18. März 2022 / 19:32 Uhr

Der 96-Plan: So wollen sie Schalkes Sturmstar Simon Terodde stoppen

Der 96-Plan: So wollen sie Schalkes Sturmstar Simon Terodde stoppen

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Ihn gilt es zu stoppen: Sturmstar Simon Terodde (hinten) ist Schalkes Torgarantie.
Ihn gilt es zu stoppen: Sturmstar Simon Terodde (hinten) ist Schalkes Torgarantie. © IMAGO/Team 2
Anzeige

Der Schalker Kreisel löste eine Revolution im Fußball aus. Lange her, das alles. Fast 100 Jahre nach der Erfindung des Schalker Kreisels führte die Spirale in die 2. Liga. Am Samstag (13.30 Uhr) versucht Hannover 96, die Schalker nach allen Regeln der Trainerkunst einzukreiseln.

Schalke muss gewinnen, der Druck, wieder aufsteigen zu müssen, ist ge­wal­tig für den stolzen Klub. Kaum geringer ist die Notwendigkeit eines Sieges für 96 im Abstiegskampf. Christoph Dabrowski bezeichnete sich selbst als „kampfeslustig“ nach den zwei Pleiten zuletzt. „Nach den zwei Niederlagen traut uns in Schalke keiner was zu“, sagt der Cheftrainer, „das sind gute Voraussetzungen.“ Was der Coach meint: Die schwachen Leistungen könnten die Schalker blenden.

Anzeige

Bei Schalke gilt längst nicht mehr das Prinzip des gepflegten Flachpasses. Flanke, Simon Terodde, Tor. 19-mal hat das schon geklappt. Das eher geradlinige Flugballschlagen dürfte auch das Konzept des neuen Trainers Mike Büskens sein. „Da sind Terodde und Marius Bülter ex­trem gefährlich“, weiß Da­brows­ki. „Wir brauchen ein sehr mannorientiertes Verhalten in der Box, um die Gefahr aus dem Spiel zu nehmen“, erklärt Da­brows­ki.

Mehr zu Hannover 96

Der 96-Trainer verordnet Manndeckung im Strafraum, eine Taktik aus dem vergangenen Jahr­hun­dert. Aber wo­mög­lich effektiv, wenn Verteidiger Julian Börner sich darauf fokussiert, Terodde in seinem Radius einzukreiseln.

Anzeige

96 setzt den Zirkel au­ßer­halb des Strafraums an. Der linke Flügel Thomas Ouwejan bereitete acht Treffer vor. Von dort lauert die Schalker Gefahr. Es ist der Job für Sei Mu­roya, „Flanken zu verhindern und aktiv zu stellen“, sagt der 96-Trainer.

An einer stabilen Verteidigung solle sich 96 „hochziehen“. Und dann muss der Ball ja irgendwie nach vorne. Häufiger als im Hinspiel. 96 enttäuschte fast 40 000 Zuschauer und Zuschauerinnen bei der 0:1-Pleite mit einer harmlosen Offensivleistung. Torwart Ron-Robert Zieler, bester Mann auf dem Feld, musste sich gegen 24 Schalker Torschüsse wehren. 96 kam auf gerade einmal zwei Schussversuche.

Ein Trio für die Hoffnung

Die Hoffnung liegt auf dem effektivsten 96-Trio. Cedric Teuchert, Maximilian Beier und Sebastian Kerk funktionierten auch bei St. Pauli. Gegen Nürnberg hatten zwei Kanten des Dreiecks gefehlt. Mit Teuchert, dem formschwachen Linton Maina und dem torlosen Lukas Hinterseer lief vorne gar nichts rund.

Der Spielplan von Hannover 96 in der Saison 2021/22 in der 2. Bundesliga

Der Spielplan von Hannover 96 in der Zweitliga-Saison 2021/22 in der Galerie - vom 1. bis zum 34. Spieltag. Zur Galerie
Der Spielplan von Hannover 96 in der Zweitliga-Saison 2021/22 in der Galerie - vom 1. bis zum 34. Spieltag. ©

Der 19 Jahre junge Beier hat die Corona-Pause offensichtlich gut überstanden. Auch am Freitag im geheimen Abschlusstraining machte er voll mit. Außerdem hinterließ Kerk nach einer kurzen Magen-Darm-Geschichte „einen sehr guten Eindruck“, fand Da­brows­ki.

Bei Teuchert spielt die Tagesform eine Rolle, ob er seine Gegner umkreiselt oder wegen fehlender Körperspannung austrudelt. Bei Schalke, seinem Ex-Klub, ist er extra angespannt. Er besorgte 20 Karten für die Familie seiner Frau und freut sich „ganz besonders“ auf das Duell. „Ich habe eine Grundenergie gespürt und die Bereitschaft, die Dinge zu drehen“, versichert Da­brows­ki: „Deswegen – auf nach Schalke, würde ich sagen.“