20. November 2018 / 12:26 Uhr

96-Japaner: Kriegen Takuma Asano und Genki Haraguchi noch die Kurve?

96-Japaner: Kriegen Takuma Asano und Genki Haraguchi noch die Kurve?

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
<b>Genki Haraguchi:</b> Fast Startelf: Nach einer Viertelstunde für den verletzten Asano drin. Aber nicht drin im Spiel. Als hängender dritter Stürmer wirkungslos, auch im Mittelfeld sucht er noch seinen Platz. Flankt aber hübsch zum 3:1. Note: 3
Genki Haraguchi und Takuma Asano. © imago/Nordphoto
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Genki Haraguchi und Takuma Asano sind bald ein halbes Jahr bei Hannover 96, doch bisher konnten sie keine persönlichen Feste bei den Roten feiern. Viel Hoffnung galt dem Japan-Duo, doch nach elf Bundesliga-Spieltagen ist klar, dass sie diese bisher nicht erfüllen konnten. Eine Zwischenbilanz. 

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Das japanische Duo in der niedersächsischen Hauptstadt: Hoffnungsvoll gestartet. Und jetzt? Takuma Asano, der einen super Eindruck in der Vorbereitung machte, und Genki Haraguchi - sie waren zwei von sieben Neuzugängen, die den Substanzverlust durch die Abgänge, hauptsächlich in der Offensive, kompensieren sollten.

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Kompensation fehlgeschlagen?

Der Weggang von Harnik, Klaus und Co. sollte durch die Asien-Fraktion aufgefangen, bestenfalls vergessen gemacht werden. Was nun Gewissheit ist: An den elf Bundesliga-Spieltagen gelang nur Haraguchi eine Torbeteiligung. Asano zeigte nur gegen Drittligist Karlsruher SC seine Abschlussqualitäten. Ein Tor und eine Vorlage gelangen ihm beim 6:0-Sieg im DFB-Pokal.

Als 96-Coach André Breitenreiter erkannte, dass der 24-Jährige Stürmer nicht die erhoffte Wirkung zeigte, rückte er immer mehr in den Hintergrund. Die kampfbetonte wie knappe 2:3-Schlappe gegen RB Leipzig ging mit auf seine Kappe, weil er mit einem Ballverlust die 2:1-Führung der Roten Bullen einleitete und selbst zwei gute Chancen ausließ.

Das ist 96-Neuzugang Takuma Asano

Von 2010 bis 2012 besuchte Takuma Asano die Technische Oberschule in Yokkaichi, die viele Spitzenfußballer hervorbrachte. Hier läuft der junge Asano in einem Schulmatch über den Platz. Zur Galerie
Von 2010 bis 2012 besuchte Takuma Asano die Technische Oberschule in Yokkaichi, die viele Spitzenfußballer hervorbrachte. Hier läuft der junge Asano in einem Schulmatch über den Platz. ©

Asano: Vom Stammspieler zum Tribünengast

Nach drei Startelf-Einsätzen war er bei der 0:2-Niederlage gegen den FC Nürnberg nicht im Kader, kam daraufhin gegen die TSG Hoffenheim (1:3) 25 Minuten als Joker zum Einsatz. In den darauf folgenden zwei Wochen das gleiche Muster: Erst nicht im Kader, dann 14 Minuten auf der Spielmacher-Position beim 3:1-Sieg über den VfB Stuttgart.

Die Gegenwart liest sich für den Leihspieler des FC Arsenal noch unappetitlicher: Zwei Mal ohne Einsatz im Kader, zwei Mal nicht dabei. Dazu kommt, dass die Flügelzange um Linton Maina und Noah Sarenren Bazee im letzten Spiel gegen den VfL Wolfsburg ein guter Kniff von "Breite" war, der schnelles, agiles Flügelspiel beim 2:1-Erfolg zu sehen bekam.

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Haraguchi fehlt die Torgefahr

Ex-Herthaner Genki Haraguchi, für 4,5 Millionen aus der Hauptstadt an die Leine transferiert, ist nicht der gewünschte Taktgeber im 96-Mittelfeld. Die Sehnsucht nach einem waschechten Spielmacher, den Haraguchi verkörpern wollte - sie bleibt bei Hannover 96 allgegenwärtig. 91 Spiele Bundesliga-Erfahrung brachte der 27-Jährige mit nach Hannover.

Dort ist er mehr Joker denn Stammkraft. Drei Mal von Beginn an holte 96 mit ihm ein Unentschieden bei Bayer Leverkusen. Bei der WM 2018 machte er noch Lust auf mehr: Tolles Spiel gegen Kolumbien, das Tor zum 1:0 gegen Belgien. Daran anknüpfen konnte er bisher nicht.

Genki Haraguchi: Stationen seiner Karriere in Bildern

Genki Haraguchi startete seine Karriere bei den Urawa Red Diamonds, wo er 2008 aus der Jugend zu den Profis aufstieg. Hier ein Bild aus dem Jahr 2010. Zur Galerie
Genki Haraguchi startete seine Karriere bei den Urawa Red Diamonds, wo er 2008 aus der Jugend zu den Profis aufstieg. Hier ein Bild aus dem Jahr 2010. ©

Sicher bleibt festzuhalten, dass der Abstiegskampf in Hannover ausgerufen wurde. Fehlendes Spielglück, teilweise schwache Vorstellungen, eine wackelige Defensive - Faktoren, die in den Köpfen der Spieler keine zusätzlichen Kräfte freisetzen. Im Vergleich zur vergangenen Spielzeit schoss die Breitenreiter-Riege nur ein Tor weniger nach elf Spieltagen und stand auf Platz sechs.

Vor allem die Hintermannschaft ist anfälliger geworden, hält man die Tabellen nebeneinander: Schon 22 Gegentore schlugen in dieser Saison ein, während die Gegner 2017/18 zum selben Zeitpunkt nur elf Mal jubeln durften. Dafür wurden die Japaner natürlich nicht geholt, aber was wäre, wenn sie vorne für mehr Wirbel sorgen würden?

mcb

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