11. Juni 2020 / 15:50 Uhr

96-Meinung: Ohne Masken im Fußballzirkus steigt die Hoffnung, Geisterspiele abzuschaffen 

96-Meinung: Ohne Masken im Fußballzirkus steigt die Hoffnung, Geisterspiele abzuschaffen 

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Auch Martin Kind (links) & Co. mussten auf der Tribüne im Stadion eine Maske tragen.
Auch Martin Kind (links) & Co. mussten auf der Tribüne im Stadion eine Maske tragen. © Andreas Gebert/dpa
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Auch bei Hannover 96 herrschte selbstverständlich Maskenpflicht im Stadion. Für die Ersatzspieler und die Klubvertreter auf den Tribünen. Damit ist jetzt Schluss und dadurch steigt die leise Hoffnung, die Geisterspiele wieder abzuschaffen, mein SPORTBUZZER-Redakteur Andreas Willeke. 

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Der Fußball lässt die Maske fallen – und zum Vorschein kommt nicht die Fratze des Turbokapitalismus, sondern ein Lächeln der Erleichterung. In Absprache mit der Politik haben die Verbände DFL und DFB ab sofort die Hygieneregeln gelockert. Da braucht sich jetzt auch keiner Sorgen zu machen, dass die Profis fortan als Corona-Schleudern die Seuche verbreiten. Streng getestet wird weiter – beendet wird vielmehr, was ohnehin pure Symbolik war.

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Timo Huebers (links) im Zweikampf gegen Heidenheims Tim Kleindienst. Zur Galerie
Timo Huebers (links) im Zweikampf gegen Heidenheims Tim Kleindienst. ©

Aufgestellt wurden die strengen Vorschriften in der Hochphase der Pandemie. Der Fußball stimmte allem zu, was verlangt wurde, um vorpreschen zu können. Sie wollten nur spielen – vor allem, um TV-Geld zu kassieren.

Ansonsten könnten sie in der Kapelle im Schalke-Stadion nicht mehr die Kerzen bezahlen, mit der sich Beistand für die Pleite erbitten ließe. Und so hockten Spieler mit Maske und Abstand auf der Ersatzbank, bis sie eingewechselt wurden. Dann legten sie die Maske ab und sensten den Gegner um.

Klubchefs und ihre Begleiter saßen mit Maske auf der Tribüne, obwohl im Fünf-Meter-Radius höchstens mal ein Vogel landete. Ähnlicher Masken-Unsinn herrschte bei den TV-Reportern. Das alles war längst anachronistisch. Der Fußball geht auch nicht mehr voran, sondern läuft hinter den Regeln für die Bevölkerung her. Was den Kickern nun erlaubt wird, ist längst Jedermannsrecht.

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Das heißt erst mal nichts für die Frage, ob wieder Zuschauer zugelassen werden können. In Serbien und Ungarn sind ja Fans bereits erlaubt. Die Befreiung von der bloßen Symbolik macht aber Hoffnung, dass der Sensenmann die Geisterspiele zur nächsten Saison kassiert.