16. November 2020 / 20:52 Uhr

Abschied nach dreieinhalb Jahren: Michael Jarzombek verlässt den Koldinger SV

Abschied nach dreieinhalb Jahren: Michael Jarzombek verlässt den Koldinger SV

Tobias Kurz
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Michael Jarzombek will in Zukunft eine höherklassige Mannschaft trainieren.
Michael Jarzombek will in Zukunft eine höherklassige Mannschaft trainieren. © Dennis Michelmann
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Zeit für neue Herausforderungen: Michael Jarzombek legt zum Ende der laufenden Saison sein Traineramt beim Koldinger SV nieder. Der 34-jährige Coach macht keinen Hehl aus seinen Ambitionen: Jarzombek möchte eine höherklassige Mannschaft trainieren.

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Nach dreieinhalb bewegten Jahren ist Schluss: Der Koldinger SV und Michael Jarzombek gehen ab dem Sommer getrennte Wege. Das bestätigten beide Seiten am Montag. „Ich bin selbst an den Verein herangetreten, mit dem Wunsch nach dieser langen, intensiven Zeit etwas Neues zu machen“, sagte Jarzombek. Der KSV hätte den 34-Jährigen gerne gehalten – am Ende lagen Anspruch und Möglichkeiten allerdings zu weit auseinander. „Michael hegt große Ambitionen, die ehrlicherweise nicht mehr zu unserem kleinen Verein gepasst haben“, erklärte Spartenleiter Ulf Schneemann.

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Dass er mittelfristig in die Landesliga will, daraus hatte Jarzombek seit seinem Amtsantritt 2017 nie einen Hehl gemacht. Dazu seien aber andere Rahmenbedingungen nötig, wie Schneemann und Jarzombek unisono betonten. „Wir legen ihm deshalb keine Steine in den Weg. Wenn er diese Ambitionen hat, soll er es probieren“, sagte der Spartenleiter, dem eine saubere Trennung wichtig ist. „Wir gehen nicht im Bösen auseinander. Es waren schöne und erfolgreiche Jahre, die wir zusammen hatten.“

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Titeltrainer der Sportbuzzer Masters 2019

In allen drei Spielzeiten in der Jarzombek-Ära spielte Koldingen oben mit, auch in der laufenden Saison ist die Aufstiegsrunde noch in Aussicht. Dazu kamen 2019 der Gewinn des SPORTBUZZER Masters sowie der Einzug ins Bezirkspokal-Finale – beachtliche Leistungen für den Bezirksligisten. „Die Erfolge geben ihm recht“, sagte Schneemann. Zudem sei Jarzombek immer „offen und transparent“ gewesen, was seine Zukunftsplanungen angeht.

Der Übungsleiter betonte selbst, dass es ihm nicht leichtfalle, der Mannschaft und dem Verein den Rücken zu kehren. „Da wird in den kommenden Monaten bestimmt eine Portion Traurigkeit aufkommen. Ich habe mich hier sehr wohlgefühlt, der Verein ist familiär und lebt von seinen Emotionen.“ Nicht zuletzt deshalb ist es ihm wichtig, in Koldingen ein bestelltes Feld zu hinterlassen. „Ich habe den Umbruch erfolgreich vollzogen und will mich sportlich möglichst erfolgreich verabschieden.“

Sorgt Jarzombek für das Fußballmärchen?

Vielleicht sogar mit dem Aufstieg? „Im Moment weiß man ja sowieso nicht, wie es weitergeht. Aber wenn es eine Aufstiegsrunde gibt, ist die das Ziel“, meinte Jarzombek, der der Mannschaft seine Entscheidung über die WhatsApp-Gruppe mitgeteilt hat. „Dass es aufgrund der aktuellen Situation nicht möglich war, das persönlich zu machen, schmerzt schon“, sagte er. Warten wollte er allerdings nicht mehr, der Entschluss sei in den letzten Wochen und Monaten gereift. „Ich habe das Gefühl, dass ich eine neue Aufgabe brauche“, sagte Jarzombek, der vor Energie nur so sprüht.

Von der Rolle des Spielertrainers will er sich langsam verabschieden, in Zukunft plant er, seine Trainerlizenzen zu machen. „Ich will den nächsten Schritt gehen, häufiger trainieren, auf einem höheren Level“, sagte er mit Blick auf eine mögliche neue Aufgabe ab dem Sommer. Bis dahin bleibt aber noch ein bisschen Zeit. Für den Koldinger SV, einen geeigneten Nachfolger zu finden und für Jarzombek, sich anständig zu verabschieden.