21. April 2020 / 12:41 Uhr

Offiziell: Saison der Handball-Bundesliga wegen Coronavirus abgebrochen - THW Kiel ist Meister

Offiziell: Saison der Handball-Bundesliga wegen Coronavirus abgebrochen - THW Kiel ist Meister

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die aktuelle Saison in der Handball-Bundesliga wurde am Dienstag offiziell abgebrochen.
Die aktuelle Saison in der Handball-Bundesliga wurde am Dienstag offiziell abgebrochen. © imago images/Noah Wedel
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Die Liga-Verantwortlichen der Handball-Bundesliga und die 36 Vereine der 1. und 2. Handball-Bundesliga haben sich in einer Videokonferenz am Dienstagmorgen auf einen Abbruch der Saison verständigt. Zum Meister wird der THW Kiel gekürt. Absteiger gibt es keine - dafür aber Härtefälle.

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Es ist offiziell: Die 54. Saison in der Handball-Bundesliga wird abgebrochen. Auf einer Videokonferenz am Dienstagmorgen mit den 36 Klubchefs der 1. und 2. Liga gaben sich die Verantwortlichen keinen Illusionen mehr hin. Mit großer Mehrheit wurde der Abbruch beschlossen. Das Präsidium der HBL entschied sich für eine Wertung anhand der Abbruchtabelle in Verbindung mit der Quotientenregel (Pluspunkte am 12. März 2020, dividiert durch Anzahl absolvierter Spiele mit 100 multipliziert und auf eine Stelle nach dem Komma gerundet. Bei gleichem Quotienten entscheidet die Tordifferenz). Als Tabellenführer mit dem höchsten höchsten Punktequotienten ist der THW Kiel damit erstmals seit 2015 zum 21. Mal als Deutscher Meister gekürt worden.

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„Wir hatten schon 90 Prozent Zustimmung heute für den Abbruch, ohne dass uns alle Rückmeldungen vorlagen. Diese Saison hatten die meisten Klubs für sich ohnehin abgehakt“, sagte Liga-Präsident Uwe Schwenker der Deutschen Presse-Agentur. Er fügte mit Blick auf die Meisterentscheidung hinzu: „Die Quotientenregelung ist von allen Szenarien die gerechteste Lösung.“

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Die weiteren internationalen Startplätze gehen an Vizemeister SG Flensburg-Handewitt, der wie Kiel in der Champions League starten wird, sowie SC Magdeburg, TSV Hannover-Burgdorf und die Rhein-Neckar Löwen (Euro League). Absteiger wird es keine geben. Stattdessen steigen zwei Teams - der HSC 2000 Coburg und TuSEM Essen - aus der 2. Liga auf, so dass die kommende Erstliga-Saison mit 20 Mannschaften bestritten wird. Wann wieder gespielt werden kann, ist aber noch unklar. „Im Moment ist der 31.8. der Fixpunkt, bis zu dem Großveranstaltungen verboten sind. Das ist ein gutes Datum für uns“, sagte Schwenker.

Härtefall bei den Füchsen Berlin: Kein Protest

Bei der Ermittlung der Abschlusstabelle gab es lediglich einen Härtefall. Wegen der Quotientenregelung rutschen die Füchse Berlin vom fünften auf den sechsten Platz ab und verpassen dadurch die Teilnahme am Europapokal. „Wir werden aber auf keinen Fall Protest einlegen gegen die Wertung. Es gibt keine gerechten Lösungen in dieser Situation. Dass es uns trifft, müssen wir sportlich akzeptieren“, sagte Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning der Deutschen Presse-Agentur.

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Insgesamt trifft der Abbruch die Liga hart. Die HBL rechnet mit Verlusten von rund 25 Millionen Euro. Auch aus diesem Grund war die Entscheidung lange aufgeschoben worden - zumal ein Saisonabbruch in den Statuten nicht vorgesehen war. Ursprünglich bestand die Hoffnung, die Saison spätestens ab dem 16. Mai fortzusetzen, um sie bis Ende Juni abzuschließen. Dieses Szenario ist nun hinfällig.

Geisterspiele wie im Fußball keine Option

Anders als im Fußball hätte es den Klubs aus finanzieller Sicht nicht viel gebracht, die Saison mit Geisterspielen zu Ende zu bringen. Dann wären die Partien zwar im TV zu sehen gewesen, allerdings macht das Fernsehgeld nur einen geringen Anteil im Budget der Vereine aus. Am meisten verdienen die Bundesligisten mit Ticketing und Sponsoring. Ersteres fällt bei Spielen ohne Zuschauer nahezu komplett weg, auch die Werbeeinnahmen hätten erheblich gelitten.