05. Mai 2018 / 06:10 Uhr

Abschied nach 19 Jahren: Hansa-Rostock-Urgestein verlässt die Kogge

Abschied nach 19 Jahren: Hansa-Rostock-Urgestein verlässt die Kogge

Kai Rehberg
Ostsee-Zeitung
Winter 2013: Zur Halbserie kam Tommy Grupe nach seinem Intermezzo bei Preußen Münster zurück an die alte Wirkungsstätte und läuft immer noch für die Kogge auf.
Tommy Grupe wird heute im Ostseestadion verabschiedet. © Archiv
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Der Rostocker Tommy Grupe hat keine Perspektive mehr bei seinem Heimatverein.

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Hansas vereinstreuester Profi nimmt Abschied. Und das mit schwerem Herzen. Nach 19 Jahren ist das Kapitel beim Rostocker Klub für Tommy Grupe vorbei. „Die 20 hätte ich gern vollgemacht, doch dazu kommt es leider nicht“, bedauert der Defensivmann, dessen Vertrag nicht verlängert wird. Heute, vor dem letzten Saison-Heimspiel gegen Halle (13.30 Uhr), wird er verabschiedet. „Da wird man wehmütig. Ich bin schon etwas traurig, da geht einiges verloren“, sagt Grupe. Emotional ist es für den 26-Jährigen ein schwieriger Tag.

Als kleiner Knirps war er 1999 vom FSV Kritzmow zu Hansas F-Jugend gekommen – und blieb dem Verein bis auf eine kurze Unterbrechung bis heute treu. Hier wurde er 2010 deutscher A-Jugend-Meister, stand ein Jahr später im DFB-Pokalfinale und schaffte den Sprung in diverse DFB-Junioren-Nationalteams. Dort kickte er mit den späteren Weltmeistern Mario Götze und Shkodran Mustafi oder den Top-Torhütern André ter Stegen und Bernd Leno zusammen. „Für mich gab’s nur Hansa. Als Rostocker Junge war es für mich immer eine Ehre, für den Verein und die Fans zu spielen, gerade im Ostseestadion“, meint der Abwehrspieler.

Einen Ausflug wagte er aber doch mal: Von Juli bis Dezember 2012 versuchte sich Grupe bei Preußen Münster. Doch glücklich wurde er dort nicht. Sein Trainer damals war der gleiche wie jetzt in Rostock: Pavel Dotchev. Irgendwie hat es beide Male nicht richtig gepasst. „Er war in Münster sehr unglücklich, weil er wenig Chancen hatte, auf der Sechser-Position zu spielen. Er hatte drei Leute vor sich“, erinnert sich Dotchev. „Deswegen war es für ihn das Beste, dass er wieder zurückgeht. Es war eine sportliche und rein menschliche Entscheidung.“

Der Rostocker Tommy Grupe verlässt seinen Heimatverein.

Geschafft aber glücklich: FC Hansa-Kapitän Tommy Grupe nimmt 2008 bei einem Turnier für seine Siegermannschaft den Glaspokal entgegen. Zur Galerie
Geschafft aber glücklich: FC Hansa-Kapitän Tommy Grupe nimmt 2008 bei einem Turnier für seine Siegermannschaft den Glaspokal entgegen. ©
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Auch seit Dotchevs Amtsantritt in Rostock vor dieser Saison spielte Grupe nur eine Nebenrolle. 135 Einsatzminuten in 12 Spielen – nie in der Startelf. „Wir haben halt gute Leute, und der Trainer hat auf andere gesetzt“, konstatiert der gebürtige Rostocker, der nach seinem zweiten Kreuzbandriss gerade wieder durchstarten wollte. Kleinere Verletzungen bremsten ihn, während Neuzugänge wie Bryan Henning oder Willi Evseev mit hohem Tempo an ihm vorbeizogen.

„Und wir werden ja noch ein paar Neue dazuholen“, erklärt Dotchev. „Tommy ist sehr zuverlässig und ein beliebter Spieler. Aber es geht auch darum, die Mannschaft auf möglichst vielen Positionen zu verstärken – und deswegen musste er leider auch weichen.“ In seinem Fall hat sich Hansas sportliche Leitung kurzfristig noch einmal umentschieden. Ursprünglich sollte Grupe bleiben. Doch nach dem miserablen März und dem Aus im Aufstiegsrennen setzten Dotchev und Sportchef Markus Thiele Mitte April den Schnitt im Team doch tiefer an als geplant. Auch Tommy Grupe muss nun gehen. Die Enttäuschung darüber ist ihm anzumerken.

Für den Profi heißt es nun: Sachen packen und sich neu orientieren. „Mein Berater und ich schauen in der 3. Liga und bei ambitionierten Regionalligisten. Einige Angebote haben wir schon. Leider nicht in der Nähe, wahrscheinlich wird es doch weiter weg gehen.“Ende des Monats will Grupe, der Ende 2017 Vater von Söhnchen Matti geworden ist, aber noch seine Ann-Katrin heiraten. Und sich vorher am liebsten noch mal auf dem Platz von den Fans verabschieden. 99 Spiele hat er bisher für Hansa absolviert. „Das 100. würde ich schon gern noch machen, auch wenn es nur ein paar Minuten sind“, sagt Grupe, „aber das liegt nicht in meiner Hand“.

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