02. Januar 2020 / 19:57 Uhr

Abseits-Regel beim Videobeweis: IFAB denkt über Änderung nach

Abseits-Regel beim Videobeweis: IFAB denkt über Änderung nach

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
IFAB-Generalsekretär Lukas Brud denkt über eine Änderung der Abseits-Regel beim Videobeweis nach.
IFAB-Generalsekretär Lukas Brud denkt über eine Änderung der Abseits-Regel beim Videobeweis nach. © imago images/Ulmer/Eibner
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Keine Millimeter-Entscheidungen bei kniffligen Abseits-Entscheidungen mehr? Laut Lukas Brud, Generalsekretär der Fußball-Regelhüter des International Football Association Boards (IFAB), könnte die Abseits-Regel in Zeiten des Videobeweises etwas aufgeweicht und eine Toleranz-Zone eingeführt werden.

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Diese mögliche Regeländerung kommt für Mario Gomez zu spät. Der ehemalige deutsche Nationalspieler in Diensten des VfB Stuttgart war in dieser Zweitliga-Hinrunde eines der größten Videobeweis-Opfer. So wurden dem 34 Jahre alten Stürmer Anfang Dezember in einem Spiel gleich drei Treffer nach Studie durch den Videoschiedsrichter (VAR) aberkannt. Dabei handelte es sich jeweils um Zentimeter-Entscheidungen. Zur neuen Saison könnte sich der Umgang der Schiedsrichter mit dem Videobeweis bei Abseits-Situationen allerdings ändern. Lukas Brud, Generalsekretär der Fußball-Regelhüter des International Football Association Boards (IFAB), hat sich in einem Gespräch mit der BBC für eine neue Ausrichtung des VAR ausgesprochen.

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Laut Brud gingen "einige Dinge in eine Richtung, die wir wohl neu justieren müssen". Damit meint der Deutsche vor allem die Zeit, die durch die Nutzung der technischen Hilfsmittel verloren geht. "Wenn man mehrere Minuten braucht, um herauszufinden, ob es Abseits war oder nicht, dann ist das Ganze nicht eindeutig und offensichtlich", sagte Brud.

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Videobeweis-Änderungen: Lukas Brud kündigt Updates an

Er befürwortet in diesem Fall, dass die ursprüngliche Entscheidung dann trotzdem bestehen bleibt. Auch, wenn nach genauester Videobeweis-Betrachtung doch Abseits festgestellt wird. "In der Theorie ist ein Millimeter Abseits zwar Abseits, aber wenn die Entscheidung getroffen wurde, dass ein Spieler nicht im Abseits steht und der VAR fünf, sechs, sieben, zehn, zwölf Kameraeinstellungen benötigt, um festzustellen, ob Abseits vorliegt, sollte die Original-Entscheidung bestehen bleiben", erklärte Brud.

Mehr zum Videobeweis

Wenn die Regelhüter des IFAB am 29. Februar zu ihrer jährlichen Sitzung zusammentreffen, wird auch über den Videobeweis gesprochen. Schon für die kommenden Wochen kündigt Brud "Updates" seitens des IFAB an, die an die Verbände, die den VAR nutzen, weitergegeben werden sollen. "Wir wollen keine besseren Entscheidungen, wir wollen nur die klaren und offensichtlichen Fehler ausmerzen", so Brud, der bei der Video-Nutzungen bereits "einige" Entwicklungen beobachtet hat, "die nicht so sind wie sie sein sollten".

Großer Ärger wegen Videobeweis auch in England

Wie Gomez, der den VAR schon als "Wahnsinn", "Witz" und "Bullshit" bezeichnet hatte, regt sich auch in der Premier League Widerstand gegen den Videobeweis. Wie auch in der Bundesliga verursacht das für Schiedsrichter gedachte Hilfsmittel in der englischen Top-Liga eine Menge Chaos. "Ein großes Durcheinander. Jede Woche", ärgerte sich Man-City-Trainer Guardiola nach vielen strittigen Szenen vor allem am letzten Spieltag des Jahres. "Der VAR hat die Premier League zum Gespött gemacht“, titelte das Boulevardblatt The Sun noch am Anfang dieser Woche.

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UEFA-Präsident Aleksander Ceferin ging in einem Interview mit dem Daily Mirror Anfang Dezember sogar noch weiter. Heutzutage stehst du im Abseits, wenn du eine lange Nase hast", spottete der Slowene und plädierte für eine Änderung der Abseits-Regel: "Unser Vorschlag wäre - wir werden das mit unseren Schiedsrichtern diskutieren - eine Toleranz von 10 bis 20 Zentimetern einzuführen", sagte der Fußball-Boss.