30. April 2020 / 16:18 Uhr

"Abwarten, aber keinen Tee trinken" - Die Grizzlys gehen wieder aufs Eis!

"Abwarten, aber keinen Tee trinken" - Die Grizzlys gehen wieder aufs Eis!

Yannik Haustein
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Muss viele Unwägbarkeiten abwägen: Grizzlys-Manager Charly Fliegauf.
Muss viele Unwägbarkeiten abwägen: Grizzlys-Manager Charly Fliegauf. © Boris Baschin
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Die DEL hofft weiter auf einen Saisonstart im September - damit die Wahrscheinlichkeit steigt, dass das klappt, soll nun eine DEB-Task-Force ins Leben gerufen werden. Die Eishockey-Profis der Grizzlys Wolfsburg steigen derweil schon bald in die Vorbereitung ein.

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Die DEL hofft weiter auf einen Saisonstart im September – damit die Wahrscheinlichkeit steigt, dass das klappt, soll nun eine DEB-Task-Force ins Leben gerufen werden. Die Eishockey-Profis der Grizzlys Wolfsburg steigen derweil schon bald in die Vorbereitung ein.

Schon am 8. Mai kann die erste Trainingsphase starten – „vom Gesundheitsamt gab’s dafür grünes Licht. Wir werden in kleinen Gruppen trainieren, die Hygienevorschriften können wir so beachten“, erklärt Grizzlys-Manager Charly Fliegauf. Auf dem Programm stehen Leistungstests mit den deutschen Spielern, die zwei Wochen lang dauern sollen. Zwölf Akteure, darunter die Neuzugänge Dustin Strahlmeier, Janik Möser und Phil Hungerecker, werden in der Eis-Arena erwartet.

Allstars der Grizzlys Wolfsburg

362 Partien mit 127 Toren für Wolfsburg. So jubelte nur einer und das oft. Wenn er getroffen hatte oder einer seiner Mitspieler auf dem Eis erfolgreich war, dann explodierte Brent Aubin so  gewaltig, wie sein Direktschuss war. Nach sieben Spielzeiten in Wolfsburg war im März 2020 klar:  der Kanadier, dessen Namen die Fans oft zur Melodie von I Love You Baby sangen, muss gehen. Zur Galerie
362 Partien mit 127 Toren für Wolfsburg. So jubelte nur einer und das oft. Wenn er getroffen hatte oder einer seiner Mitspieler auf dem Eis erfolgreich war, dann explodierte Brent Aubin so  gewaltig, wie sein Direktschuss war. Nach sieben Spielzeiten in Wolfsburg war im März 2020 klar:  der Kanadier, dessen Namen die Fans oft zur Melodie von "I Love You Baby" sangen, muss gehen. ©

"Momentan gibt es viel Kaffeesatzleserei"

Ein Stückchen Normalität also für die Profis. Aufs Eis geht es in dieser Vorbereitungsphase ohnehin nicht, „es geht um Fitness, Kraft und Koordination“, so Fliegauf. „Ende Mai und im Juni treffen wir uns dann wieder.“ Obwohl der Saisonstart noch nicht sicher ist, planen die Grizzlys wie gewohnt. „Wir müssen uns schließlich vorbereiten. Momentan gibt es viel Kaffeesatzleserei, was nun passiert“, so der Manager. Das Motto: „Abwarten, aber keinen Tee trinken, sondern trainieren. Die Ausruhphase ist vorbei.“

Beim DEB arbeitet man indes weiter an Lösungen: Der Verband regt die Einrichtung einer Task Force an, um einen schrittweisen Wiedereinstieg in Trainings- und Spielbetrieb zu regeln. „Auf diese Weise wollen wir die Ausübung des Sports im Rahmen der gesetzten Vorgaben sicherstellen“, erklärt DEB-Präsident Franz Reindl. Eine Idee, die gut ankommt: Die DEL und DEL2, die übrigen Ligen unter dem DEB-Dach sowie Ausrüster haben ihren Willen zur Mitarbeit bekundet. Reindl freut’s: „Dass das deutsche Eishockey in dieser Krisensituation so geschlossen zusammensteht, ist sehr erfreulich und ein sehr gutes Fundament für die Herausforderungen der kommenden Wochen und Monate.“ Ein Ansatz sei es, die Profis mit Vollvisier spielen zu lassen, Mund und Nase wären damit bedeckt.

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Fauser zieht Positives aus Familien-Zeit

Noch trainieren die Grizzlys zu Hause für sich, das ist auch ohne Corona-Krise so. Aber: Dass die Grizzlys ihre Mitspieler nun nicht sehen, „ist schon anders“, so Stürmer Gerrit Fauser. „Normalerweise trifft man sich sonst auch mal, zum Beispiel zum Grillen. Dass das aktuell nicht geht, ist schade.“ Immerhin: Zeit für die Familie ist reichlich da. „Und daraus ziehe ich viel Positives“, sagt Fauser. „Man kann sich ja nicht immer nur auf Negatives konzentrieren.“

Angesichts der Anstrengungen seitens des DEB, Möglichkeiten zu finden, den Trainings- und Spielbetrieb wieder aufnehmen zu können, meint der 30-Jährige: „Am meisten hoffe ich, dass es einen Fortschritt in der Medizin gibt, der das Virus eindämmen kann und wir wieder normal spielen können. Anders geht es in einem Kontaktsport fast nicht.“