12. März 2020 / 11:03 Uhr

Absage statt Geisterspiel: Unbespielbarer Platz verschafft 1. FC Lok Leipzig Zwangspause

Absage statt Geisterspiel: Unbespielbarer Platz verschafft 1. FC Lok Leipzig Zwangspause

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
Der unbespielbare Platz im Bruno-Plache-Stadion am Vormittag des 12. März 2020.
Der unbespielbare Platz im Bruno-Plache-Stadion am Vormittag des 12. März 2020. © André Kempner
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Die für den Freitagabend geplante Regionalliga-Partie zwischen dem 1. FC Lok Leipzig und dem BFC Dynamo ist abgesagt. Grund ist nicht die Vorsorge in Sachen Corona sondern der Zustand des Rasens im Stadion der Blau-Gelben.

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Leipzig. „Wir leben davon. Man hat uns jetzt mit dieser Entscheidung bis auf Weiteres die Existenzgrundlage entzogen.“ Das waren die Worte von Thomas Löwe, dem Präsidenten des 1. FC Lok Leipzig, nachdem der Freistaat Sachsen am Mittwoch wegen des grassierenden Cotonavirus per Erlass Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern bis auf weiteres verbindlich abgesagt hatte. Schon da war klar: Die für den Freitagabend angesetzte Regionalliga-Partie zwischen den Probstheidaern und dem BFC Dynamo würde von dieser Anordnung betroffen sein.

NOFV sieht Verantwortung bei den Vereinen

Um eine Austragung ohne Zuschauer - wie zum Beispiel am Samstag in der kompletten Bundesliga der Fall - kommt der Regionalligist aber erst einmal herum. Denn wir durch ein Wunder teilte wurde die Begegnung am Donnerstagvormittag nach einer Platzbegehung abgesagt, wegen Unbespielbarkeit des Rasens im Bruno-Plache-Stadion. "Der Platz ist an vielen Stellen aufgeweicht, teils mit Pfützen versehen und kann daher auch nicht mit entsprechender Technik befahren und für das Spiel präpariert werden", teilte Lok per Mail mit. Auf aktuellen Fotos des SPORTBUZZER vom Donnerstag sind allerdings keine Pfützen auf dem Grün zu sehen.

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Ob die Verantwortlichen der Blau-Gelben mit ihrem Vorgehen das Problem der wegfallenden Zuschauereinnahmen nur verschieben oder tatsächlich lösen, ist aktuell unklar. Der Erlass des Freistaates Sachsen gilt auf unbestimmte Zeit. Dass sich das Thema Corona in ein bis zwei Wochen erledigt hat, scheint aus aktueller Sicht unwahrscheinlich. Auch eine ligaweite Regelung ist derzeit nicht in Sicht. Der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) gab am Donnerstag Hinweise für den Spielbetrieb in Zeiten von Corona heraus. Darin heißt es: "Entscheidungen zum Spielbetrieb richten sich konsequent nach den zuständigen behördlichen verbindlichen Anordnungen. Die Vereine sind verpflichtet, den NOFV über die behördlichen Anordnungen unter Beifügung dieser zu informieren. Die Vereine sind als Veranstalter der Spiele verpflichtet, die Festlegungen dieser Anordnungen vollumfänglich umzusetzen." Im Klartext bedeutet das: Der NOFV "drückt" sich um eine generelle Lösung, tritt die Verantwortung an die Vereine ab.

Beim 1. FC Lok sieht man das kritisch. Thomas Löwe sagte bereits am Mittwoch, er wünsche sich eine Pause einzulegen und „dann die Saison zu verlängern“. Einen Saisonabbruch, wie zum Beispiel im Eishockey geschehen, halte er dagegen für unrealistisch.

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