11. Juni 2021 / 13:21 Uhr

Abstieg wäre für die HSG Exten-Rinteln kein Beinbruch

Abstieg wäre für die HSG Exten-Rinteln kein Beinbruch

Christian Winter
Schaumburger Ztg. / Schaumburger Nachrichten
Ronan Uhlig-2
Youngster Ronan Uhlig (Mitte) gehört zum Gerüst, um das herum sich die A-Jugendspieler entwickeln sollen. © Uwe Kläfker
Anzeige

Der Umbruch bei den Rintelner Landesliga-Handballern ist eine Herausforderung, die Zahl der erfahrenen Akteure übersichtlich. Der Vorsitzende Hanns Bäkmann hat dagegen eine spezielle Aufgabe für die Politik.

Anzeige

RINTELN. Über ein Jahr ist es her, seit der ehemalige Handball-Nationalspieler Markus Hochhaus das Traineramt beim Landesliga-Aufsteigers HSG Exten-Rinteln übernommen hat, doch wegen der Corona-Pandemie konnte er noch kein Pflichtspiel mit seinem Team bestreiten. Die Trainingseinheiten, die seither in der Halle unter normalen Voraussetzungen stattfanden, lassen sich auch an zwei Händen abzählen.

Anzeige

Keine leichte Situation für den erfahrenen Coach, der bei den Weserstädtern mit einem sehr jungen Team um Routinier und Ko-Trainer Alexander Ermakov in der Landesliga Mitte voraussichtlich im September die ersten Punktspiele bestreiten wird. Seit dem 8. Juni ist nun wieder Training in der Kreissporthalle möglich und so begrüßte der neue Coach 15 Spieler zur ersten Einheit. Die nächsten Wochen werden sehr trainingsintensiv, um das Maximum aus der Mannschaft herauszuholen.

Die Mission Klassenerhalt dürfte allerdings eine Schwierige werden. Stammtorwart Marcel Leye teilte dem Verein mit, dass er eine neue Herausforderung sucht und heuerte beim Nachbarn TVE Röcke an, wo auch sein ehemaliger Kapitän Manuel Stundner zukünftig seine Handballschuhe schnürt: „Ich baue in Röcke, daher bot sich das an. Ich freue mich, wieder bei meinem Stammverein zu spielen zu können.“ Der ein oder andere von früher sei ja auch noch mit dabei, freut sich Stundner über seinen Wechsel. Mit Stefan Bergmann und Torwart Max Tebbe treffen die Handballer auch zwei ehemalige Weggefährten aus Exten wieder.



Von dem 16er-Aufstiegskader der HSG Exten-Rinteln bleiben so nur Alexander „Hotte“ Ermakov, Benjamin Schumann, Niklas Hammelmann sowie die beiden Youngster Ronan Uhlig und Felix Oeschger, die bereits in der Aufstiegssaison Herrenluft schnupperten, übrig. Sie sollen das Gerüst um die ambitionierten Nachwuchsspieler aus der A-Jugend bilden.

Unsere A-Jugendlichen sind größtenteils mit Doppelspielrecht ausgestattet

„Wir sind uns natürlich bewusst, dass es verdammt schwer wird in der Landesliga. Aber wir haben mit Markus einen Trainer verpflichtet, der unsere Nachwuchsspieler immer besser machen wird. Sollte es nicht für die Landesliga reichen, spielen wir eben Regionsoberliga, das wäre auch kein Beinbruch“, sagt Vereinschef Hanns Bäkmann und ist sich der prekären Lage durchaus bewusst. „Unsere A-Jugendlichen sind größtenteils mit Doppelspielrecht ausgestattet.“ Die meisten spielen von klein auf zusammen und „sammelten im Jugendbereich schon Oberligaerfahrung“, weiß Bäkmann und ist stolz auf die Jugendarbeit der vergangenen Jahre, deren Früchte nun geerntet werden sollen.

Aktuell ist die erste Herrenmannschaft ohne die A-Jugendlichen nicht spielfähig. Wenn nicht noch der ein oder andere Neuzugang dazu kommt, wird eine der spannendsten Aufgaben für die HSG-Verantwortlichen wohl die Spielplangestaltung. Auch die A-Jugend tritt in der Landesliga Mitte an.

Spielen beide Teams parallel, wird das auf jeden Fall die Mannschaftsstärke eines Teams enorm beeinflussen. Beide Torwarte, Elias Plaßmann und Lukas Reese, bilden zwar ein starkes Gespann, sind allerdings noch Jugendspieler und müssen sich erst an die Wurfstärke im Herrenbereich gewöhnen.

Ein weiteres Problem steht wie in jedem Jahr mit dem Beginn der Sommerferien vor der Tür. Die Kreissporthalle steht in den Ferien nicht zur Verfügung. Dies macht eine optimale Vorbereitung nach der langen Pause unmöglich. Es ist aber zwingend notwendig, in der Halle zu trainieren, um das Ballgefühl wieder zu bekommen, die Abläufe einzustudieren und Verletzungsgefahr zu minimieren.

Ich werde die Gespräche mit Stadt und Landkreis suchen

„Ich werde die Gespräche mit Stadt und Landkreis suchen, damit wir nicht noch mal sechs Wochen komplett ohne Halle sind. Vielleicht bekommen wir ja auch Unterstützung von der ein, oder anderen Rintelner Partei. Im Wahlkampf würde es sich doch gut machen, wenn Rintelner Sportler nach der monatelangen Pandemie nicht erneut eineinhalb Monate auf Ihre Leidenschaft verzichten müssten“, sagt Bäkmann. In anderen Städten sei dies ja auch möglich, „warum nicht in Rinteln?“, fragt sich der Vorsitzende.

Freuen darf sich das Rintelner Handballpublikum auf die Derbys gegen die HSG Fuhlen/Hessisch Oldendorf und die zweite Mannschaft des VfL Hameln sowie das Nachbarschaftsduell gegen die vom ehemaligen Rintelner Spieler Sebastian Pook trainierte Reserve der HSG Schaumburg Nord.