19. März 2021 / 09:58 Uhr

Unruhe bei den 96-Frauen: Trennung von Sportlicher Leitung, Trainer gehen zum Saisonende 

Unruhe bei den 96-Frauen: Trennung von Sportlicher Leitung, Trainer gehen zum Saisonende 

Christoph Hage
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Es ist einiges los bei den 96-Frauen um Janina Breitsch. So wird Trainer Sebastian Baar (eingeklinkt) bald weg sein, Lars Gänsicke ist es schon.
Es ist einiges los bei den 96-Frauen um Janina Breitsch. So wird Trainer Sebastian Baar (eingeklinkt) bald weg sein, Lars Gänsicke ist es schon. © IMAGO/Nordphoto/Hannover 96
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Der Spielbetrieb ruht, dennoch ist bei den Regionalliga-Frauen von 96 mächtig was los. Der Verein hat sich von der Sportlichen Leitung getrennt - und muss sich zur neuen Saison einen neuen Trainer suchen. Doch es gibt auch etwas Erfreuliches zu berichten: Die Roten haben die Lizenz für die 2. Liga beantragt.

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Es sind unruhige Tage bei den Frauen von Hannover 96 – auch wenn der Ball nicht rollt. Am 16. Februar hat sich der Verein von der Sportlichen Leitung Lars Gänsicke und Jens Anger getrennt, das letzte Wort scheint bei diesen beiden Personalien allerdings auch jetzt noch nicht gesprochen zu sein.

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Und Anfang März kündigte das Trainerduo Sebastian Baar und Tom Brauer an, den Nord-Regionalligisten verlassen zu wollen. In die 2. Bundesliga wollen die Roten dennoch, vor fünf Tagen hat der Gesamtverein die Lizenz beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) beantragt - 15 vor Ablauf der Frist.

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Der Reihe nach: Gänsicke und Anger mussten Mitte Februar gehen, weil es „unterschiedliche Auffassungen über die Zusammenarbeit und weitere sportliche Ausrichtung“ gegeben habe, wie der Gesamtverein den Schritt in einer Mitteilung begründete. Das scheint allerdings nur die halbe Wahrheit zu sein. Abteilungsleiter Hakan Alhan und Martin Drießlein übernehmen vorerst ihre Aufgaben.

"Entscheidung ist schon länger herangewachsen"

Baar und sein Co-Trainer Brauer wechseln indes in der neuen Saison zum JFV Calenberger Land, nach drei Jahren bei 96. „Diese Entscheidung ist durchaus bewusst getroffen und schon länger herangewachsen. Wir haben das Gefühl, dass die Zeit für diesen Schritt gekommen ist“, sagt Baar.

Zuvor will sich das Duo allerdings noch mit dem Aufstieg verabschieden - wenn es denn irgendwann, irgendwie weitergehen sollte. „Wir werden alles daransetzen, dass wir maximal erfolgreich sind“, sagt Baar. „Das haben sich die Mädels und irgendwie auch wir uns verdient.“

Nach gerade einmal vier Spieltagen steht 96 mit zehn Punkten auf Platz eins der Vorrundengruppe B in der Regionalliga Nord. Wie und ob es weitergeht, steht allerdings in den Sternen. Klar ist nur, dass die Saison bis zum Beginn der Sommerferien am 22. Juli verlängert werden kann.

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Levestes Sascha Romaus überwindet Kirchdorfs Schlussmann Jens Trampenau und trifft zum vermeintlichen 1:1-Ausgleich. ©

Eine Möglichkeit des Norddeutschen Fußball-Verbandes: Nur die Vorrunde wird zu Ende gespielt, die beiden Staffelsieger ermitteln anschließend den Relegationsgegner, der gegen den Meister der Regionalliga West um den Aufstieg in die 2. Bundesliga kämpft. Zugesagt sind den Teams jedenfalls drei Wochen Vorbereitungszeit.

96 will in die zweithöchste Spielklasse

Abseits des Feldes hat 96 jedenfalls seine Hausaufgaben gemacht. „Wir wollten den Mädels eine Perspektive schaffen“, sagt Drießlein. Wofür Katharina Freyberg (Leiterin Sport und Kommunikation im Gesamtverein) allein 15 Seiten Stadionanforderungen abarbeiten musste.

Ins Rennen geht 96 mit Platz 4 der Akademie unweit des Eilenriedestadions. Mittelfristig wollen sich die 96-Frauen in der zweithöchsten Spielklasse etablieren. "Wir werden keine finanziellen Experimente unternehmen und wollen keine Fahrstuhlmannschaft sein", erläutert Drießlein.

Nur den neuen Trainer, der in der 2. Bundesliga zumindest im ersten Jahr mindestens die DFB-Elite-Jugend-Lizenz bräuchte, haben sie noch nicht. "Wir haben keinen Trainer bei uns im e.V., der das übernehmen könnte", sagt Freyberg. Erste Bewerbungen seien laut Drießlein allerdings schon eingegangen.