14. Oktober 2013 / 12:39 Uhr

Ablösesummen im Amateurfußball – so regeln es die Verbände, so läuft es wirklich

Ablösesummen im Amateurfußball – so regeln es die Verbände, so läuft es wirklich

Sönke Gorgos
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ein leidiges, aber oft existentiell wichtiges Thema: Ablösesummen im Amateurbereich.
Ein leidiges, aber oft existentiell wichtiges Thema: Ablösesummen im Amateurbereich. © Wolfgang Maxwitat
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Ein Wechsel trotz laufenden Vertrags kann auch in den unteren Ligen richtig teuer werden. Wer was zahlen muss, und welche Ausnahmen es gibt, erklären wir hier.

Wer kennt es nicht: Man möchte zu einem anderen Verein wechseln, aber der aktuelle Klub möchte einen nicht ziehen lassen. Was es im Profifußball zur Genüge gibt, ist auch im Amateurfußball keineswegs unbekannt. Auch hier müssen Vereine für ihre Wunschspieler immer häufiger (und tiefer) in die Taschen greifen.

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Das Problem: Seid Ihr bei einem Verein unter Vertrag und möchtet diesen vorzeitig verlassen, muss euer neuer Klub eine vom Verband festgelegte Entschädigung zahlen, um Euch aus Eurem Vertrag "rauszukaufen". Diese sind von Liga zu Liga anders festgelegt. Am Beispiel des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes (SHFV) hat der Sportbuzzer eine Auflistung gewagt:

Folgende Ablösesummen sind festgelegt:

Ab der 9. Spielklasse: 250 Euro
Kreisklasse A: 500 Euro
Kreisliga: 750 Euro
Verbandsliga:* 1500 Euro*
Schleswig-Holstein-Liga: 2500 Euro
Regionalliga: 3750 Euro

Wenn der Transfer zu einer klassenhöheren (oder -niederen) Mannschaft erfolgt, wird stets der Mittelwert der beiden Ligen errechnet.

Drei Zusatzklauseln besagen:


  1. Ist der wechselnde Spieler zwischen 17 und 21 Jahren alt und hat die letzten drei Kalenderjahre beim abgebenden Verein gespielt, so erhöht sich der jeweilige Betrag um 50 Prozent.
  1. Hatte der neue Verein in der vergangenen Spielzeit keine A-, B- oder C-Junioren-Mannschaft im Spielbetrieb, dann erhöht sich der Beitrag ebenfalls um 50 Prozent.
  2. Der Betrag reduziert sich dagegen um 50 Prozent, wenn der Spieler erst 18 Monate (oder weniger) beim abgebenden Verein spielte.

Können sich Vereine auf einen Transfer ohne derartige Entschädigungen einigen (was in der Regel der Fall ist), dann wechselt der Spieler ablösefrei. Das ist sowieso der Fall, wenn ein Vertrag ausgelaufen ist. Transfers sind generell nur innerhalb von zwei Wechselperioden möglich.

Wechselperiode 1: 01.07. bis 31.08.
Wechselperiode 2: 01.01. bis 31.01.

Der Herrenspielausschuss-Vorsitzende des SHFV, Klaus Schneider, erklärte auf Sportbuzzer-Anfrage: "Das handhaben die Vereine ganz unterschiedlich. Ich kenne Klubs, die reizen die Entschädigungszahlungen jedes Mal komplett aus. Es gibt allerdings auch Vereine, die sich äußerst gesprächsbereit zeigen und den Spielern keine Steine in den Weg legen wollen."

Beispiel: Wechselt ein vertraglich gebundener Spieler vom ATSV Stockelsdorf (Kreisliga) zum Oldenburger SV (Verbandsliga), werden bei fehlender Zustimmung 1500 Euro für die Oldenburger fällig. Geht's in die andere Richtung, sind es "nur" 750 Euro.

Wie Eure Vereine zu der Thematik stehen, solltet Ihr bei einem geplanten Vereinswechsel aller Paragraphenreiterei zum Trotz dringend in Erfahrung bringen, sonst droht eine böse Überraschung.

Ihr habt schon einmal richtig Ärger bei einem Wechsel gehabt oder habt eine dringende Frage? Dann kommentiert bitte diesen Beitrag!