18. Februar 2021 / 12:49 Uhr

Abschied auf Zeit: René Steinhauer wechselt von der Kreisober- in die Landesliga

Abschied auf Zeit: René Steinhauer wechselt von der Kreisober- in die Landesliga

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
René Steinhauer wechselt in die Landesliga.
René Steinhauer wechselt in die Landesliga. © Marius Böttcher
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Landesliga Nord: Der 22-jährige Linksfuß verlässt seinen Heimatverein Blumenthal/Grabow in Richtung Eintracht Alt Ruppin.

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Am Mittwoch informierte der Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB), dass der Spielbetrieb bis einschließlich 28. März 2021 ruhen wird. Trotz der Zwangspause wegen der anhalten Corona-Pandemie ist man beim SV Eintracht Alt Ruppin keinesfalls untätig. Der Landesliga-Nord-Vertreter griff bereits zum dritten Mal in dieser Saisonunterbrechung seine Fühler aus und sichert sich die Dienste von René Steinhauer. Zuvor sagten schon Steven Wolter (von Union Neuruppin) und Nico Wolf (aus Wildberg) zu.

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Der 22-jährige Steinhauer wechselt vom Kreisoberligisten SV Blumenthal/Grabow ins Waldstadion und wird die Eintracht noch in dieser Spielzeit – sofern diese ihre Fortsetzung finden sollte – verstärken. Dies war zunächst unklar, entschied sich der talentierte Linksfuß doch erst nach der Wechselperiode für die neue Herausforderung.

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„Wir haben eine Rückmeldung von Oliver Giese von der Passstelle des FLB in Cottbus erhalten“, verrät Frank Neumann, Sportlicher Leiter in Alt Ruppin. Demnach müssen sechs Monate seit der letzten Partie vergangen sein, ehe der Spieler beim neuen Verein zum Einsatz kommen darf. Am 1. November 2020, beim 4:2-Heimerfolg gegen Hertha Karstädt, kickte René Steinhauer letztmals für seinen Heimatverein. Somit darf er am 1. Mai 2021 seine Premiere im Eintracht-Trikot feiern. „Wegen der Unterbrechung sollte das in Ordnung sein, einige Spiele kann er dann noch machen“, frohlockt Frank Neumann.

Auch der Neuzugang selbst ist froh, dass er bei einer Weiterführung erste Eindrücke sammeln kann: „So kann ich meine neuen Mitspieler und den Verein besser kennenlernen. Vorausgesetzt natürlich, dass es tatsächlich noch einige Spiele geben wird.“ Der Kontakt zur Alt Ruppiner Eintracht sei nicht neu, schon eine ganze Weile baggerte der Kreismeister von 2018 an dem technisch versierten Linksfuß, welcher in der Saison 2017/18 sogar Brandenburgliga-Erfahrung beim MSV Neuruppin sammelte. „Der Aufwand wurde aber zu groß, als ich eine Ausbildung begonnen habe“, erinnert sich Steinhauer.


Berufsschule mit Training gut zu verbinden

In Grabow reifte er unter Trainer Ralf Lengert in den letzten Jahren zu einem echten Leistungsträger, weckte bei mehreren höherklassigen Vereinen Begierde und will sein Glück nun nochmal zwei Etagen höher probieren. „Der Abschied fällt mir wirklich extrem schwer, ich habe lange mit gerungen und wenn es nicht klappt, dann kann ich auch immer wieder zurückkehren. Aber ich will es mir selbst beweisen und freue mich, künftig in der Landesliga spielen zu dürfen.“ Drei Trainingseinheiten pro Woche seien zwar fordernd, sollten aber machbar sein, erklärt Steinhauer, der in anderthalb Jahren mit seiner Erzieher-Ausbildung fertig sein möchte: „Am Montag und Dienstag bin ich eh immer in der Berufsschule in Lindow, sogar zusammen mit meinem baldigen Mitspieler Ramon Schulz. Da kann ich das mit dem Training perfekt verbinden.“

Beim SV Blumenthal/Grabow wurde er meist in der Offensive eingesetzt, dort fühlt sich René Steinhauer auch selbst am wohlsten: „Ich spiele am liebsten im Mittelfeld, finde mich aber mit jeder Position ab. Mir ist es wichtig, dass ich viele Minuten auf dem Feld stehe, Erfahrungen sammle und eine Weiterentwicklung erkennbar ist. Ich hoffe, dass ich mit dieser Entscheidung den richtigen Weg einschlage.“ Seinen älteren Bruder Rico, der in der Oberliga Nord für Blau-Weiß 90 Berlin kickt und lange Jahre in der Regionalliga für den BFC Dynamo und die VSG Altglienicke spielte, will er übrigens nicht ins Waldstadion locken: „Irgendwann wollen wir nochmal in Grabow zusammen spielen, das hat aber noch ein paar Jahre Zeit.“

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Bis es soweit ist, legt René Steinhauer den Fokus auf die Eintracht aus dem Waldstadion. Was auch seinen neuen Trainer freut. „Ich probiere schon zweieinhalb Jahre, den Jungen nach Alt Ruppin zu locken“, verrät Daniel Kraatz, „ich bin froh, dass wir wieder einen Jungen aus der Region für uns gewinnen konnten. René ist taktisch gut ausgebildet und auch menschlich wohlerzogen“. Es ist auch die Flexibilität, die Kraatz begeistert: „Mal schauen, welche Position sich für René ergibt. Er kann eigentlich alles spielen.“

Dass es nur ein Abschied auf Zeit ist, betont René Steinhauer deutlich: „Mit dem Herzen bleibe ich beim SV Blumenthal/Grabow.“ Und wenn es die Zeit zulässt, will er auch die B-Junioren des Vereins weiterhin unterstützen. Diese trainiert er nämlich gemeinsam mit Papa Holger, der hinter seinem Sohnemann steht – ob in der Heimat oder in Alt Ruppin.