08. November 2019 / 18:43 Uhr

Abwehr-Rotation beim VfL Wolfsburg: Wer sind die drei Richtigen?

Abwehr-Rotation beim VfL Wolfsburg: Wer sind die drei Richtigen?

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Fussball, UEFA Europa League, Gruppenphase, 4. Spieltag, VfL Wolfsburg-KAA Gent, Saison 2019/20, Volkswagen-Arena, 07.11.2019,
Abwehr-Rotation: Zuletzt gegen Gent fiel die Wahl auf Robin Knoche, Jeffrey Bruma und Marcel Tisserand (von links). © Montage
Anzeige

Zwölf Gegentore kassierte Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg in den vergangenen drei Partien, setzte in dieser Saison schon sechs verschieden Verteidiger ein. Von einem Grundsatzproblem will Trainer Oliver Glasner aber nicht sprechen.

Anzeige
Anzeige

Gerade einmal zwölf Tage ist es her, da hatte es für die Defensive des VfL Wolfsburg noch eine Menge Lob gegeben – nur fünf Gegentore in neun Liga-Spielen. Anschließend gab’s binnen nicht mal zwei Wochen einige Dämpfer: Zwölf Gegentore musste der Fußball-Bundesligist in den vergangenen drei Partien einstecken, schied im DFB-Pokal aus und bangt in der Europa League ums Weiterkommen. Das Abwehr-Bollwerk ist zerbröselt.

Auffällig: Gerade in der Abwehr, wo Trainer in der Regel wenig ändern mögen, gab es beim VfL viel Fluktuation – zum Teil unfreiwillig, zum Teil aus taktischen oder Leistungs-Gründen. „Wir haben uns vielleicht zu sehr auf die Defensive verlassen und gedacht, das läuft schon von allein“, sagt Mittelfeld-Mann Maximilian Arnold. Linksaußen Renato Steffen dagegen meint: „Ich glaube nicht, dass die Gegentore vor dem Spiel in den Köpfen sind. Vorher war ja auch nicht alles schlecht. Es sind einfach Kleinigkeiten, die total bestraft werden.“

Bilder zum Spiel der Europa League zwischen dem VfL Wolfsburg und der KAA Gent

Wolfsburgs Josip Brekalo nimmt den Ball elegant an. Zur Galerie
Wolfsburgs Josip Brekalo nimmt den Ball elegant an. ©
Anzeige

Die Abwehr-Rotation des VfL: Zu Saisonbeginn stellten John Anthony Brooks, Robin Knoche und Josuha Guilavogui die neue Dreierkette der Wolfsburger, als sich Xaver Schlager am dritten Spieltag den Knöchel gebrochen hatte, begann das Hin und Her. Durch den Ausfall des Österreichers agierte Guilavogui fortan im defensiven Mittelfeld, seinen Platz in der Abwehr übernahm der im Sommer bereits abgeschriebene Jeffrey Bruma – und spielt dort seitdem dauerhaft. Dafür änderte sich neben ihm immer wieder viel. Brooks fiel mit einem Muskelfaserriss aus. Marcel Tisserand überzeugte als Vertreter auf der linken Abwehrseite ebenso wie rechts, wo Knoche seinen Stammplatz verlor und sich zwischendurch auch Kevin Mbabu ausprobieren durfte.

Wer die drei Richtigen sind, ist nicht klar – dass das für Verunsicherung sorgt, ist logisch – am deutlichsten zu sehen bei Knoche: Beim Liga-Spiel in Leipzig draußen, danach in Gent wieder dabei, anschließend zweimal auf der Bank, ehe er im Heimspiel gegen KAA wieder in der Startelf stand und nach der Pause ungewohnte Schwächen zeigte – etwa im Stellungsspiel beim 1:2 durch Laurent Depoitre.

Darum war Brooks gegen Gent nicht im Kader

Aktuelles „Opfer“ der Abwehr-Rotation ist Brooks: Gegen Augsburg (0:0) und in Dortmund (0:3) spielte er von Beginn an, war dann aber aus Leistungs-Gründen erneut draußen. Beim Spiel am Donnerstag gegen Gent war der US-Nationalspieler nicht mal im Kader. Die Begründung von Glasner klingt lapidar, hat es aber in sich: „Die Spieler, die momentan am besten in Form sind, sind dabei.“ Sprich: Knoche, Bruma und Tisserand sind erste Wahl – und Brooks davon so weit entfernt, dass Glasner sogar darauf verzichtete, einen Innenverteidiger auf die Bank zu setzen. Dabei wäre der mit 1,93 Meter größte VfL-Verteidiger Brooks gegen die robusten KAA-Angreifer womöglich eine Waffe gewesen. Depoitre und Roman Yaremchuk stellten die Wolfsburger Hintermannschaft immer wieder vor Probleme, Letzterer knallte den Ball nach einem verunglückten Klärungsversuch von Bruma zum Ausgleich rein.* „In den Luftduellen hatten wir große Probleme“*, merkte Glasner an. „Wir wussten, dass Gent zwei wuchtige Stürmer und robuste Verteidiger hat.“

Sechs verschiedene Abwehrspieler, zu viele Gegentore – ein Grundsatzproblem? „In den Spielen zuvor hatte der Gegner auch die eine oder andere Torchance, hat diese aber nicht verwertet. Gegen Gent waren die ersten drei Torschüsse drin“, sagt Glasner und versucht zu beruhigen. „Erster Schuss, erster Gegentreffer – das ist bei uns momentan in Mode gekommen. Es ist kein grundlegendes Problem im Defensivverhalten.“

Mehr zum VfL Wolfsburg
Hier #GABFAF-Supporter werden

Wir kämpfen für den Amateurfußball! Trage Dich kostenlos ein und Du bekommst unseren exklusiven Newsletter mit allem, was den Amateurfußball in Deutschland bewegt. Außerdem kannst Du jeden Monat 2000 Euro Zuschuss für Deinen Verein gewinnen und entscheidest mit, wofür #GABFAF sich als nächstes einsetzt.

ANZEIGE: 50% auf dein Jako Herbst-Set! Der Deal des Monats im SPORTBUZZER-Shop.

Die aktuellen TOP-THEMEN