötigt er einen Sieg, was nicht einfach werden dürfte. „Uns fehlt Lucas Bednorsch. Darum spiele ich wohl das erste Herreneinzel.“ Welche Kaliber da nun ganz genau auf ihn warten, das weiß er nicht. „Das wird zum Ende auf jeden Fall noch einmal eine Herausforderung – ist doch schön.“

Zu alt für das Niveau in der 2. Bundesliga fühle sich Frank Juchim nicht, allerdings wolle er privat weitere Schritte gehen. „Ein Haus ist in Planung und dann kommt noch der Beruf dazu. Es ist eine große Kombi aus beidem“, sagt der 32-Jährige, der an den Spieltags-Wochenende bis zu zehn Stunden im Auto verbracht hat. Über all die Jahre hat er nämlich größtenteils in und um Oldenburg gewohnt. „In Peine tatsächlich nie – auch wenn es sich an den Wochenenden schon ein bisschen so angefühlt hat.“

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Die Entscheidung habe er sich nicht leicht gemacht: „Das tolle Team hat mich immer wieder zum Zweifeln gebracht.“ Er werde vor allem die gemeinsame Zeit mit dem Team vermissen: „Wir haben ja immer das ganze Wochenende verbracht. Das coolste war es, abends immer mit allen zusammen zu sitzen.“

Noch will er den Schläger nicht zur Seite legen. „Den Nagel habe ich zu tief im Kopf sitzen“, sagt Juchim und lacht. Es hätten schon einige Vereine angefragt. „Ich habe aber allen gesagt, dass ich mich damit erst nach diesem Wochenende auseinandersetzen möchte.“ Wahrscheinlich werde es ein Verein aus seiner Umgebung in Oldenburg, Juchim könne sich auch vorstellen niedriger zu spielen. Und nach Peine will er in Zukunft auch mal wieder kommen – dann allerdings als Zuschauer und Fan seiner ehemaligen Kollegen.

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