11. Februar 2019 / 20:54 Uhr

Abschied von den Grizzlys: Das sagt Jerry Kuhn zum Wechsel zu den Kassel Huskies

Abschied von den Grizzlys: Das sagt Jerry Kuhn zum Wechsel zu den Kassel Huskies

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Jerry Kuhn von den Grizzlys Wolfsburg während des Spiels zwischen den Grizzlys Wolfsburg und dem ERC Ingolstadt am 03.02.2019. 
Jerry Kuhn von den Grizzlys Wolfsburg während des Spiels zwischen den Grizzlys Wolfsburg und dem ERC Ingolstadt am 03.02.2019.  © City-Press GmbH
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Blitz-Torwarttausch! Eishockey-Erstligist Grizzlys Wolfsburg gab am Montag Jerry Kuhn zu Zweitliga-Kooperationspartner Kassel Huskies ab, von dort kommt der slowakische Keeper Marcel Melichercik nach Wolfsburg. Die Grizzlys betonten in ihrer Pressemitteilung, dass Kuhn „auf eigenen Wunsch“ geht. Beide sollen, so ist es geplant, sofort für ihre neuen Klubs spielen, beide trainieren bei denen ab heute mit. Das sagt Kuhn zum Blitz-Abschied.

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Kuhn möchte Chance auf einen Neustart nutzen

Kuhn sagte: „Diese Möglichkeit hat sich ergeben und ich möchte sie für einen Neustart nutzen.“ Seit einigen Wochen wusste er, dass er in Wolfsburg keinen neuen Vertrag mehr bekommt. In Kassel hat er gute Chancen, sich noch in den Play-Offs zeigen zu können, hat dort vielleicht die Chance auf einen Anschlussvertrag. Er betont, dass es ihm nicht allein um sportliche Werbung in eigener Sache geht und dass er sich durchaus wohlgefühlt habe.

"Dankbar für die Chance" in Wolfsburg

Der Neustart, den er sich wünsche, habe aber nichts mit der schwierigen Saison der Grizzlys zu tun. Eher mit dem „persönlich schwierigen Jahr“, in dem ihm ein Tapetenwechsel bei der Verarbeitung helfen könne. Im vergangenen Sommer war Kuhns jüngerer Bruder, der drogensüchtig war, verstorben. Kuhn hatte daraus kein Geheimnis gemacht, auch nicht aus der Tatsache, dass ihn das schwer getroffen hatte. Bei den Teamkollegen und im Verein hatte er Rückhalt. Kuhn: „Die Jungs in Wolfsburg sind super, sie waren mir immer eine große Hilfe.“ Richtung Klub sagt er: „Ich bin dankbar für die Chance, die ich bekam, mich hier zu beweisen.“

Grizzlys Wolfsburg gegen ERC Ingolstadt

Foto; Boris Baschin, Wolfsburg,SPORT, Eishockey, Grizzlys Wolfsburg - ERC Ingolstadt, 16.11.2018, Zur Galerie
Foto; Boris Baschin, Wolfsburg,SPORT, Eishockey, Grizzlys Wolfsburg - ERC Ingolstadt, 16.11.2018, ©
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Kuhn 2017/2018 überragend

Etwas überraschend hatte er Nationalkeeper Felix Brückmann (der in dieser Saison verletzt pausiert) den Posten als Nummer 1 abgejagt, in 33 Saisonpartien 2017/ 18 einen exzellenten Gegentorschnitt von 2,30 hingelegt und auch in allen sieben Play-Off-Partien gespielt. In dieser Saison lief es für ihn wie für die gesamte Mannschaft nicht rund. Grizzlys-Manager Charly Fliegauf sagte mit Blick auf Kuhns Abschied: "Wir bedanken uns bei ihm für seine Leistungen und wünschen ihm und seiner Familie alles erdenklich Gute.“

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Kuhn mal in kuriosem Spiel gegen Kassel dabei

Kurios: 2015 gab es ein Spiel zwischen Kassel und Bremerhaven (mit Kuhn), bei dem ein Foul von Carter Proft (vergangene Saison Nothelfer in Wolfsburg) an Kuhn eine Riesenschlägerei samt über 250 Strafminuten ausgelöst hatte. Laut der Zeitung HNA hatte Kassels Trainer Rico Rossi Kuhn, der bei den Scharmützeln nicht mitwirkte, damals als Schauspieler und Hitzkopf bezeichnet. Rossi ist inzwischen Sportlicher Leiter der Huskies.

Grizzlys sparen laut Fliegauf Geld und liebäugeln mit Hungerecker

In der 2. Liga dürfen nur vier Import-Spieler eingesetzt werden, der Tausch eröffnet Kassel, wo der junge Keeper Leon Hungerecker zuletzt erste Wahl war, Möglichkeiten, weil Kuhn Deutscher ist. Wolfsburg tut die Aufnahme des Slowaken Melichercik nicht weh. Denn samt US-Keeper David Leggio haben die Grizzlys nur acht fitte Import-Spieler. Neun dürfen sie auf den Spielberichtsbogen schreiben. Und sie sparen, so sagte Fliegauf, ein klein wenig Geld. In der kommenden Saison werden die Grizzlys auf das Gespann Chet Pickard (Mannheim) und Felix Brückmann setzen. Mit Kassel würde man zudem gern über die Option reden, Hungerecker mit einer Förderlizenz für die Grizzlys auszustatten.

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