21. April 2018 / 18:35 Uhr

Abpfiff für Werders U 23

Abpfiff für Werders U 23

Stefan Freye
Weser-Kurier
Torhüter, Torwart Eric Oelschlägel (SV Werder Bremen II, 43) beim Abwurf, am Ball, Freisteller, Einzelbild, Aktion, Action, Spielszene
Erwischte gegen Jena einen gebrauchten Tag: Werder-Torhüter Eric Oelschlägel. © hansepixx
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Ein 2:4 gegen Jena mit einem verrückten Torwarttreffer besiegelt den Bremer Abstieg

Mehr zur 3. Liga

Das Wetter jedenfalls war dann zur Abwechslung mal gut. Nachdem Platz 11 in den vergangenen Monaten regelmäßig Fußballspiele im trüben Grau, Nieselregen oder Dunkelheit erlebt hatte, strahlte am Samstagnachmittag die Sonne über dem kleinen Stadion in der Pauliner Marsch. Weniger schön war das Spiel. Denn Werders U 23 steht nach dem 2:4 (2:0) gegen den FC Carl Zeiss Jena endgültig als Absteiger der 3. Liga fest.

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Sie hatte eine ordentliche erste Halbzeit und eine ziemlich schwache zweite Hälfte abgeliefert, und insofern blieb sich die junge Bremer Elf im Gegensatz zum Wetter einigermaßen treu. „Wir schenken dieses Spiel so leichtfertig her“, stellte Marc-André Kruska mit einem Kopfschütteln fest. Jo Coppens wunderte sich auch. Aber der Jenaer Keeper hatte deutlich bessere Laune als der Mittelfeldspieler der Bremer. Aber Coppens wusste eben nicht so genau, wie er mit der Szene kurz nach der Pause umgehen sollte. „Das ist ein komisches Gefühl“, meinte der Schlussmann. Denn Torhüter schießen nun mal selten ein Tor – und so eines wie Jo Coppens schießen sie so gut wie nie.

Rund 25 Meter vor dem eigenen Gehäuse hatte der Belgier den Ball einfach nach vorn schlagen wollen. Rund 25 Meter vor dem Bremer Tor war die Kugel dann aufgesprungen – und damit offenbar zu einer unlösbaren Aufgabe für Coppens' Kollegen geworden. Werder-Keeper Eric Oelschlägel zeigte sich jedenfalls überrascht und ließ den „Schuss“ über seinen Kopf hinweg passieren. Der Ausgleichstreffer entsprang damit einem klaren Torwartfehler, zugleich markierte er endgültig die Wende in dieser Partie. Denn nach dem 2:2 spielte nur noch eine Mannschaft: Sie trug das Trikot des FC Carl Zeiss Jena.

Es war schon bedrückend zu sehen, wie geschockt die Bremer auf den ungewöhnlichen Treffer reagieren: Die U 23 bekam nun keinen Zugriff mehr auf die Partie, sie reagierte nur noch. Und kam regelmäßig zu spät. Mit einem unglücklichen Gegentor allein ließ sich der Leistungsabfall nicht erklären. Schließlich entsprang nicht nur das Tor des Torwarts einem Fehler auf Bremer Seite. Auch die anderen drei Treffer fielen unter freundlicher Mithilfe der U 23.

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Es mangelt an Konstanz – mal wieder

Bereits der fulminante Fernschuss von Manfred Starke zum 1:2 war auf einen Ballverlust von Marc-André Kruska gefolgt. Die späteren Tore unterstrichen sogar, dass der Bremer Talentschuppen die Liga auch mangels Qualität verlassen muss. Vor Jenas Führung durfte Maximilian Wolfram den Ball in der eigenen Hälfte annehmen, unbehelligt durchs Mittelfeld spazieren, einen Doppelpass spielen und Timmy Thiele steil in den Strafraum schicken. Weil Jesper Verlaat zu spät kam gegen den Ex-Bremer, schloss dieser schließlich zum 3:2 ab.

Das letzte Tor des Tages fiel schließlich nach einem weiten Pass von Coppens, den Florian Dietz vor Marc Pfitzner in den Strafraum verlängerte, wo ihn Wolfram volley – und vor Thore Jacobsen – zum 4:2 für die Gäste verwandelte. „Wir waren in der zweiten Halbzeit zu passiv und haben uns den Schneid abkaufen lassen“, fasste Sven Hübscher die Niederlage zusammen.

Der Trainer will nun „weiter trainieren, dass wir stabil über 90 Minuten antreten“. Seine Mannschaft hatte ja auch nicht zum ersten Mal ein Spiel aus der Hand geben, weil sie nach der Pause nicht mehr anknüpfen konnte an die Leistung aus der ersten Halbzeit. Ganz im Gegenteil: Wäre die U 23 diese Saison mit mehr Konstanz angetreten, hätte sie wohl kaum etwas mit dem Abstieg zu tun gehabt.

Im ersten Durchgang hatten die Bremer dabei zweifellos von einem Gegner profitiert, der angesichts einer Platzierung im gesicherten Mittelfeld nicht mehr mit dem letzten Einsatz angetreten war. Aber sie hatten auch relativ sicher gestanden und waren für ihre Verhältnisse ziemlich effektiv angetreten. Insgesamt vier Mal hatten die Werderaner ihren Kapitän Rafael Kazior in Kopfballposition gebracht, zwei dieser Chancen nutzte er zur 2:0-Führung. Zu diesem Zeitpunkt erwartete niemand, dass dem FC Carl Zeiss noch der erste Auswärtssieg seit dem August 2017 gelingen würde.

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