08. April 2021 / 15:01 Uhr

96-Meinung: Die Saison mit Anstand beenden und die Aufgaben angehen

96-Meinung: Die Saison mit Anstand beenden und die Aufgaben angehen

Uwe von Holt
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die 96-Spieler sollten ihre hoch bezahlte Beschäftigung als Vollzeitjob verstehen und nicht wie zuletzt gegen den HSV nur für eine launige halbe Stunde anpacken, meint Uwe von Holt. 
Die 96-Spieler sollten ihre hoch bezahlte Beschäftigung als Vollzeitjob verstehen und nicht wie zuletzt gegen den HSV nur für eine launige halbe Stunde anpacken, meint Uwe von Holt.  © Imago
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Vom Aufstieg braucht bei Hannover 96 niemand mehr träumen. Dennoch sollte das Team die Saison anständig beenden und einige wichtige Aufgaben erledigen, meint Redakteur Uwe von Holt. 

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Marvin Ducksch hat ein Tor erzielt gegen den HSV und danach auf der 96-Homepage den Fans des aktuellen Zweitligazehnten tüchtig Hoffnung gemacht: „Im letzten Jahr hatten wir ja eine ähnliche Konstellation mit englischen Wochen. Da haben wir auch sehr gut performt. Wenn wir so agieren, ist in den nächsten neun Spielen einiges für uns möglich.“

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Was genau der Stürmer mit „einiges“ meint, wurde leider nicht aufgeklärt. Wir hoffen aber, dass Ducksch nicht ernsthaft davon ausgeht, dass seine Mannschaft mit einem kleinen Endspurt doch noch ins Aufstiegsrennen eingreifen kann – dann müsste man vermuten, dass der Stürmer bei einer seiner Ohrenbohrer-Jubelvorführungen die Zeigefinger deutlich zu tief eingeführt hat. Denn selbst wenn 96 alle restlichen Spiele gewinnen würde, käme man am Ende nur auf 63 Punkte – der HSV und Fürth auf den Plätzen zwei und drei haben aber jetzt schon 50 Punkte.

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Drei wichtige Themen

Diese Saison, sollte sie nicht doch noch im erneut verschärften Corona-Terminchaos versinken (Karlsruhe und Sandhausen befinden sich nun auch in Quarantäne), kann also von 96 nur noch mit Anstand zu Ende gebracht werden. Die jeweiligen Aufgabenstellungen sind dabei überschaubar und dürfen gern schon am Donnerstag im Nachholspiel gegen Würzburg angegangen werden.

Erstens sollte Trainer Kenan Kocak mutiger als bisher mit Talenten und anderen Zukunftskandidaten agieren. Zweitens sollten die Spieler ihre hoch bezahlte Beschäftigung als Vollzeitjob verstehen und nicht wie zuletzt gegen den HSV nur für eine launige halbe Stunde anpacken. Drittens sollte das Management die personellen Weichen so couragiert und clever stellen, dass 96 in der nächsten Saison eine Mannschaft bekommt, die wirklich „einiges“ bewegen kann im Aufstiegskampf.