17. Juni 2019 / 19:52 Uhr

Absturz von Anker Wismar sorgt für Abstieg des PSV Rostock

Absturz von Anker Wismar sorgt für Abstieg des PSV Rostock

Johannes Weber
Ostsee-Zeitung
Der PSV Rostock – hier mit Jan Krüger (Nr. 15), Bernhard Legde (M.) und Marcus Ebeling – ist vom Abstieg des FC Anker Wismar betroffen und muss nach zwei Jahren wieder runter in die Landesklasse.
Der PSV Rostock – hier mit Jan Krüger (Nr. 15), Bernhard Legde (M.) und Marcus Ebeling – ist vom Abstieg des FC Anker Wismar betroffen und muss nach zwei Jahren wieder runter in die Landesklasse. © FOTO: Johannes Weber
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Ein Scheitern mit weitreichenden Folgen: Das Oberliga-Aus des FC Anker beeinträchtigt die Abstiegskonstellationen auf Landesebene.

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Das befürchtete Szenario ist eingetreten. Nach der verpatzten Abstiegsrelegation gegen den VfL Hohenstein-Ernstthal (Hin: 1:1, Rück: 1:2) ist der FC Anker Wismar aus der Fußball-Oberliga Nordost abgestiegen. Die FCA-Kicker sind nach dem Malchower SV der zweite Verein aus MV, der in die Verbandsliga runter muss.

Anker-Protest hat kaum Erfolgsaussichten

Direkt nach dem Abpfiff der 1:2-Niederlage in Hohenstein-Ernstthal legte der FC Anker in Person von Mannschaftsbetreuer Bernhard Knothe noch Protest gegen die Spielwertung ein. Die Wismarer waren der Ansicht, dass VfL-Kicker Daniel Heinrich aufgrund einer angeblichen fünften Gelben Karte im Rückspiel nicht spielberechtigt war. Die Chancen, dass das Ergebnis noch kippen könnte, sind sehr gering bis unwahrscheinlich. Auf OZ-Nachfrage sagte Ulf Kuchel, Staffelleiter der Oberliga Nord: „In der Spielordnung des NOFV ist festgelegt, dass die Gelben Karten vor der Relegation gelöscht werden.“

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Somit wird es am Absturz der Wismarer wohl nichts mehr zu rütteln geben und das hat Auswirkungen auf die Abstiegskonstellationen in den Spielklassen auf Landesebene. Für die Verbandsliga bedeutet das Scheitern des FCA, dass es drei statt zwei Absteiger gibt. Neben Schlusslicht SV Hanse Neubrandenburg (16. Platz/11 Punkte) betrifft dies auch den FSV Malchin (14./19). Offen ist noch, ob der SV Görmin (15./20) runtermuss.

Abstiegskonstellation in Verbandsliga kann durchgewirbelt werden

Die Vorpommern warten noch auf ein ausstehendes Sportgerichtsurteil, das gegen Ligakontrahent TSV Bützow läuft. Die Warnowstädter sollen in drei Partien regelwidrig vier Nicht-EU-Ausländer eingesetzt haben, unter anderem beim 3:0-Erfolg gegen Görmin. Sollte das Urteil gegen den TSV ausfallen, würden dem SVG drei Punkte zugesprochen werden. Dadurch würden die Görminer mit 21 Punkten auf Rang 13 vorrücken. Gleichzeitig würden sie den TSV 1860 Stralsund (13./20) in die Landesliga schicken. Eine endgültige Entscheidung im Verfahren gegen die Bützower soll Dienstag-Abend fallen.

Unmittelbar betroffen vom Abstieg der Wismarer ist auch der PSV Rostock in der Landesliga Ost. Sportlich hatte sich der Klub vom Damerower Weg mit 27 Punkten gerettet. Da ein Team mehr aus der Verbandsliga runterkommt, steigen neben den Tabellen-15. und 16. auch noch die Rostocker als schlechtester 14. beider Landesliga-Staffeln ab. PSV-Coach Jan Krüger meint: „Es ist schon komisch, dass wir unter diesen Umständen in die Landesklasse müssen. Unser Team hat in der vergangenen Saison zum Teil gute Leistungen geboten.“

PSV Rostock blickt nach Abstieg nach vorn

Kurios: Noch in der Saison 2017/18 wären die Rostocker als Schlusslicht mit 19 Punkten sportlich aus der Landesliga abgestiegen. Nur aufgrund von Rückzügen anderer Teams blieben sie in der zweithöchsten Landesspielklasse.

„So bitter die Situation auch ist, da müssen wir jetzt durch. Kurz nachdem der Abstieg von Anker Wismar feststand, ging ein Ruck durch unsere Mannschaft, dass wir die Aufgabe in der Landesklasse annehmen werden“, schilderte Krüger, der bei der Kaderplanung für die kommenden Spielzeit einen Landesliga-Abstieg miteinkalkuliert hat.

PSV-Elf bleibt größtenteils zusammen

Das Gros des PSV-Teams wird zusammenbleiben. Lediglich Tommy Herzer legt eine fußballerische Auszeit ein. Ein weitere Personalie sei laut Jan Krüger noch offen. Mit Offensivmann Nico Himpenmacher (FSV Nordost Rostock) steht schon ein Neuzugang fest. „Weitere neue Spieler können in den nächsten Tagen folgen“, verrät Krüger und ergänzt: „Wir werden eine schlagkräftige Truppe aufbieten und wollen eine ordentliche Saison in der Landesklasse spielen.“

TuS Neukalen entgeht schlimmsten Befürchtungen

Eine Mannschaft, die der Anker-Absturz ursprünglich auch getroffen hätte, ist der TuS Neukalen. Als schlechtester Tabellen-13. aller vier Landesklasse-Staffeln hätte der Klub aus dem Kreis Mecklenburgische Seenplatte neben den zwölf anderen Absteigern in die Kreisoberliga gemusst. Peter Dluzewski aus dem Spielausschuss des Landesfußballverbandes informiert: „Der TuS Neukalen ist durch eine verringerte Aufstiegsmeldung aus den Kreisen kein Absteiger.“

Im Kreis Westmecklenburg hat nach Auskunft von Dluzewski nur der Tabellendritte Eintracht Ludwigslust für die Landesklasse gemeldet. Kreismeister SG Marnitz/Suckow und Verfolger SV Rotation Neu Kaliß verzichteten.

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