10. Februar 2019 / 22:17 Uhr

96-Sportdirektor Heldt zu Abschiedsgerüchten: "Stelle mich meiner Verantwortung"

96-Sportdirektor Heldt zu Abschiedsgerüchten: "Stelle mich meiner Verantwortung"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
96-Sportdirektor Horst Heldt.
96-Sportdirektor Horst Heldt. © imago/DeFodi
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Öffentliche Kritik an seiner Transferpolitik, den meinungsstarken Klubboss Martin Kind vor sich und knallharter Existenzkampf: Horst Heldt hat als Sportdirektor von Hannover 96 aktuell keinen leichten Stand. Gerüchten um einen Abschied widerspricht er allerdings - und ist vom Klassenerhalt mit den Roten überzeugt.

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Es war keine klar formulierte Kritik, aber doch eine offensichtliche Spitze, zu der sich 96-Legende Dieter Schatzschneider nach dem 2:0-Heimsieg gegen den 1. FC Nürnberg hinreißen ließ. Ohne einen Namen zu nennen, sprach die Vereinsikone geringschätzig von "irgendwelchen Leuten, die geholt werden" - und deutete damit Unverständnis über die Transferpolitik Heldts an.

Für den 96-Manager kein Problem - zumindest versicherte er das in der Talkshow "Sky90" auf Sky am Sonntagabend: "Wenn das für die Geschäftsführung okay ist, dass Entscheidungen, die ich als Mitarbeiter von Hannover 96 getroffen habe, von der Geschäftsführung öffentlich kritisiert werden, dann habe ich damit kein Problem", gab er sich betont zurückhaltend und ergänzte: "Jeder vertritt seine eigene Meinung und das ist auch legitim. Das ist nicht das erste Mal und jeder kennt die Rolle von Dieter Schatzschneider bei 96, von daher ist alles in Ordnung."

Das sind die Stimmen nach dem Spiel von Hannover 96 gegen den 1. FC Nürnberg

Thomas Doll (Trainer Hannover 96): Es war klar, dass wir keinen Champagner-Fußball sehen, das es ein schweres Spiel wird. Auch nach dem Platzverweis haben wir Zeit gebraucht, wir hatten viele leichte Ballverluste. Mit elf gegen zehn ist es nicht leichter. Nürnberg hatte zwei Riesenchancen, da können wir froh sein, dass wir nicht in Rückstand geraten sind. Mit dem Halbzeitpfiff hatten wir den Brustlöser, obwohl wir nicht gut gespielt haben. In der zweiten Halbzeit haben wir mehr über die Seite gespielt und zum richtigen Zeitpunkt das 2:0 gemacht. Wir haben eine Zeichen gesetzt, dass wir noch leben. Hannover 96 brauchte mal wieder ein Erfolgserlebnis, dass wir wieder an die Rettung glauben. Wir haben wieder Anschluss, aber auch gesehen, dass wir Defizite haben. Wir brauchen Feuer in jeder Trainingseinheit. Anders kommen wir da unten nicht raus. Wir haben noch unglaublich viel Arbeit vor uns.
 Für Nicolai Müller hat es mich besonders gefreut, er ist ja noch nicht so lange hier. Wir haben mit Raute gespielt, mit Nico auf der Zehn. Da hat der sich wohler gefühlt als gegen Leipzig auf der Seite.  Zur Galerie
Thomas Doll (Trainer Hannover 96): "Es war klar, dass wir keinen Champagner-Fußball sehen, das es ein schweres Spiel wird. Auch nach dem Platzverweis haben wir Zeit gebraucht, wir hatten viele leichte Ballverluste. Mit elf gegen zehn ist es nicht leichter. Nürnberg hatte zwei Riesenchancen, da können wir froh sein, dass wir nicht in Rückstand geraten sind. Mit dem Halbzeitpfiff hatten wir den Brustlöser, obwohl wir nicht gut gespielt haben. In der zweiten Halbzeit haben wir mehr über die Seite gespielt und zum richtigen Zeitpunkt das 2:0 gemacht. Wir haben eine Zeichen gesetzt, dass wir noch leben. Hannover 96 brauchte mal wieder ein Erfolgserlebnis, dass wir wieder an die Rettung glauben. Wir haben wieder Anschluss, aber auch gesehen, dass wir Defizite haben. Wir brauchen Feuer in jeder Trainingseinheit. Anders kommen wir da unten nicht raus. Wir haben noch unglaublich viel Arbeit vor uns. Für Nicolai Müller hat es mich besonders gefreut, er ist ja noch nicht so lange hier. Wir haben mit Raute gespielt, mit Nico auf der Zehn. Da hat der sich wohler gefühlt als gegen Leipzig auf der Seite."  ©
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Heldt widerspricht Wechselgerüchten

Nicht nur der öffentliche Gegenwind macht Heldt zu schaffen, die Lage bei den Roten ist auch trotz des Befreiungsschlages gegen Nürnberg weiterhin brisant. Ende Januar kamen Gerüchte auf, der Manager beschäftige sich mit einer Rückkehr zum FC Schalke 04 - das dementierte Heldt jedoch vehement: "Mich reizt nur, mit Hannover in der Liga zu bleiben. Das ist meine Verantwortung und der stelle ich mich. Ich habe einen Vertrag bis 2021 und das will ich auch dementsprechend angehen."

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"Die Sinnfrage darf man sich nicht stellen"

Trotz der insgesamt schwierigen Gemengelage rund um Hannover 96 - auf wie neben dem Platz - will Heldt, der bereits im Frühjahr 2018 mit einem Wechsel zum VfL Wolfsburg liebäugelte, nicht die Flucht ergreifen. "Vieles hat mit Verantwortung zu tun, der muss ich gerecht werden. Da hängen nicht nur Spieler und Manager dran. Wir haben viele Mitarbeiter auf der Geschäftsstelle und Leute die sich mit dem Verein identifizieren und in schwierigen Phasen trotzdem ins Stadion kommen. Die Sinnfrage darf man sich in dieser Situation nicht stellen, sonst ist man in dieser Position deplatziert", betonte er.

Eindrücke von der NP-Sportgala 2019:

Anna-Lena (links) und Bruder Niclas Füllkrug holen sich den ersten Platz. Zur Galerie
Anna-Lena (links) und Bruder Niclas Füllkrug holen sich den ersten Platz. ©
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Heldt will "vornweg marschieren"

Immerhin: der Sieg gegen Nürnberg macht Hoffnung, dass es doch noch etwas wird mit dem Ligaverbleib. Heldt zeigte sich verhalten optimistisch und verwies vor allem auf Leistungsträger, die aus Verletzungspausen zurückkehren: "Es kommen wichtige Spieler zurück wie Bebou, der ein absoluter Schlüsselspieler ist - dazu kommen noch andere. Diese Leute brauchen wir und dann sind wir in der Lage, das aus eigener Kraft zu schaffen." Heldt selbst wolle "vornweg marschieren", wie er betonte.

Niclas Füllkrug (Knorpelschaden) ist im Abstiegskampf dagegen wohl keine Option mehr - auch wenn er sich kürzlich erst zuversichtlich gab. Doch Heldt dämpfte die Hoffnung auf ein Blitz-Comeback noch im Frühjahr: "Es sieht sehr gut aus, aber es ist natürlich auch eine sehr schwerwiegende Verletzung. Der Heilungsverlauf ist sehr, sehr gut. Wichtig ist dass er gesund zurückkommt. In dieser Saison wird er eher nicht mehr eingreifen, aber seine Karriere geht weiter und wir werden ihn auch in der nächsten Saison noch brauchen."

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