22. Mai 2020 / 19:13 Uhr

Abenteuer Sport – Leipziger Sportvereine erwachen aus Corona-Schlaf

Abenteuer Sport – Leipziger Sportvereine erwachen aus Corona-Schlaf

Kerstin Förster
Leipziger Volkszeitung
Buchholz 2
Unter Auflagen: Die Turnerinnen vom TuG Leipzig dürfen endlich wieder trainieren. © privat
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Das hält keinen Sportler auf: Hygienevorkehrungen, Einschränkungen, Übergangslösungen und Abstandsregeln. Diese nehmen die Leipziger Sportvereine und Sportler in Kauf. Denn es geht endlich geht es wieder los – das Vereinsleben blüht langsam auf.

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Leipzig. Ein Satz, der Felsbrocken vom Herzen fallen lässt: „Wir dürfen wieder loslegen“, heißt es auf der Homepage des Kick-Box-Vereins Leipzig. Seit Montag lädt das Domizil von Sascha Gräske (32) und seinen Mitstreitern in der Naumburger Straße 44 wieder zum Training ein. Freilich angepasst an die neuen Vorschriften. Heißt, dass die Räume abgeklebt und die Plätze fest zugeteilt sind, Abstandsregel versteht sich ebenso wie Hygieneplan.

„Wir sind froh, überhaupt wieder etwas machen zu können. Acht Wochen war nur Online-Training möglich. Auch wenn das gut ankam: Der Gesamtzustand hat teilweise genervt“, schildert Gräske, zugleich Landesverbandschef, die problematische Situation. Da es keine Außensportanlage gibt, fehlte auch dieser „Kick“. Der Vizeweltmeister im Pointfighting bis 74 kg kämpft um seine Mitglieder der Kickbox-Abteilung (280) und der Reitsport-Gruppe (180), die sich sehr solidarisch zeigen. Dennoch seien knapp 20 Leute abgesprungen.

Abwarten muss Wettkämpfer Gräske, denn bis zum 31. August finden keine Turniere oder Meisterschaften statt. Die EM im türkischen Antalya wurde von Oktober auf Dezember verschoben.

Sascha Gräske (Graeske) vom Kickbox-Verein Leipzig startet bei den Deutschen Meisterschaften im Kickboxen in der Gewichtsklasse 74 kg im Semikontakt. Im Bild: Im Kampf mit Marvin Dolgner aus Nordrhein-Westfalen.  Foto: Ines Christ
Immerhin kann Sascha Gräske wieder trainieren. Die Wettkämpfe müssen warten. © Ines Christ
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Stetig Fahrt nehmen die Hockey-Männer vom ATV auf. Nur kurz konnte das Team von Trainer Axel Thieme (51) den Kunstrasen auf der weitläufigen Anlage im Gerhard-Langner-Weg 1 nutzen, seit 11. Mai wird dort der alte Platz entsorgt. Doch mit Motto-Training (Autoreifen etwa) lässt sich dynamisch leben. Für den Teamgeist sprach am Männertag der Treff an der Vereinsgaststätte „Schnittstelle 1845“ auf ein, zwei Bierchen.

Durchstarten mit Vorkehrungen

Alles geprüft, viel besprochen und grünes Licht gegeben: Eine Woche nach den meisten Sporthallen öffnet am kommenden Montag auch die Turnhalle Leplaystraße 13. Zum Vor-Ort-Termin am Mittwoch waren Vertreter des Sportamtes und des Hauptnutzers TuG Leipzig im Objekt und nahmen das Hygienekonzept unter die Lupe.

„Es geht wieder los, wenn auch mit Übergangslösungen. So dürfen die Matten nur mit Strümpfen oder Turnschuhen betreten werden. Die Schaumstoffgrube und das Trampolin sind vorerst gesperrt“, berichtet Vizepräsident Andreas Rupp. Zum Neustart werden die Zweitliga-Turnerinnen, die Leistungsgymnastinnen und die Akrobaten-Leistungsklasse erwartet. Nach und nach greifen die Mädchen aus der Talentschule „Erika Zuchold“ und die Cheerleader ins Geschehen ein.

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Licht am Horizont sieht ebenso der Judoverein Leipzig-Stahmeln. Nach Abstimmung mit dem Sportamt dürfen zunächst die „Großen“ ab 3. Juni wieder in die Halle in der Georg-Schumann-Straße. „Wir stürzen uns in ein Abenteuer“, versinnbildlicht der Vorsitzende Uwe Riedel den unbekannten Faktor in der Kontaktsportart. Zahlreiche Vorkehrungen wurden getroffen. Auf den Matten sind Bereiche abgegrenzt. Jeweils zwei Judoka trainieren vorerst immer zusammen (nur Technik). Es herrscht Maskenpflicht. Wie gesagt: Ein Abenteuer.