01. Mai 2019 / 20:15 Uhr

AAC Leipzig: Spielabbruch und schwere Verletzung im Bezirkspokalfinale

AAC Leipzig: Spielabbruch und schwere Verletzung im Bezirkspokalfinale

LVZ
Leipziger Volkszeitung
Amazone Charlotte Wojna vom AAC Leipzig knallt im Spiel gegen die HSG Neudorf/Döbeln auf den Boden und bleibt verletzt liegen.
Amazone Charlotte Wojna vom AAC Leipzig knallt im Spiel gegen die HSG Neudorf/Döbeln auf den Boden und bleibt verletzt liegen. © Alexander Prautzsch
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Das Bezirkspokal-Finale der Handballdamen zwischen dem Amazonen Athletic Club Leipzig und der HSG Neudorf-Döbeln musste abgebrochen werden. Die Leipzigerin Charlotte Wonja knallte kurz vor Schluss der Partie auf den Boden und kam nicht mehr hoch.

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Taucha. So ein Ende wünscht sich niemand: Das Bezirkspokal-Finale der Handballdamen zwischen dem Amazonen Athletic Club Leipzig und der HSG Neudorf-Döbeln musste nach einem packenden Fight abgebrochen werden. Die Amazone Charlotte Wonja knallte in der 53. Minute beim Spielstand von 29:23 aus Sicht der Leipziger auf die Platte – und da blieb sie auch liegen. Geschlagene 25 Minuten. Während Wonja gekrümmt auf dem Boden ausharrte, kam es auf den gut gefüllten Tribünen zu hitzigen Szenen.

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Der Amazonen Athletic Club Leipzig holt sich den Bezirkspokal, trotz eines Spielabbruchs in der Schlussphase. Beide Teams einigten sich nach langer verletzungsbedingter Unterbrechung, die Partie nicht fortzusetzen. Zur Galerie
Der Amazonen Athletic Club Leipzig holt sich den Bezirkspokal, trotz eines Spielabbruchs in der Schlussphase. Beide Teams einigten sich nach langer verletzungsbedingter Unterbrechung, die Partie nicht fortzusetzen. © Alexander Prautzsch
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Denn der mitgereiste Fanclub der HSG warf den Leipzigern unsportliches Verhalten und Spielverzögerung vor. Das bekamen die konsternierten Amazonen auch lautstark zu hören. Kopfschüttelnd riefen die ACC-Spielerinnen ungläubig in Richtung Tribüne: „Was ist das für ein asoziales Verhalten?“ Während Leipzig-Coach Tim Hupel sich hilfesuchend an die Veranstalter wandte: „Nochmal die Frage! Ist jemand hier?“ Denn seine Nummer 23 wurde immer noch nicht medizinisch versorgt. Erst nach mehrmaliger Abmahnung des Arenasprechers ließen sich die Hitzköpfe beruhigen. Die Forderung der mitgereisten Fans, das Spiel fortzusetzen, war aus ihrer Sicht dennoch verständlich.

Amazonen wollen um die ersten drei Plätze mitspielen

Bis dahin wurde in der Mehrzweckhalle Taucha ansprechender Handball gezeigt. Die Mädels aus Neudorf-Döbeln schnupperten an der Sensation, konnten den Abstand Mitte der zweiten Hälfte auf drei Tore verkürzen. Die robuste Spielweise des Außenseiters machte den Amazonen zu schaffen. „Das ist nicht unser Anspruch. Wir führen das ganze Spiel und verpassen es, den Sack zu zu machen. Wir wollen natürlich immer viel höher gewinnen“, sagte Hupel dem SPORTBUZZER nach dem Spielende. Der frischgebackene Double-Sieger – Bezirksligameister und nun Pokalsieger – steckt seinen Amazonen auch für die kommende Spielzeit in der Verbandsliga hohe Ziele: „Natürlich müssen wir zuerst den Verlust unserer besten Spielerin verkraften. Dennoch wollen wir um die ersten drei Plätze mitspielen.“

Ein teurer Sieg also, denn bei Wonjas Verletzung handelt sich vermutlich um einen Kreuzbrandriss im linken Knie. Besonders bitter: „Sie hatte sich gerade erst von einem Kreuzbandriss erholt“, erklärte der ACC-Trainer, der sich während des Spiels immer wieder kleinere Wortgefechte mit dem Trainer der HSG, Tobias Sperling, verstricken ließ. Aber das sei „Pokal und normal“, so Hupel.

Spielabbruch von beiden Mannschaften mitgetragen

Doch warum wurde nun das Spiel abgebrochen? Der HSG-Trainer erklärte es so: „Weil die Pause einfach zu lange war, das Risiko für weitere Verletzungen wäre einfach zu groß gewesen. Die erhitzen Gemüter kamen auch noch dazu und ein bisschen Realismus. Wir hätten wahrscheinlich nicht mehr ausgleichen können.“ Der Abbruch wurde von beiden Mannschaften mitgetragen, das bestätigte Josephin Brand, die Verantwortliche des Bezirkspokals.

Die Finalspiele des Bezirkspokals wurden bereits zum zweiten Mal in Folge von der TSG 1861 Taucha ausgetragen. Mit Hilfe von 50 ehrenamtlichen Helfern. „Es ist immer super, was die Tauchaer hier auf die Beine stellen“, zeigte sich Brand vom Team rundum Karin Born begeistert.

Die weiteren Finals:

B-Jugend (weibl.): TuS Mockau – Germania Zwenkau 27:18

B-Jugend (männl.): HSV Mölkau – HV Böhlen 31:24

Männer: Concordia Delitzsch llI – SG Leipzig V 25:22

Von Alexander Krenn

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