08. April 2020 / 10:37 Uhr

Abbruch der Tischtennis-Saison bringt Klarheit für Vereine in der Region

Abbruch der Tischtennis-Saison bringt Klarheit für Vereine in der Region

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Gerd Zeibig und Thomas Schneider
Die Oschatzer bleiben als Achter in der Landesliga. Hier Mannschaftsleiter Gerd Zeibig (links) im Doppel mit Thomas Schneider. © Gerhard Schlechte
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Nach dem durch die Corona-Krise herbeigeführten vorzeitigen Saisonabbruch werden aktuelle Tabellen in allen Tischtennis-Ligen gewertet. Der PSV Telekom Oschatz profitiert davon, Mörtitz nicht.

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Nordsachsen. Weil die Fortsetzung des Spielbetriebs wegen der Corona-Krise auf absehbare Zeit nicht möglich war, hat der Deutsche Tischtennis-Verband nach einer Telefonkonferenz mit seinen 18 Landesverbänden einen Cut gemacht und die Saison in allen Ligen von der Bundesliga bis zur Kreisklasse für beendet erklärt. Es sei wichtig, dass die Vereine sowohl für diese als auch für die kommende Spielzeit Planungssicherheit haben. Deshalb wurde entschieden, dass die aktuellen Tabellenstände überall als Abschlusstabellen gewertet werden.

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Konsequenz laut offizieller Mitteilung des DTTB: „Die in diesen Abschlusstabellen auf den Auf- und Abstiegsplätzen befindlichen Mannschaften steigen auf bzw. ab.“ Die Entscheidung über die Teams auf Relegationsplätzen wurde den Landesverbänden überlassen. Der Sächsische Verband STTV hat auch hier für klare Verhältnisse gesorgt und versicherte: „Alle Mannschaften, welche auf einem Relegations-Aufstiegsplatz in der Abschlusstabelle vom 13. März 2020 stehen, können in die nächsthöhere Spielklasse aufsteigen. Alle Mannschaften, welche auf einem Relegations-Abstiegsplatz stehen, können in der bisherigen Spielklasse verbleiben.“

Spieler versuchen sich individuell fit zu halten

Die höchstklassige Männermannschaft in Nordsachsen profitiert von dieser Regelung. Der PSV Telekom Oschatz landete in der Landesliga, Staffel 2, auf Rang acht und hätte voraussichtlich in die Relegation gemusst. Die entfällt nun und den Oschatzern wird der harte Kampf um den Klassenerhalt erspart. Der Aufsteiger bleibt drin und darf in seine zweite Landesliga-Saison gehen.

Der Mannschaftsleiter begrüßte die Entscheidung nicht nur wegen des nun gesicherten Klassenerhalts. „Natürlich sind wir erleichtert“, sagte Gerd Zeibig, „damit herrscht endlich Gewissheit in dieser schwierigen Zeit. Die restlichen Begegnungen und die eventuelle Relegation wären ohne jegliches Training auch für uns ein großes Problem gewesen.“ Seit dem 19. März ist das Oschatzer Tischtennis-Zentrum geschlossen, die Spieler versuchen sich unter schwierigen Bedingungen individuell fit zu halten.

Zeibig geht von Start im September aus

Der Landesliga-Neuling aus der Döllnitzstadt hatte nach einem gelungenen Start in die Spielzeit mit allerhand Widrigkeiten zu kämpfen. Vor allem die schwere Verletzung von Olaf Dathe im November des vergangenen Jahres bereitete Kapitän Gerd Schneider große Sorgen, trug doch der langfristige Ausfall des Routiniers zu einigen knappen und unglücklichen Niederlagen bei.

Nun hofft Zeibig, dass Dathe und seine Teamkollegen bald wieder an die Tische dürften, um sich auf die neue Saison vorbereiten zu können. Zeibig geht davon aus, dass der Start im September erfolgt. Dann wollen die Oschatzer mit dem gleichen Spielerstamm – Patrick Käseberg, Moritz Camen, Olaf Dathe, Thomas Missale, Gerd Zeibig und Thomas Schneider – möglichst nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben und einen besseren Tabellenplatz anpeilen als in der jetzt abgebrochenen Spielzeit.

