14. September 2020 / 20:53 Uhr

96-Meinung: Problemchen sind in der Frühphase der Saison völlig normal 

96-Meinung: Problemchen sind in der Frühphase der Saison völlig normal 

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Der Würzburger Florian Flecker setzt sich gegen die Hannoveraner Philipp Ochs und Niklas Hult durch.
Der Würzburger Florian Flecker setzt sich gegen die Hannoveraner Philipp Ochs und Niklas Hult durch. © imago images/Jan Huebner
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Hannover 96 ist durch einen 3:2-Sieg bei den Würzburger Kickers in die zweite DFB-Pokalrunde eingezogen. Insgesamt war es ein souveräner Auftritt der 96er, doch hier und da waren noch kleine "Problemchen" zu erkennen. Das ist in der Frühphase der Saison aber normal, kommentiert SPORTBUZZER-Redakteur Dirk Tietenberg. 

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Die Profis haben sich halbwegs dran gewöhnt, dass Fans ihnen nur im Fernsehen zuschauen können. Zuschauer im Stadion waren in Würzburg kein Thema. Ein richtig schönes Spiel hätten sie ohnehin nicht zu sehen bekommen. Hannover 96 drischt sich solide mit 3:2 in die nächste Pokalrunde. Von den Kickers war außer geschenkten Treffern – mal von 96, mal vom Schiedsrichter kurz vor Schluss nicht viel zu sehen.

Vor der Partie bildete sich auf dem Stadion-Parkplatz am Dallenberg eine 300 Meter lange Menschenschlange unterhalb der Gästetribüne. Familien, die sich mit Regenschirmen Schatten spendeten bei 30 Grad Celsius. Diese Menschen wollten aber nicht ins Stadion, sie standen auch nicht an für Tickets, um Hannover 96 bei den Kickers sehen. Sie müssen hier anstehen. Das Gesundheitsamt Würzburg schickte 800 gefährdete Familien auf die Teststrecke. Sieben Schulen wurden geschlossen, die Hygienevorschrifen verschärft. Der Gedanke an Fußballtickets, an ein schönes Pokal-Spiel mit Zuschauern liegt hier so fern wie seit April nicht mehr.

Einzelkritik: Die 96-Spieler nach der Pokalpartie gegen die Würzburger Kickers in Noten

Michael Esser – Note 3: Der 96-Keeper segelte an einer Ecke vorbei, klatschte einen Schuss nach vorne ab, aber zum Glück war kein Würzburger in der Nähe. Bereite mit einem Abschlag die Riesenchance von Ducksch vor.    Zur Galerie
Michael Esser – Note 3: Der 96-Keeper segelte an einer Ecke vorbei, klatschte einen Schuss nach vorne ab, aber zum Glück war kein Würzburger in der Nähe. Bereite mit einem Abschlag die Riesenchance von Ducksch vor.    ©

Ein weiterer Stürmer würde helfen

Wer die Kulisse sah, kann sich fast normale Bundesliga-Zustände in einer drittelvollen Arena so zeitnah wie offenbar geplant nicht wirklich vorstellen. In Hannover wurde die Vorstellungskraft nach dem 3:2 und einigen schnellen Angriffen auf eine anständige Saison mit Ambitionen schon größer. Schwächen im Abschluss, Wackler in der Rautenform des Mittelfelds – alles schon normal in einer Frühphase der Saison. Sehen wir das ausnahmsweise mal positiv in diesen Zeiten. Es müsste nun jeder bei 96 gesehen haben, dass auch noch ein Stürmer helfen würde, der wirklich trifft, wenn er allein vorm Tor steht. Und dann hoffen wir vor allem weiter, dass Corona endlich Raum lässt, damit Zuschauer ins Stadion dürfen und sich nicht davor testen lassen müssen.