08. Februar 2020 / 19:37 Uhr

Die Flucht nach vorn: 96-Plan mit Teuchert in Fürth – persönliches Derby für Ex-Nürnberger

Die Flucht nach vorn: 96-Plan mit Teuchert in Fürth – persönliches Derby für Ex-Nürnberger

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Cedric Teuchert machte seine ersten Schritte im Profi-Fußball beim 1.FC Nürnberg.
Cedric Teuchert machte seine ersten Schritte im Profi-Fußball beim 1.FC Nürnberg. © imago images / Hartenfelser
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Was zählt in dieser unkalkulierbaren zweiten Liga? Mentalität wie bei Bielefeld? Oder Qualität wie bei den Hamburgern? Von beiden Eigenschaften wurde bei Hannover 96 oft gesprochen, aber selten etwas gezeigt. 

Trainer Kenan Kocak bekam vor dem Spiel am Sonntag beim Vierten Greuther Fürth sogar vorgerechnet, wo 96 qualitativ steht. Im Schnitt in dieser Saison auf Platz 13, aktuell auf 14, und an diesem Wochenende kann 96 sogar auf den Relegationsplatz 16 rutschen. Was sagen diese Zahlen über die Qualität? „Das kann ich mathematisch nicht beantworten“, gab er zu.

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Der Fürther Trainer Stefan Leitl stellt eine andere Milchmädchenrechnung auf. Er zählt den „exzellenten Kader“ und die „enorme Qualität“ beim Gegner 96 zusammen. Aus finanzieller Sicht mag dies auf Einzelspieler zutreffen, aber Marktmillionen oder Gehaltsrechnungen sind im Abstiegskampf der 2. Liga nichts wert.

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Abstiegs-K.o. verhindern

Wenn die Qualität nicht passt, muss Kocak in die Mentalitätskiste greifen. Der Trainer geht in die Flucht nach vorn, versammelt die Mannschaft hinter sich und lobt ihr Verhalten nach Rückschlägen. „Ich habe als Spieler auch einiges auf die Fresse bekommen“, sagte Kocak. „Wir wissen um die Brisanz. Man muss immer einmal mehr aufstehen als runterfallen.“ Noch sei seine Mannschaft in der Lage, den Abstiegs-K.o. zu verhindern.

Kocak: „Auf die Fresse bekommenNehmerqualitäten gezeigt“

„Wir kriegen in Regensburg auf die Fresse“, sagt er zum 0:1. „Vor Spielbeginn gegen Wiesbaden fallen wieder zwei Spieler aus. Wir zeigen tolle Moral, drehen das Spiel verdient um und kriegen noch einen auf die Fresse.“ Nach diesen vielen Kinnhaken habe 96 „Nehmerqualitäten gezeigt, die Mannschaft trotzt dieser Situation“.

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Bilder vom Training von Hannover 96 (5. Februar):

Trainer Kenan Kocak gibt Torhüter Ron-Robert Zieler gut gelaunt Anweisungen. Zur Galerie
Trainer Kenan Kocak gibt Torhüter Ron-Robert Zieler gut gelaunt Anweisungen. ©

Die Roten in Noten: So waren die 96-Profis gegen Wehen Wiesbaden in Form

<b>Ron-Robert Zieler</b>:Was ist denn mit ihm los? Lange ziemlich beschäftigungslos gegen einfallslose Wiesbadener. Dann rettet er gegen Dittgen, kassiert nach der anschließenden Ecke aber das 0:1. Da muss er rauskommen. Ein zweites schlechtes Stellungsspiel bei einer Ecke bleibt ohne Folgen. Dann fliegt er nach einer weiteren Ecke am Ball vorbei, das 2:2 geht deshalb auf seine Kappe. Note 5 Zur Galerie
Ron-Robert Zieler:Was ist denn mit ihm los? Lange ziemlich beschäftigungslos gegen einfallslose Wiesbadener. Dann rettet er gegen Dittgen, kassiert nach der anschließenden Ecke aber das 0:1. Da muss er rauskommen. Ein zweites schlechtes Stellungsspiel bei einer Ecke bleibt ohne Folgen. Dann fliegt er nach einer weiteren Ecke am Ball vorbei, das 2:2 geht deshalb auf seine Kappe. Note 5 ©

Ganz persönliches Derby für Cedric Teuchert

Trotz, Wut, Energie. Das erhofft sich 96 auch von Cedric Teuchert. Der Ex-Nürnberger soll in Fürth sein ganz persönliches Derby spielen. Selbstbewusst genug dürfte er sein, er traf zuletzt eingewechselt gegen Wiesbaden. In dieselbe beliebte Motivationsschublade greift der 96-Trainer offenbar auch bei Edgar Prib. Kocak sprach Prib vor zweieinhalb Wochen noch „die physischen Komponenten fürs Mittelfeld“ ab.

Prib als Kapitän nach Kocak-Kritik?

Aber in Fürth, bei Pribs Ex-Klub? Der Linksfuß ist ohnehin nach dem wahrscheinlichen Ausfall von Marvin Bakalorz einer der letzten Chefs im Team. Prib wird wohl die Binde in Fürth tragen, während dem Gegner der gesperrter Anführer Marco Caligiuri fehlt.

Prib kann sich sogar „gut vorstellen, dass sie uns mehr liegen als unsere beiden vergangenen Gegner, weil sie selbst mehr Fußball spielen wollen als viele andere Mannschaften in der 2. Liga“. Folgerichtig würde dies ebenfalls für die nächsten Gegner Hamburg und Bielefeld gelten. Drei Spiele, in denen diese Mannschaft zeigen kann, dass die Qualität zumindest für eine zweitklassige Liga ausreicht.

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