„Beste Lösung für alle“

Spitzenspieler Patrick Käseberg, der mit 18:10 Siegen nach Moritz Camen (22:6) die beste Einzelbilanz der Oschatzer aufweist (beide überzeugten auch im Doppel, 6:5) kann mit dem Saisonabbruch ebenfalls gut leben. „Wir hatten uns mental schon auf die Relegation eingestellt, aber ich bin von dieser Entscheidung nicht wirklich überrascht“, erklärte der 30-Jährige, „denn so wie die Lage ist, gab es kaum Alternativen. Ich denke, das ist die beste Lösung für alle. Ohne Training wäre es sehr schwer gewesen, noch einmal in die Saison einzusteigen.“

Allerdings bedauert es Käseberg sehr, dass auch alle Ranglistenturniere abgesagt wurden und das Verbandspokalturnier, für das sich die Oschatzer erstmals qualifiziert hatten, ebenfalls entfallen muss.

Zusammen- und durchhalten

Natürlich hofft er, dass er bald wieder seinen Lieblingssport in der zugelassenen Spielstätte betreiben darf. Und da ist er nicht der einzige. Die Tischtennis-Abteilung des PSV Telekom Oschatz umfasst 85 Mitglieder, darunter sind 37 Kinder, 23 Jugendliche und zehn Frauen. Aber auch 35 Kraftsportler, die ihr Domizil im gleichen Objekt haben, sind von der Schließung betroffen. Für alle heißt es, jetzt zusammen- und durchzuhalten.

Im Folgenden noch eine Übersicht der nordsächsischen Tischtennis-Teams, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt und sich auf die Regionen Delitzsch/Eilenburg und Oschatz konzentriert: In der 1. Bezirksliga schloss der ESV Delitzsch die Saison als Fünfter in sicheren Gefilden ab, während der LSV Mörtitz als Zehnter und Vorletzter absteigen muss. Zum rettenden Relegationsplatz fehlten fünf Punkte. Es wäre auch sehr schwer geworden, den großen Rückstand in den abgesagten restlichen Partien noch aufzuholen.

Oschatz schafft als Sechster Klassenerhalt

In der 2. Bezirksliga, Staffel 2, muss der TSV Rackwitz mit Platz drei vorlieb nehmen, obwohl das Team gute Chancen hatte, bei nur zwei Zählern Rückstand noch auf Rang zwei vorzustoßen, der den Sprung in die 1. Bezirksliga bedeutete hätte.

In der Bezirksklasse, Staffel 1, landete der SV Wölkau auf einem guten dritten Platz, auch Rot-Weiß Dahlen bleibt als Siebenter in der Liga. Das gilt in Staffel 2 ebenfalls für den ESV Delitzsch II (Vierter) und das Oschatzer Reserveteam auf Rang sechs. Die Jugendmannschaft des PSV Telekom schaffte als Sechster der Bezirksliga-Platzierungsrunde den Klassenerhalt.

„Können jetzt planen“

Auch auf Kreisebene ist die Saison beendet. Oliver Klemm, Chef des Tischtennis-Kreisfachverbandes Nordsachsen, begrüßte die Entscheidungen auf höherer Ebene: „Wir können jetzt planen, werden demnächst mit den Vereinen über die Zusammensetzung der Ligen in der kommenden Saison reden und alle Details klären. Normalerweise steigt der Erste auf und der Letzte ab. Wir wissen aber noch nicht, ob beispielsweise Teams auf ihr Aufstiegsrecht verzichten.“

In der Kreisliga Ost steht der SV 1900 Audenhain ganz oben, die dritte Oschatzer Mannschaft kam auf Rang drei und die sechste auf Platz sieben ein. Die Kreisliga West führt der LSV Mörtitz II vor dem SV Wölkau II und dem TSV Rackwitz II an. Vierter ist Concordia Schenkenberg vor Lok Eilenburg, Delitzsch III, Mörtitz III und Eilenburg II. Auf dem Abstiegsplatz steht der SV Zwochau.


In der Kreisklasse West nimmt die dritte Mannschaft von Lok Eilenburg vor der SG Zschortau den Platz an der Sonne ein, in der Oststaffel liegt Rot-Weiß Dahlen II vor dem fünften Oschatzer Team vorn.