27. März 2020 / 16:48 Uhr

96-Profis aus Quarantäne entlassen: Erste Frühlingsgefühle am Maschsee

96-Profis aus Quarantäne entlassen: Erste Frühlingsgefühle am Maschsee

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Das wurde auch Zeit: Nach 14 Tagen in Quarantäne darf auch 96 Reservekeeper Marlon Sündermann wieder mit seiner Freundin das Haus verlassen.
Das wurde auch Zeit: Nach 14 Tagen in Quarantäne darf auch 96 Reservekeeper Marlon Sündermann wieder mit seiner Freundin das Haus verlassen. © Florian Petrow
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Sichtliche Befreiung bei den bis zuletzt unter Quarantäne stehenden Fußballprofis von Hannover 96: Nachdem die Spieler den ersten Hauch des Frühlings nur von zu Hause aus beobachten durften, zog es Profis wie Marc Stendera oder Marlon Sündermann direkt an den Maschsee.

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Wo sind denn alle? Nach zwei Wochen in den eigenen vier Wänden versammelte sich die Mannschaft gestern nicht im beruflichen Wohnzimmer im Stadion. Jeder suchte sein eigenes Glück nach zwei Wochen Corona-Quarantäne. Um 13.10 Uhr kam das Signal: Die Spieler duften raus. Niklas Tarnat testete kurz darauf, ob jemand aus der Mannschaft im Stadion sein könnte. Einen traf er an: Marc Stendera, der sich sofort die 96-Trainingsklamotten überzog und um den Maschsee lief. Torwart Marlon Sündermann (21) genoss den ersten Tag in Freiheit ebenfalls am Maschsee.

Frühling endlich draußen genießen

Mit Freundin Beret Höpfner und Hundedame Lilly ging der 96-Torwart am Mittag am Maschsee spazieren. Er freute sich sogar, durch seine Sonnenbrille Fotograf und Reporter zu sehen, Sündermann ballte seine Faust wie zur Pose nach einem umkämpften Sieg. Aus angemessenem Abstand sagte er: „Mittags gingen für uns die Türen auf. Bis dahin durften wir das Wetter nur von drinnen genießen. Es ist einfach schön, wieder nach draußen zu dürfen. Wir wollten das sofort nutzen.“

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Endlich wieder ohne Sicherheitsabstand

Seine Lebensgefährtin, früher Leistungsschwimmerin, hatte zuvor stets „zwei Meter Abstand von Marlon“ halten müssen. Beim Spaziergang schlenderte das Paar eingehakt am Maschsee entlang. Viel mehr als Laufen und Spazierengehen haben die Leistungssportler noch nicht gewonnen. Intern freuten sich die Spieler vor allem auf das erste Training und das Wiedersehen in der Kabine – auch mit den Physiotherapeuten, die ebenfalls in Quarantäne mussten.

Trotzdem kein regulärer Trainingsbetrieb

Die 96-Gruppe hatte sich zu Hause vor dem Freigang freiwillig testen lassen – die Tests fielen negativ aus. Die kleine Kabinenfete zum Wiedersehen fiel aus, weil die Lage in der Corona-Krise zu ernst ist. Das Mannschaftstraining ist ausgesetzt, vorerst bis zum 5. April, wahrscheinlich wird es länger dauern.

Rückblick: Hannover 96 nach dem 25. Spieltag der letzten zehn Jahre

Jeder 96-Fan hat die Abstiegssaison 2019/20 zwangsweise noch in Erinnerung. Nach dem 25. Spieltag deutete sich der Abstieg bereits deutlich an. Nur 14 Punkte sammelte 96 bis zu diesem Zeitpunkt. Die schwachen Leistungen sprachen für sich. Bezeichnend war das Spiel des 25. Spieltags gegen Bayer Leverkusen, welches die Roten mit 2:3 verloren. Die kuriose Szene, als Genki Haraguchi den Ball in Richtung leeres Tor schob, dürfte jetzt noch für Lacher sorgen. Der Ball blieb aufgrund des heftigen Schneefalls kurz vor der Linie liegen. Zur Galerie
Jeder 96-Fan hat die Abstiegssaison 2019/20 zwangsweise noch in Erinnerung. Nach dem 25. Spieltag deutete sich der Abstieg bereits deutlich an. Nur 14 Punkte sammelte 96 bis zu diesem Zeitpunkt. Die schwachen Leistungen sprachen für sich. Bezeichnend war das Spiel des 25. Spieltags gegen Bayer Leverkusen, welches die Roten mit 2:3 verloren. Die kuriose Szene, als Genki Haraguchi den Ball in Richtung leeres Tor schob, dürfte jetzt noch für Lacher sorgen. Der Ball blieb aufgrund des heftigen Schneefalls kurz vor der Linie liegen. ©

Ende der Quarantäne bedeutet mehr Trainingsmöglichkeiten

Die Spieler sollen sich mit erweiterten Trainingsplänen fit machen beziehungsweise halten. Durch die Freiheit können endlich auch wieder Schnelligkeit und Schnelligkeitsausdauer trainiert werden. Im Fußball typische Richtungswechsel können die Profis nun zumindest simulieren.

„Wie für die Zeit der Quarantäne habe ich gemeinsam mit dem Athletiktrainer-Team Pläne für die Spieler erstellt, damit wir die nächsten Tage bis zum 5. April sinnvoll überbrücken können“, sagt Kenan Kocak. „Bei den Plänen handelt es sich um einen Mix unterschiedlicher Belastungsreize, der helfen soll, die Spieler fitzuhalten.“ 96 werde sich außerdem an alle Empfehlungen und Regeln der Ämter halten.