30. November 2021 / 16:12 Uhr

Abgesagt: Keine Fußball-Landes- und Bezirksliga-Spiele mehr in diesem Jahr

Abgesagt: Keine Fußball-Landes- und Bezirksliga-Spiele mehr in diesem Jahr

Benno Seelhöfer und Jürgen Braun
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Hat der NFV mit seinen Reformplänen zu den niedersächsischen Altherrenfußball-Meisterschaften ein Eigentor geschossen?
Abgesagt: In diesem Jahr finden in den Landes- und Bezirksligen der Männer und Frauen keine Spiele mehr statt. © dpa/Montage
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Der NFV-Bezirk Braunschweig hat angesichts bundes- und landesweit steigender Corona-Zahlen reagiert und die restlichen Spieltage für dieses Jahr in den Landes und Bezirksligen der Frauen und Männer abgesetzt.

Die Corona-Zahlen in Deutschland und Niedersachsen schießen in die Höhe, ab Mittwoch gilt landesweit ohnehin in geschlossenen öffentlichen Räumen 2G-Plus - und jetzt zieht auch der NFV-Bezirk Braunschweig die Reißleine und sagt alle Spiele der Landes- und Bezirksligen im Männer- und Frauen-Bereich in diesem Jahr ab.

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"Aufgrund der stark steigenden Corona-Zahlen und der schlechten Witterung (Platzverhältnisse) hat sich der Bezirksspielausschuss dazu entschlossen, die für 2021 noch angesetzten Spiele im Herren- und Frauenbereich abzusetzen", heißt es in einer Mitteilung des Verbandes. "Wir empfehlen von der Austragung von Freundschaftsspielen und Hallenturnieren abzusehen."

Mehr heimischer Sport

Willi Feer, Trainer des besten heimischen Teams auf Bezirks-Ebene, Landesliga-Spitzenreiter SSV Vorsfelde, sagte: "Das lief darauf hinaus. Die Inzidenz-Zahlen sind groß, die Gefahr auch. Gesundheit geht vor. Und so schade es vielleicht auch für uns Sportler ist", so sei es aus seiner Sicht doch vernünftig. Und: "Alle müssen sich einschränken, wenn wir dennoch weiter Fußballspielen würden, würde das irgendwie nicht zusammenpassen."

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In der Brust von Rouven Lütke, Trainer des Landesligisten MTV Isenbüttel, schlagen zwei Herzen. "Einerseits ist es für uns sportlich blöd, wir wären in den letzten zwei Spielen gut aufgestellt gewesen, hätten sicher noch gut gepunktet." Doch der Coach betont auch: "Es ist natürlich schwierig, Spiele jetzt noch durchzuführen - und es geht auch nur um Fußball bei uns. Deshalb macht das Weiterspielen unter den jetzigen Voraussetzungen auch keinen Sinn mehr. Es geht nicht nur um Symbol-Charakter, sondern auch um die Gesundheit."

Tino Gewinner, Spielertrainer des Bezirksligisten SV Gifhorn (Meisterrunde), findet: "Das ist erst mal aufgrund des Infektionsgeschehens die richtige Entscheidung." Hinzu kommt: "Wenn 2G auf dem Platz gilt, und beispielsweise fünf Spieler nicht mitspielen dürfen, ist das schon eine Art Wettbewerbsverzerrung. Und nur 2G-Plus in den Kabinen - das ist ja bei diesen Temperaturen unmöglich." Außerdem sei 2G-Plus auch im normalen Trainingsbetrieb schwierig umzusetzen: "Mich dreimal die Woche testen zu lassen, ist für mich als Doppelt-Geimpfter einfach zu viel."

Das sieht Sebastian Ludwig, Trainer des MTV Gamsen (Bezirksliga-Abstiegsrunde), ähnlich. "Für mich ist es auch die richtige Entscheidung. Wir hätten nicht nur im Training Probleme bekommen, sondern es wäre auch schwer geworden, eine Mannschaft auf den Platz zu bekommen. Ich war schon selbst kurz davor, meine Schuhe zu putzen. Das können wir nicht auffangen", sagt der Coach über die 2G- beziehungsweise 2G-Plus-Regelung an Sportplätzen und in den Kabinen. "Aber auch wenn alle Spieler geimpft wären, finde ich, dass es die richtige Entscheidung ist. Die 2G-Regleung ist ein riesiger Aufwand, das kann der Amateur-Fußball nicht stemmen."

Wann die Spiele nachgeholt werden, steht allerdings noch nicht fest, darüber will der NFV-Bezirk Anfang des Jahres informieren.