28. September 2017 / 16:40 Uhr

Abgelehnte Mitgliedsanträge: Hannover 96 macht Schlichtungsangebot für Antragsteller

Abgelehnte Mitgliedsanträge: Hannover 96 macht Schlichtungsangebot für Antragsteller

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Er trat imaus eigenen Stücken zurück: Der Gesamtverein muss seit dem März ohne Martin Kind auskommen.
96-Clubchef Martin Kind. © dpa
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In das Zerwürfnis über die 119 abgelehnten Mitgliedsanträge kommt Bewegung. Hannover 96 macht den Antragsstellern, deren Mitgliedsgesuch abgelehnt wurde, ein Schlichtungsangebot. Sie können erneut einen Antrag stellen und auf Wunsch rückwirkend zum 1. Juli Mitglied werden. 

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Vom Ehrenrat und den Abteilungsleitern von Hannover 96 gibt es Rückendeckung für die Ablehnung von 119 Mitgliedsgesuchen. Die Ablehnung des Sammelantrags sei satzungsgemäß und nicht zu beanstanden gewesen, teilten die Gremien am Donnerstag über den Verein mit. Um allerdings "Missverständnisse und Probleme bezüglich der Ablehnung" auszuräumen, macht der Verein ein Schlichtungsangebot an die abgelehnten Mitgliedsinteressenten. Sie können ihre Anträge einzeln nochmal neu stellen.

Stimmt der Abteilungsleiter dem Mitgliedsgesuch zu, dann werde "zugesichert", dass die Mitgliedschaft anerkannt und eingetragen wird - dies auf Wunsch sogar rückwirkend zum 1. Juli. In diesem Fall soll es nachträglich einen Rabatt auf die bereits vor Saisonbeginn erworbene Dauerkarte geben.

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Die Ablehnung von 119 Mitgliedsanträge für die Abteilung "Tradition", die von der Fanbewegung "IG Rote Kurve" beim Aufstiegsspiel in Sandhausen gesammelt worden war, hatte ein bundesweites Presseecho ausgelöst. Kritiker vermuteten, dass der 96-Vorstand damit verhindern wollte, dass Gegner von Clubchef Martin Kind in den Verein kämen und so dessen Übernahmepläne verhindern könnten.

Kind hatte lediglich die Ablehnung der 119 Mitgliedsanträge bestätigt, jedoch nie einen Grund hierfür genannt. Die Antragssteller erhielten eine kurze Mitteilung, dass ihr Mitgliedsgesuch abgelehnt wurde - ebenfalls ohne Begründung.

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Dass der Ehrenrat, der im Verein die Rolle eines Schiedsgerichts wahrnimmt, die Ablehnung des Mitgliedsanträge als satzungsgemäß bezeichnet hat, hatte der 96-Vorstand bereits in einer Stellungsnahme im August behauptet. Dies konnte er allerdings nie mit einem Schriftstück belegen. Die Interessensgemeinschaft IG Pro Verein warf dem Vorstand daraufhin Täuschung vor und kritisierte, dass dieser den Ehrenrat nicht ausreichend informiert habe.