13. Mai 2021 / 19:23 Uhr

Ab nach Iowa: Bezirksliga-Fußballer will Profi in den USA werden

Ab nach Iowa: Bezirksliga-Fußballer will Profi in den USA werden

Julian Voges
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Verfolgt seinen American Dream: Luke Malkowsky wechselt aus der Bezirksliga von der FSV Adenbüttel/Rethen an die Clarke University in Iowa.
Verfolgt seinen American Dream: Luke Malkowsky wechselt aus der Bezirksliga von der FSV Adenbüttel/Rethen an die Clarke University in Iowa. © Sebastian Preuß/Privat/clarke.edu
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Heute Bezirksliga, morgen Profifußball: Luke Malkowsky will seinen ganz persönlichen American Dream verwirklichen. Dafür wechselt er von der FSV Adenbüttel/Rethen an die Clarke University in Iowa. Ein Abenteuer, das im Juli startet.

Vom Tellerwäscher zum Millionär - den amerikanischen Traum will auch Luke Malkowsky in Bezug auf Fußball leben. Beim 18-Jährigen soll es dann heißen: Aus der Bezirksliga in den Profifußball. Zurzeit ist er nämlich noch Rechtsverteidiger bei der FSV Adenbüttel/Rethen. Doch im Juli beginnt das Abenteuer Amerika, es geht nach Dubuque in Iowa - und das soll ihn am liebsten in die dortige Profi-Liga bringen.

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Auf gepackten Koffern sitzt Malkowsky in seinem Heimatort Leiferde noch nicht, eher vor einem Berg an Büchern. Er steckt mitten in der Endphase seiner Abiprüfungen auf dem Sibylla-Merian-Gymnasium in Meinersen. Mit dem Abschluss in der Tasche geht's dann in die USA. „In Amerika kann man Studium und Sport perfekt auf einem professionellen Weg verbinden“, sagt der 18-Jährige - mit Betonung auf "professionell". Den Kindheitstraum Profifußballer zu werden, hat er nie aus den Augen verloren. „Ich hatte schon immer die Ambition einmal höher zu spielen.“

Und er ist sich sicher, dass der Weg zum Fußballprofi in den USA, wo Sportarten wie Football, Basketball oder Baseball einen weitaus höherer Stellenwert besitzen, "einfacher zu schaffen ist im Vergleich zu Deutschland".

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Fußball-Video als Bewerbung


Die Idee, einmal in die USA zu gehen, ist schon mit 16 Jahren entstanden. "Mich interessieren Land und Leute." Jetzt hat er Nägel mit Köpfen gemacht. „Malle“, wie er in der Kabine gerufen wird, hat über Instagram die entscheidenden Kontakte hergestellt. „Ich habe mich einfach bei einer Organisation gemeldet, direkt einen eigenen Berater bekommen“, schwärmt der 1,80-Meter-Mann.

Im Zuge des Bewerbungsverfahrens wurde ein Fußball-Video nach Amerika geschickt, auf das jedes Collage in den USA Zugriff hatte. „Direkte Sichtungs-Trainings vor Ort sind leider aufgrund der Corona-Pandemie ausgefallen.“ Doch auch so hat der ehemalige Jugendspieler des MTV Isenbüttel ein Stipendium bekommen, ihm wird etwa 75 Prozent der Ausbildung finanziert. Ab Juli absolviert er sein Sports-Management-Studium in Iowa an der Clarke University und kann nebenbei unter den besten Bedingungen Fußball spielen. "Das Team sowie das Fußball-Programm selbst sind an dem Collage noch relativ jung. Sie haben das erst 2018 eingeführt und steigern sich jetzt von Season zu Season. Ich habe Bock auf die Aufgabe mit dem Team zu wachsen", sagt der Youngster.


Als gutes Beispiel, wie es klappen kann, nimmt sich Malkowsky seinen Kumpel Robin Thomalla. „Wir haben in der Jugend gemeinsam beim MTV Gifhorn gespielt. Robin hatte auch die Idee und sie nach seinem Abitur in die Tat umgesetzt. Er ist dort schon im zweiten Jahr“, berichtet die Nummer 31 der FSV.

Bevor die aufregende Reise im Juli startet, gilt es nach dem Abitur noch einige Vorbereitungen zu treffen. „Ich muss auf jeden Fall noch Sprachtests für die Uni machen.“ Für Malkowsky allerdings kein Problem: „Ich hatte in der Schule Englisch-Leistungskurs und bin daher fit.“ Dazu ein negativer Coronatest - und dann steht einer Einreise in die USA nichts mehr im Wege.

Spielerpass bleibt in Adenbüttel

Der FSV wünscht er „nur das Beste“, sein Spielerpass wird in Adenbüttel bleiben. Gehalten werden soll auch der Kontakt zum Verein und besonders zur Mannschaft. „Ich komme mit allen super klar und wenn ich mal hier im Lande bin, werde ich auf dem Sportplatz vorbeischauen und die Daumen drücken“, sagt der Rechtsverteidiger, der nun mindestens vier Jahre in Amerika leben wird - und wenn es mit der Profi-Karriere klappt, wohl noch länger.

"Der Sprung in die Profiliga ist natürlich schwer. Generell konzentriere ich mich darauf 120 Prozent zu geben und mich stark weiterzuentwickeln. Wenn ich in meinem letzten Jahr angekommen bin, hoffe ich auf Scouts oder wende mich an meinen Coach, der Scouts einladen könnte, wenn er davon überzeugt ist, dass ich den Sprung schaffe", sagt Malkowsky, der weiß: "Klar steht aber erstmal harte Arbeit und Studium an, bevor der Sprung wirklich realisierbar ist. Die Chance ist aber da - und die versuche ich zu ergreifen." Zu verlieren hat er schließlich nichts: "Falls das nicht klappt, habe ich mein Studium und vier Jahre Auslands- und Fremdsprachenerfahrung."