27. Oktober 2018 / 15:52 Uhr

Abstiegskrampf in Probstheida: Lok Leipzig gewinnt Kellerduell gegen Optik Rathenow mit 1:0

Abstiegskrampf in Probstheida: Lok Leipzig gewinnt Kellerduell gegen Optik Rathenow mit 1:0

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
XXX beim Spiel 1. FC Lokomotive Leipzig (Lok) vs Optik Rathenow, Fußball, Regionalliga Nordost, 27.10.2018
Siegtorschütze gegen Rathenow: Lok-Angreifer Nicky Adler (re.). © Christian Modla
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Regionalliga Nordost: Verunsicherte Joppe-Elf schlägt den Tabellenletzten dank eines Treffers von Nicky Adler / Keeper Kirsten hält kurz vor Schluss Elfmeter der Gäste

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Leipzig. Sie schwebt über alles und jeden. Sie umgibt die 2 275 Fans der 1. FC Lokomotive Leipzig, sie hat ihren Präsidenten im Griff und selbst Stadionsprecher Mirko Linke kann in seinen Durchsagen ihr nicht mehr entkommen. Sie kann völlig neue Kräfte freisetzen, Menschen scheinbar übernatürliche Kräfte verleihen, sie kann jedoch auch lähmen und müde Beine noch schwerer machen. Es ist die Angst. Die Angst vor Kellerkrimi und Abstieg, welcher für den Verein aus Probstheida verheerende Folgen hätte: Sponsorenabsprünge und weniger Geld. Realistisch gesehen nicht zu verkraften nach der Professionalisierung im Sommer. Angst lässt Menschen aber auch zusammenrücken. Und wie nach einem Schocker bei einem Horrorfilm ist das Gefühl nach der Angst fast schon befreiend. Zu spüren war das in der 53. Minute. Eckball Lok, Kopfball Adler, 1:0 Endstand! Eine Explosion der Gefühle bei jedem einzelnen, der es mit der Loksche hält.

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XXX beim Spiel 1. FC Lokomotive Leipzig (Lok) vs Optik Rathenow, Fußball, Regionalliga Nordost, 27.10.2018 Zur Galerie
XXX beim Spiel 1. FC Lokomotive Leipzig (Lok) vs Optik Rathenow, Fußball, Regionalliga Nordost, 27.10.2018 ©
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Die Abstiegsangst vor diesem Treffer ist im kompletten Bruno-Plache-Stadion zu spüren, nicht nur bei den Gastgebern, sondern auch bei den angereisten Optik Rathenow mit ihren sage und schreibe vier Auswärtsfans. Schließlich treffen Letzter (Optik) gegen Vorletzter gegeneinander an, für beide Teams ist ein Sieg Pflicht. Bei Lok sitzen wegen mehreren Hiobsbotschaften nur drei Feldspieler auf der Bank, bezeichnend für die prekäre Situation bei den Leipzigern. Doch über die bis dahin verkorkste Saison wurde genug berichtet, gegen Rathenow soll alles besser werden.

„Schießt doch endlich mal Tore“

Doch das ist leichter geschrieben als getan. Viel Verunsicherung, viel Gemecker, viel Angst. Lok will nichts anbrennen lassen, was auf Kosten der Offensiv-Power geht. Dennoch gibt es zwei Hochkaräter für die Loksche, in das entsetzte Schweigen nach den vergebenen Chancen ruft ein Anhänger aus, was alle denken: „Schießt doch endlich mal Tore.“ Jedenfalls hält das Spiel ,was es verspricht: Abstiegskrampf. Oder um es mit den Worten des Präsidenten Löwe in der Halbzeitpause zu sagen: „Das hier ist schwere Kost.“ Ihm ist die Angst genauso anzusehen wie den Spielern auf dem Feld. Und nach den ersten verunglückten Aktionen fangen auch die Fans an, launiger zu werden. Ein latentes Dauer-Gemurmel von der Tribüne lässt die Anspannung weiter wachsen, auch Björn Joppe ist der Druck anzusehen. Immer wieder entlädt er sich an der Seitenlinie bei kritischen Entscheidungen des Schiris.

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Entladen haben muss er sich auch in der Halbzeit – seine Jungs kommen mit einer ganz anderen Mentalität aus dem Kabinentrakt. Die in Hälfte eins schmerzlich vermisste Frische sowie Spielwitz und Mut sind auf einmal vorhanden. Lok presst und macht Spaß, sodass das ganze Stadion wieder anfängt, die Partie zu genießen. Dann kommt es schließlich zu der bereits beschrieben Katharsis der Blau-Gelben. Besonders der erfahrene Torschütze Nicky Adler lässt seinen ganzen Frust im Jubel raus, bis dato war er der vielleicht unglücklichste Spieler auf dem Feld. Nach diesem Treffer ist die Stimmung einmal um 180 Grad gedreht, gemeinsam wollen sie da unten raus!

Kirsten pariert Elfer und sichert den Dreier

Das Spiel bleibt trotzdem keine Offenbarung, Lok ist weiterhin fahrig in den Aktionen und lässt immer mehr zu. Und auf einmal packt sie in der 81. Minute wieder zu, diese grässliche Fratze namens Angst. Schiri Wilske sieht im Leipziger Strafraum ein Handspiel und zeigt ohne zu Zögern auf den Punkt. Alle schauen auf Kirsten und Kirsten pariert. Gefühsexplosion 2.0. - jetzt ist niemand mehr zu halten. Ein ganz wichtiger Sieg, auch für die Stimmung. Die Angst ist nicht weggeblasen, doch ein Hauch von Aufbruchsstimmung weht durch Probstheida.

Anton Kämpf

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