02. Dezember 2018 / 14:22 Uhr

96-Manager Horst Heldt im Doppelpass: "Brauchen Lippenbekenntnisse auf dem Platz"

96-Manager Horst Heldt im Doppelpass: "Brauchen Lippenbekenntnisse auf dem Platz"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Im Doppelpass am Sonntagmorgen (v.l.n.r.): Sportbuzzer-Redakteur Dirk Tietenberg, Sportbild-Redakteur Jochen Coenen, Moderator Thomas Helmer, Karlheinz Wild vom Kicker,  Sport1-Experte Martin Quast und 96-Manager Horst Heldt.
Im Doppelpass am Sonntagmorgen (v.l.n.r.): Sportbuzzer-Redakteur Dirk Tietenberg, Sportbild-Redakteur Jochen Coenen, Moderator Thomas Helmer, Karlheinz Wild vom Kicker,  Sport1-Experte Martin Quast und 96-Manager Horst Heldt. © Screenshot/Sport1
Anzeige

Nach der heiklen Heimniederlage von Hannover 96 gegen Hertha BSC war Manager Horst Heldt zu Gast in der Sport1-Talkshow Doppelpass. Dort versicherte er, dass Trainer André Breitenreiter beim Auswärtsspiel in Mainz noch an der Seitenlinie stehen wird – doch bis dahin an Lösungen arbeiten muss. Auch die Spieler nahm er in die Pflicht: Sie sollen sich auf dem Platz hinter den Trainer stellen.

Anzeige

Mit der schlechtesten Bilanz seit 47 Jahren ist Hannover 96 in die Bundesliga-Saison gestartet. Platz 17 und nur neun Punkte nach 13 Spielen, 29 Gegentore: Bei Hannover 96 liegen die Nerven blank.

"Wir haben nur reagiert, nicht agiert"

Während Clubchef Martin Kind nach der 0:2-Niederlage gegen Hertha BSC am Sonnabend abtauchte und TV-Auftritte und Interviews für den Abend und Sonntag absagte, stand 96-Manager Horst Heldt unter anderem Moderator Thomas Helmer und Sportbuzzer-Redakteur Dirk Tietenberg in der Sport1-Talkshow "Doppelpass" Rede und Antwort.

Wie bereits gestern direkt nach dem Spiel bemängelte er das gegen Hertha BSC fehlende Selbstvertrauen in der ersten Halbzeit: "Die Mannschaft hat von Beginn an verunsichert gewirkt, in der Deutlichkeit war das diese Saison noch nicht der Fall." Die erste Halbzeit habe ihm im Vergleich zur zweiten Halbzeit überhaupt nicht gefallen. Heldt forderte eine Veränderung: "Wir haben nur reagiert, nicht agiert. Die Art und Weise muss sich ändern.

Das sind die Reaktionen nach dem Spiel der 1. Bundesliga zwischen Hannover 96 und Hertha BSC

Michael Esser Zur Galerie
Michael Esser ©

Krisenbewältigung erstmal mit Breitenreiter

Und wie soll Hannover 96 aus dieser Krise herauskommen? "Wir müssen alles hinterfragen, überprüfen und schauen, wie man gegen diese erste Halbzeit wirken kann. Dabei muss jeder in dem Verein vor der eigenen Haustür kehren", erklärte der 48-Jährige - und nahm dabei Trainer André Breitenreiter wenig in Schutz. Als Tabellen-Vorletzter habe schließlich niemand bei Hannover 96 einen Freifahrtschein.

Dennoch sprach er von seinem "exzellenten Verhältnis" zu Breitenreiter, den er sehr wertschätze, und versicherte, dass er am Sonntagabend noch auf der Trainerbank in Mainz sitze, bis dahin jedoch Lösungen gefunden werden müssen. Dabei habe die Mannschaft im Vorfeld schon oftmals beweisen, dass sie gewinnen können: "Es müssen nur alle an einem Strang ziehen und vereint arbeiten."

Mehr zu Hannover 96

"Keine Lippenbekenntnisse nach dem Spiel, sondern auf dem Platz"

Dass der Trainer nicht mehr die nötige Unterstützung und den Respekt aus der Mannschaft genießt, bezweifelte Sportbuzzer-Redakteur Dirk Tietenberg in der Diskussionsrunde. Schließlich habe sich Niclas Füllkrug nach dem Spiel in seinem Ausraster während eines NDR-Interviews hinter den Trainer gestellt, der "super" sei. Daraufhin rügte Heldt jedoch seinen Stürmer und forderte keine Lippenbekenntnisse nach dem Spiel, sondern auf dem Platz. "Das habe ich gestern nicht gesehen, das erwarte ich aber - und nicht erst nach dem Spiel."

Viele Baustellen bei Hannover 96

Doch nicht nur die sportlich schlechte Lage ist eine Baustelle bei Hannover 96. Auch die niedrige Kaderqualität, die Unruhen um Clubchef Martin Kind, der Streit mit der DFL um die 50+1-Regel und nicht zuletzt die damit einhergehenden Unruhen in der Fanszene sorgen in der niedersächsischen Landeshauptstadt für miese Stimmung.

Bilder vom Spiel der 1. Bundesliga zwischen Hannover 96 und Hertha BSC

Die Spieler von Hannover 96 und Hertha BSC sowie die Schiedsrichter setzen ein Zeichen. Zur Galerie
Die Spieler von Hannover 96 und Hertha BSC sowie die Schiedsrichter setzen ein Zeichen. ©

Heldt lobt Unterstützung der Fans

Während Heldt die Schiedsgerichte des DFL für die lange Bearbeitungszeit der gestellten Anträge und laufenden Verfahren kritisierte, lobte er hingegen die Unterstützung der Fans im Heimspiel gegen Hertha BSC: "Eins muss man sagen: Die Fans stehen hinter der Mannschaft. Es ist einfach sensationell, wie bedingungslos die Kurve in allen Spielen der Saison wie auch gestern die Mannschaft unterstützt hat."