22. Mai 2021 / 22:08 Uhr

Abstieg nach vier Jahrzehnten: die Chronologie des Absturzes von Werder Bremen

Abstieg nach vier Jahrzehnten: die Chronologie des Absturzes von Werder Bremen

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Unterschiedlicher könnte die Stimmung kaum sein: 2004 holte Werder Bremen noch unter Trainer Thomas Schaaf (Bild links) die Deutsche Meisterschaft. 17 Jahre später folgte der ganz große Absturz. Werder ist aus der Bundesliga abgestiegen – ebenfalls unter Schaaf. Ein Überblick.
Nach über 40 Jahren in der Bundesliga muss sich Werder Bremen das Etikett des Zweitligisten anheften. © IMAGO/Montage
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Nach über 40 Jahren in der Bundesliga muss sich Werder Bremen das Etikett des Zweitligisten anheften. Nach dem 2:4 gegen Borussia Mönchengladbach stehen die Norddeutschen als Absteiger fest – 17 Jahre nach dem letzten Meistertitel steht der Klub nun vor einer ungewissen Zukunft.

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Vom Helden der Hansestadt zum Abstiegstrainer: Thomas Schaaf war komplett niedergeschlagen. Mit kratziger und zum Teil auch brüchiger Stimme kommentierte die Legende des SV Werder Bremen die missglückte Rettungsmission beim Absteiger. "Ich hätte gehofft, dass ich noch etwas mehr mitgeben kann, aber es sollte nicht sein", sagte der 60-Jährige, der vor einer Woche für den freigestellten Florian Kohfeldt eingesprungen war. "Mir tut es unglaublich leid, dass wir das nicht umgebogen haben. Es herrscht eine große Leere", sagte Schaaf, der 2004 mit den Bremern das Double gewonnen hatte. 17 Jahre später konnte auch er den ersten Absturz in die Zweitklassigkeit seit 41 Jahren nicht mehr verhindern.

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Der Bremer Tränen-Samstag ist der Tiefpunkt einer Entwicklung, die bereits seit vielen Jahren anhält. Werder ist tief gefallen – vom einstigen Meister-Aspiranten zum künftigen Zweitligisten. Der SPORTBUZZER zeichnet die jüngere Geschichte der Bremer nach – vom Meistertitel von 2004 bis zum traurigen Absturz 2021.

Der Absturz von Werder Bremen in Bildern

Unterschiedlicher könnte die Stimmung kaum sein: 2004 holte Werder Bremen noch unter Trainer Thomas Schaaf (Bild links) die Deutsche Meisterschaft. 17 Jahre später folgte der ganz große Absturz. Werder ist aus der Bundesliga abgestiegen – ebenfalls unter Schaaf. Ein Überblick. Zur Galerie
Unterschiedlicher könnte die Stimmung kaum sein: 2004 holte Werder Bremen noch unter Trainer Thomas Schaaf (Bild links) die Deutsche Meisterschaft. 17 Jahre später folgte der ganz große Absturz. Werder ist aus der Bundesliga abgestiegen – ebenfalls unter Schaaf. Ein Überblick. ©

Nachdem der verdiente, aber bittere Abstieg durch das 2:4 gegen Gladbach am Samstag feststand, sackten die Bremer Spieler in sich zusammen. Torwart Jiri Pavlenka lehnte frustriert am Torpfosten, Josh Sargent saß auf der Tribüne und hatte den Kopf in die Hände gelegt. Routinier Theodor Gebre Selassie lief nach seinem letzten Spiel im grün-weißen Trikot völlig allein und konsterniert über den Rasen. Durch den Abstieg stehen die Norddeutschen auch wegen der dramatischen finanziellen Situation vor einer sehr ungewissen Zukunft.

SVW-Manager Frank Baumann im Mittelpunkt der Fan-Kritik

Nach der Partie entlud sich der Frust der Anhänger nicht nur im Netz, sondern auch in lautstarken Protesten. Im Mittelpunkt der Kritik stand Geschäftsführer Frank Baumann, der schon in den vergangenen Wochen in den sozialen Medien kritisiert und beschimpft worden war. "Baumann raus", riefen zahlreiche Anhänger, während die am Ende einfach nicht erstligataugliche Mannschaft durch den Hinterausgang aus dem Stadion verschwand.

Baumann will trotz aller Kritik am Neuaufbau mitwirken. Er spüre nach wie vor das Vertrauen des Aufsichtsrates und werde sich der Verantwortung stellen. Bis "Ende Mai, Anfang Juni" will Baumann einen neuen Trainer präsentieren, mit dem dann die sofortige Rückkehr in die Erste Liga in Angriff genommen werden soll. "Das muss unser Ziel sein und so wollen wir uns aufstellen", sagte Baumann. Allerdings weiß auch der Ex-Profi, dass das angesichts namhafter Konkurrenz wie FC Schalke 04 oder Hamburger SV und großen finanziellen Nöten nicht einfach werden wird.

Am Samstag überwogen erst einmal Frust und Enttäuschung. "Alles, was morgen und übermorgen ist, da habe ich jetzt keinen Bock drauf", sagte Schaaf. "Das ist ein sehr, sehr trauriger Tag für die ganze Stadt, für die Fans. Es tut uns so, so leid, dass wir abgestiegen sind", sagte Kapitän Niklas Moisander, der den Verein wie viele andere auch verlassen wird, bei Sky. "Es ist ein traumatischer Tag für uns alle."