16. Januar 2021 / 21:19 Uhr

"Absolute Frechheit": Gladbach wütet wegen Elfmeter-Entscheidung - Brych entschuldigt sich

"Absolute Frechheit": Gladbach wütet wegen Elfmeter-Entscheidung - Brych entschuldigt sich

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Diese Szene sorgt für Diskussionen: Sasa Kalajdzic kommt gegen Ramy Bensebaini zu Fall.
Diese Szene sorgt für Diskussionen: Sasa Kalajdzic kommt gegen Ramy Bensebaini zu Fall. © imago images/Eibner
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Ein Elfmeter-Pfiff in der Nachspielzeit für den VfB Stuttgart hat bei Borussia Mönchengladbach für mächtig Aufregung gesorgt. Durch den späten Ausgleich verpasste Gladbach einen wichtigen Sprung in Richtung Champions-League-Plätze. Schiedsrichter Felix Brych hat sich hinterher entschuldigt.

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Eigentlich wollte er sich zurückhalten, doch dann wurde Jonas Hofmann am Sky-Mikrofon doch deutlich! "Wenn ich jetzt meine Meinung kundtun würde, würde ich bis zum Saisonende gesperrt", sagte der Spieler von Borussia Mönchengladbach nach dem 2:2 gegen den VfB Stuttgart. Grund der Aufregung: In der Nachspielzeit ging Stuttgarts Sasa Kalajdzic nach einem Zweikampf mit Gladbachs Ramy Bensebaini zu Boden. Der Videoschiedsrichter schaltete sich ein, Schiedsrichter Felix Brych guckte sich die Bilder noch einmal an und entschied auf Strafstoß. Das brachte Hofmann auf die Palme. "Das ist eine absolute Frechheit. So etwas habe ich noch nie erlebt. Der Videoschiedsrichter - ich weiß nicht, was der macht. Das Spiel wurde entschieden durch zwei, drei Personen. Das ist so und das wissen sie hoffentlich auch."

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In der Tat war die Entscheidung zumindest zweifelhaft. Zwar arbeitete Bensebaini mit den Armen gegen Kalajdzic, doch dieser lehnte sich auch stark nach hinten. Just in diesem Moment war es sein Mitspieler Waldemar Anton, der ihm die Füße wegtrat. Dadurch ging der Österreicher offensichtlich auch schlussendlich zu Boden. War es also eine klare Fehlentscheidung von Schiedsrichter Brych, den Elfmeter aus dem Spiel heraus zunächst nicht zu geben? Fraglich. Warum sich der Kölner Keller dennoch einschaltete, blieb zunächst offen. Hofmann war stocksauer: "In so einer Situation den Hinweis zu bekommen, dass es eine klare Fehlentscheidung ist, das ist Wahnsinn. Breel Embolo wird im Spiel 50 Mal so gefoult und da wird nicht einmal etwas gepfiffen."

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Ins gleiche Horn bließ auch sein Mitspieler Christoph Kramer. "Dafür wurde Elfmeter gepfiffen? Na gut. Das ist ja nicht mal im Mittelfeld ein Foul. Er reißt ihn ja nicht zu Boden. Dafür Elfmeter - das geht eigentlich nicht", ärgerte sich Kramer. "Ich weiß nicht, ob wir einen am Mikrofon hatten, der sagt: Das ist ein Elfmeter." So ging es auch Sky-Experte Lothar Matthäus. "Das ist kein Foul eines Gladbachers", schimpfte er nach dem Spiel im Studio. "Der Stuttgarter Spieler foult seinen eigenen Spieler. Es war keine klare Fehlentscheidung – daher war es ein unnötiger Eingriff des Videoschiedsrichters", so der Rekordnationalspieler. "Warum sehen wir es und die in Köln nicht? Er legt sich in den Gegner rein. Was soll der Gegner machen? Wir brauchen nicht diskutieren: es war keine klare Fehlentscheidung."

Brych räumt Fehler ein

Die Stuttgarter sahen es naturgemäß anders. "Er hat halt beide Hände an ihm dran. Ich glaube, dass es ein Elfmeter ist. Ich weiß aber nicht, ob es eine hundertprozentige Fehlentscheidung ist", sagte VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo. Allerdings liegt genau da das Problem: Ist es keine klare Fehlentscheidung, darf der VAR erst gar nicht eingreifen. Das sah nach dem Spiel auch Schiedsrichter Brych so: "Es ist keine klare Fehlentscheidung. Bensebaini geht hohes Risiko aber letzendlich gibt es unten einen Kontakt bei den Stuttgartern. Den habe ich nicht gesehen - auch nicht auf dem Bildschirm. Es ist eine komplexe Szene, weil zwei Kontakte vorliegen. Der Kontakt unten ist uns leider verborgen geblieben. Stuttgart kann mit dem Elfmeter glücklich sein", räumte Brych hinterher ein.


"Ich frage mich, warum Köln dazukommt", ärgerte sich Gladbach-Trainer Marco Rose dennoch. "Wahrscheinlich gibt es morgen irgendeine DFB-Erklärung, warum es diesen Elfmeter gab." Der gefoulte selbst stellte fest: "Ich habe keine Schwalbe gemacht. Ich habe mich angelehnt. Er fasst mir um den Bauch. Ich kann mich nicht bewegen."