28. August 2019 / 12:57 Uhr

Abschied unter Tränen: HC Leipzigs Präsident Rainer Hennig hört auf

Abschied unter Tränen: HC Leipzigs Präsident Rainer Hennig hört auf

Anton Kämpf
Leipziger Volkszeitung
Rainer Hennig beendet seien Tätigkeit im Präsidium des HCL.
Rainer Hennig beendet seien Tätigkeit im Präsidium des HCL. © Christian Modla
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Der HC Leipzig sucht ab sofort einen neuen Präsidenten. Amtsinhaber Rainer Hennig tritt aus gesundheitlichen und persönlichen Gründen zurück. Er hinterlässt eine positive Bilanz.

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Leipzig. Emotionaler Paukenschlag in der Brüderhalle: In der ersten Pressekonferenz des „neuen“ Handballclubs Leipzig seit der Insolvenz, dem Neustart in der dritten Liga und dem diesjährigen Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse Deutschlands verkündete Präsident Rainer Hennig am Mittwoch unter Tränen seinen Abgang. „Nach fast genau zwei Jahren als Präsident einer der erfolgreichsten und deutschen Frauenhandballvereine lege ich mein Amt aus gesundheitlichen sowie persönlichen Gründen nieder“, erklärte der 73-Jährige, der dem HCL seit neun Jahren zunächst als Vorsitzender des Förderkreises und schließlich als Präsident diente.

Liquidität von 225.000 Euro erwirtschaftet

Tränen kullern, als er die Abschiedsworte ausspricht und am Ende seiner vorbereiteten Rede seiner Ehefrau für ihr Verständnis und ihre Unterstützung dankt. Einen Nachfolger gibt es noch nicht, Gespräche mit Bewerbern sollen jedoch die nächsten Tage geführt werden. Maximal bis zum 31. Dezember wird Hennig die Amtsgeschäfte kommissarisch weiterführen, bis der neue Chef präsentiert werden kann.

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Hennig sagte, er gehe guten Gewissens. Stolz präsentierte er die aktuellen Zahlen des Rekordmeisters: Eine finanzielle Liquidität von 225.000 Euro wurde erwirtschaftet. „Mit unseren vorhandenen Verträgen und Mitteln sind wir bis zum 31. Dezember 2020 auf der sicheren Seite“, verspricht er. „Ich übergebe mein Amt mit einer soliden wirtschaftlichen Bilanz.“

Neben dem amtierenden Präsidenten saß Cheftrainer Jacob Dietrich, den sein Noch-Boss den „kompetentesten Mann in unseren Reihen“ nannte und der das junge Team in der 2. Liga zum Klassenerhalt führen soll - der Saisonstart erfolgt am 8. September. „Das ist unsere klare Zielstellung. Intern haben wir noch weitere Ziele, wollen attraktiven Handball spielen“, erklärt der Coach, der seit gut einem Jahr im Amt ist. In der Vorbereitung nahm der HCL an verschiedenen Turnieren teil, testete dort auch immer gegen Zweit- und teilweise Erstligisten. „Wir haben uns relativ schnell an die Dynamik und die Körperlichkeit gewöhnt. Wir werden in der Saison an unsere Grenzen kommen, aber ich bin sehr optimistisch“, prophezeit der 32-Jährige.

Das war die Saisoneröffnung für die Saison 2️⃣0️⃣1️⃣9️⃣ / 2️⃣0️⃣2️⃣0️⃣ 💙💛💙💛 + volle Halle + gute Stimmung + super...

Gepostet von HC Leipzig am Freitag, 23. August 2019

Zweite Liga startet am Wochenende

In der neuen Spielzeit wird der Verein trotz höherer Anforderungen von seiner nachwuchsorientierte Philosophie nicht abrücken. Indiz dafür ist der Altersdurchschnitt des Teams vor wenigen Tagen in Ludwigsburg: 19,7 Jahre! „Das ist einzigartig. Auch unsere Trainerteam ist sehr jung, da gucken alle anderen auch mal“, freut sich der Cheftrainer, der seine „sehr sehr guten Nachwuchstalente“ ab sofort auch beim Drittligisten SC Markranstädt einsetzen lassen wird, damit sie Erfahrungen sammeln können - eine Kooperation zwischen beiden Mannschaften macht es möglich. Vorteil: Die Spielerinnen können jederzeit zum HCL geholt werden, um in der Brüderhalle zu spielen.

Dort beginnt am Sonntag der nächsten Woche die Zweitliga-Saison für den Handballclub, die Gelb-Blauen empfangen den TVB Wuppertal und rechnen aufgrund der neuen Liga mit vielen Zuschauern. „Wenn die Halle voll ist, passen etwas mehr als 900 Menschen rein. Wir werden beim ersten Heimspiel sehen, wo unsere Grenzen sind“, so Hennig. Vergangenes Jahr hatte der HCL eine durchschnittliche Zuschauerzahl von 500-600 Anhängern pro Spiel – auch in der zweiten Liga wäre das einer der Topwerte gewesen. Für die neue Spielzeit hatte der Eishockeyclub IceFighters Leipzig den Handballerinen ihre Heimstätte - den Kohlrabizirkus - angeboten, dies wäre finanziell jedoch nicht zu stemmen gewesen. Unabhängig von der Zuschauerzahl wünscht sich Rainer Hennig zum Abschied: „Wir müssen die Halle so nutzen, dass sie wieder zur 'Bruderhölle' wird!“

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