29. März 2017 / 17:42 Uhr

Absage beim FC Bayern wegen Uli Hoeneß? Philipp Lahm begründet Karriereende

Absage beim FC Bayern wegen Uli Hoeneß? Philipp Lahm begründet Karriereende

Sönke Gorgos
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Philipp Lahm sagte als Sportdirektor beim FC Bayern an - weil Uli Hoeneß noch zu mächtig ist?
Philipp Lahm sagte als Sportdirektor beim FC Bayern an - weil Uli Hoeneß noch zu mächtig ist? © imago
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Der Kapitän schlug beim Rekordmeister den Posten als Sportdirektor aus und hört am Saisonende auf - jetzt äußert er sich in einem Interview zu den Gründen.

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Es war ein Schock, auch für das Selbstwertgefühl des großen FC Bayern: Klublegende Philipp Lahm schlug das Angebot der Münchner aus, neuer Sportdirektor des Rekordmeisters zu werden. Der 33-Jährige beendet seine Karriere zum Saisonende - nach 15 Jahren in Rot-Weiß. Mit den Bayern gewann er sieben Deutsche Meisterschaften, sechs DFB-Pokal-Siege und den Champions-League-Titel in einer einzigartigen Karriere. Doch warum hört er auf? Erstmals nach der Rücktrittsankündigung hat der Verteidiger sich in einem ausführlichen Interview geäußert - im Magazin stern.

Darin hat der 113-malige Nationalspieler auch Stellung dazu genommen, warum er nicht Sportchef wird. Erstaunlich direkt macht er dafür Bayerns mächtigen Präsidenten verantwortlich. "Ich glaube, dass Uli Hoeneß noch zu tatkräftig ist, um loszulassen. Zu jung. Er will die Dinge selbst beeinflussen." Deutliche Aussagen, auch wenn der Kapitän noch hinterherschob: "Das ist auch sein gutes Recht, er ist Aufsichtsratsvorsitzender und hat Unglaubliches für den Klub geleistet."

Die große Karriere des Philipp Lahm in Bildern

Wir blicken in einer Bildergalerie auf die Meilensteine der Karriere von Philipp Lahm, der seine Karriere im Sommer 2017 beendete. Was sein Ex-Trainer Pep Guardiola über ihn sagte, gleicht einer Liebeserklärung: Er ist eine absolute Legende und der intelligenteste Spieler, den ich je in meiner Karriere erlebt habe. Zur Galerie
Wir blicken in einer Bildergalerie auf die Meilensteine der Karriere von Philipp Lahm, der seine Karriere im Sommer 2017 beendete. Was sein Ex-Trainer Pep Guardiola über ihn sagte, gleicht einer Liebeserklärung: "Er ist eine absolute Legende und der intelligenteste Spieler, den ich je in meiner Karriere erlebt habe." ©

Lahm hoffte auf Platz im Bayern-Vorstand

Besonders der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge hatte sich für Lahm als Sportchef stark gemacht. Vielsagend erklärte Lahm, der Deutschland 2014 zum WM-Titel führte: "Generell kann man nur Dinge rund um die Mannschaft beeinflussen, wenn man die Verantwortung hat." Lahm hatte angeblich auf einen Platz im Bayern-Vorstand gehofft, die Bayern waren aber nur bereit, ihm den Job des Sportdirektors ohne Platz im Vorstand anzubieten. Ein Affront.

Lahm-Rücktritt: Viele Fragen - hier sind die Antworten

Nach seinem Karriereende im Sommer will sich Lahm zunächst einer Fußballpause widmen. Aber wer ersetzt die große Lücke, die durch die Abgänge von Lahm und Xabi Alonso entstehen? Beide Weltmeister hören nach Saisonende auf. Ersatz hat Lahm schon ausgemacht: Manuel Neuer und Thomas Müller, die beide seit vielen Jahren für die Bayern am Ball sind. Lahm: "Einen Spieler zu holen und zu sagen, der trägt jetzt diese Elf und hält alles zusammen, das funktioniert nicht. Mit dem Verein groß zu werden, an ihm und mit ihm zu wachsen, das ist das Wichtigste", sagte er dem stern.

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Seine eigene Karriere habe er "ausgereizt", sagte Lahm. Er sei nicht mehr in der Lage, "Situationen auf dem Feld zu lösen" - zumindest nicht mehr "in der Regelmäßigkeit, wie ich das früher getan habe." Der Schritt, die Laufbahn so zu beenden, sei deshalb folgerichtig. Lahm spielt seit 1995 für die Bayern, war zwischendurch von 2003 bis 2005 an den VfB Stuttgart verliehen.

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