22. Mai 2020 / 18:38 Uhr

Ab ins Quarantäne-Hotel: Der Countdown für die VfL-Frauen läuft

Ab ins Quarantäne-Hotel: Der Countdown für die VfL-Frauen läuft

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Ralf Kellermann und die VfL-Frauen bereiten sich auf den Re-Start der Liga vor
Ralf Kellermann und die VfL-Frauen bereiten sich auf den Re-Start der Liga vor
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Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg beziehen am Samstag ihr vorgeschriebenes Quarantäne-Hotel, der Countdown zum ersten Spiel nach der Corona-Pause läuft. Dass es bereits am Freitag (29. Mai) wieder losgeht, passt dem VfL dabei ganz gut. Ob das Spiel gegen Köln übertragen wird, ist aber weiter offen.

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Die Vorbereitung auf den Re-Start beginnt: Am Samstag beziehen die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg ihr einwöchiges Quarantäne-Trainingslager im Courtyard-Hotel, am Freitag steht im AOK-Stadion gegen den 1. FC Köln das erste Spiel nach der Corona-Pause an. Der Meister und Tabellenführer geht als hoher Favorit in die Rest-Saison, die sechs Spieltage umfasst.

"Intensive Zeiten", sagt Ralf Kellermann, sportlicher Leiter der VfL-Frauen. Das gilt vor allem für die Spielerinnen, die wie ihre männlichen Kollegen zwei Wochen zuvor nun sieben Tage nacheinander nur Hotel und Trainingsplatz zu sehen bekommen. Trainiert wird weiter am Elsterweg, die Spielerinnen fahren dort jeweils allein hin - Fahrgemeinschaften oder Busse gibt es nicht. Die Frauen-Bundesliga lehnt sich in ihren Abläufen stark an das Hygiene-Konzept der DFL an und wird ebenso ähnlich von anderen Ligen beäugt. "Wenn uns die Abläufe gut gelingen", so Kellermann, "kann das auch Schwung für andere geben, auch für die internationalen Wettbewerbe." Wie es dort weitergeht - der VfL steht im Viertelfinale der Champions League - ist noch offen. Möglicherweise wird die europäische Trophäe erst im August oder September ausgespielt, vielleicht sogar in Turnierform.

Klarer ist da der Zeitplan für den DFB-Pokal, auch in diesem Wettbewerb ist der VfL Favorit. Das Endspiel ist für den 4. Juli angesetzt, was formal schwierig ist - denn bei den Spielerinnen mit auslaufendem Vertrag endet das Arbeitsverhältnis zum 30. Juni, beim VfL betrifft das unter anderem Hedvig Lindahl, Sara Gunnarsdottir und Noelle Maritz. Kellermann: "Sollten wir das Finale erreichen, bin ich mir sicher, dass unsere Spielerinnen dann auch alle dabei sein wollen." Wie das dann arbeitsrechtlich zu lösen sei, müssten Experten klären - auch bei den Männern ist das Finale erst für den Juli angesetzt, in anderen Ländern ist jetzt schon klar, dass über den 30. Juni hinaus auch Ligenspielbetrieb stattfinden soll. "Erst einmal", so Kellermann, "sind wir jetzt froh, dass wir die Bundesliga nach jetzigem Stand bis zum 30. Juni über die Bühne bringen können."

VfL-Termine in der Übersicht:

Freitag, 29. Mai, 14 Uhr: VfL - 1. FC Köln

Samstag, 6. Juni, 13 Uhr: VfL - 1. FFC Frankfurt

Samstag, 13. Juni, 13 Uhr: SGS Essen - VfL

Mittwoch, 17. Juni, 14 Uhr: VfL - SC Freiburg

DFB-Pokal-Viertelfinale:

Mittwoch, 3. Juni, 19 Uhr: FSV Gütersloh - VfL

(Halbfinale 10./11. Juni, Finale 4. Juli)

Weil es nur Geisterspiele gibt, ist es für Kellermann "sehr wünschenswert", dass alle Partien via Fernsehen, Internetstream oder Vereins-TV zu sehen sein werden. "Das sind wir auch unseren Fans schuldig." Die deutsche Liga habe mit ihrem Re-Start am Pfingstwochenende erst einmal "ein Alleinstellungsmerkmal im internationalen Frauenfußball, das sollten wir auch nutzen." Dass die Partie VfL gegen Köln bereits am Freitag (14 Uhr) stattfindet, passt beiden Teams gut. "Wir sind angesichts der englischen Wochen, die uns erwarten, über jede Entzerrung dankbar - Köln ist das auch, denn für den FC steht in der Woche darauf schon am Mittwoch ein Nachholspiel an."

12 Meilensteine aus 75 Jahren VfL Wolfsburg

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Zu den Ligen, die den Spielbetrieb nicht wieder aufnehmen, gehört auch die französische Divison 1 - der Wechsel von Paris-Torhüterin Katarzyna Kiedrzynek zum VfL, der eigentlich am Saisonende verkündet werden sollte, konnte darum schon in dieser Woche verkündet werden. Mit Lena Oberdorf, von der SGS Essen, hat Wolfsburg einen weiteren Top-Neuzugang in der Pipeline. In Essen bestreitet der VfL am 13. Juni das erste Auswärtsspiel der Bundesliga-Restsaison, dass in Sachen Oberdorf vorher Fakten geschaffen werden, ist nicht zu erwarten.

Mehr zu den Fußballerinnen des VfL Wolfsburg

Anderswo war man da schon weiter: Stürmerin Mandy Islacker verlässt am Saisonende den Wolfsburger Dauerrivalen Bayern München und schließt sich etwas überraschend dem 1. FC Köln an. Werder Bremen hat derweil für die nächste Spielzeit die ehemalige Wolfsburger Nachwuchsnationalspielerin Jasmin Sehan (SC Sand) und Margarita Gidion (1. FFC Frankfurt) verpflichtet, Ex-VfLerin Luisa Wensing wird nach zwei Jahren an der Weser Werder wieder verlassen.