10. September 2021 / 09:57 Uhr

Abwehr wieder dicht machen: Dynamo Dresdens Mai vor Zweitliga-Startelfdebüt

Abwehr wieder dicht machen: Dynamo Dresdens Mai vor Zweitliga-Startelfdebüt

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
Als Sebastian Mai (r.) im Spiel war, kassierte Dynamo gegen Jannis Heuer und Paderborn kein weiteres Gegentor mehr.
Als Sebastian Mai (r.) im Spiel war, kassierte Dynamo gegen Jannis Heuer und Paderborn kein weiteres Gegentor mehr. © Picture Point/G. Krieg
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Eine Verletzung kostete Dynamo Dresdens Sebastian Mai den Stammplatz. Nun aber ist der 27-Jährige am Sonntag beim 1. FC Heidenheim als alter und neuer Abwehrchef gefragt. 

Dresden. Leicht war der Saisonbeginn nicht für Dynamo Dresdens Kapitän. Weil er sich nach langwierigem Muskelfaserriss noch im Aufbautraining befand, verpasste Sebastian Mai den Saisonauftakt, fehlte beim 3:0 gegen Ingolstadt ebenso wie beim 1:1 beim Hamburger SV. Und beim Pokalsieg gegen Paderborn stand er zwar im Kader, durfte aber nur zuschauen. Andere hatten sich in die Stammelf gespielt und machten dort ihre Sache gut.

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Schmidt: "Knipping zu ersetzen, ist nicht einfach"

Ein Lichtblick für den 27-Jährigen war seine Einwechslung am 14. August in der Schlussphase, als ihm das 2:0-Siegtor gelang. Doch auch dies war keine Garantie dafür, dass er in die Anfangsformation rutscht. Gegen Hansa Rostock wurde er für den verletzten Tim Knipping früh eingewechselt, auch im Punktspiel gegen Paderborn kam er von der Bank – weil die Schwarz-Gelben bereits nach einer halben Stunde 0:3 hinten gelegen hatten.

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Am Sonntag (13:30 Uhr) im Auswärtsspiel beim 1. FC Heidenheim dürfte für Cheftrainer Alexander Schmidt nun aber kein Weg mehr an seinem Kapitän vorbeiführen. Mai winkt sein Zweitliga-Startelfdebüt! Zumindest ein bisschen Spielpraxis holte er sich am vergangenen Freitag beim 4:0-Testspielsieg gegen den tschechischen Zweitligisten FK Ústí nad Labem, als er an der Seite von Michael Sollbauer die Abwehr organisierte. Unter den Feldspielern absolvierte nur das Innenverteidigerduo die vollen 90 Minuten – auch um sich einzuspielen und die nötige Fitness zu erhalten.

Schließlich geht es darum, nach dem langfristigen Ausfall von Tim Knipping die Abwehrreihe wieder zu schließen und dicht zu bekommen. „Tim Knipping zu ersetzen, ist nicht einfach, weil er herausragend war und die Abwehr zusammengehalten hat. In die Rolle muss der Basti Mai jetzt einfach schlüpfen. Er hat das Zeug vom Coaching und seiner ganzen Ausstrahlung her“, ist Alexander Schmidt überzeugt, während Sebastian Mai selbst meint: „Vielleicht nicht eins zu eins, aber jeder ist zu ersetzen. Wir müssen es vielleicht ein bisschen anders spielen, denn ich bin nicht der Tim.“

Mai will den nächsten Dreier

Doch auch Mai sagt, dass er nun wieder zu 100 Prozent fit sei. Keine Spur mehr von seiner Knieblessur, die er sich am 24. August im Training zugezogen hatte. Doch nicht nur sein Gardemaß von 1,95 Metern Körperlänge ist gefragt, sondern auch seine Führungsqualitäten. Er stellte sie erst im jüngsten Punktspiel gegen Paderborn unter Beweis, als es vor seiner Einwechslung defensiv überhaupt nicht für die Schwarz-Gelben lief. „Für den Kopf ist sehr schwierig, wenn du nach einer halben Stunde 0:3 hinten liegst. Deshalb muss man positiv auf die Mannschaft wirken, vielleicht ein bisschen pushen, die Leute direkt ansprechen und ein bisschen aus der 0:3-Lethargie rausnehmen. Ich glaube, das habe ich relativ gut hinbekommen und wir haben das gut runtergespielt“, erklärt der gebürtige Dresdner.

Dynamo habe aus dem Rückschlag aber gelernt, berichtet Mai: „Jeder hat gewusst, was er falsch gemacht hat. Natürlich bist du erst mal verärgert, nach so einer langen Serie, in der du nicht verloren hast, so einen Nackenschlag zu bekommen. Das tut weh. Aber wir haben es alle gut verarbeitet, sind alle positiv. Ich mache mir keine Sorgen.“ Er ist optimistisch, dass es gegen die Elf von der Schwäbischen Alb defensiv wieder geordneter zugeht. „Das ist ein neues Spiel, startet mit 0:0. Wir werden sehr gut vorbereitet. Wir fahren dahin, um zu gewinnen!“


Bis dahin gelte es noch an gewissen taktischen Dingen zu feilen und das Anlaufen zu koordinieren. „Im Großen und Ganzen weiß jeder, wo er hinlaufen muss. Tendenziell ist alles klar, da muss ich mich jetzt mit einfügen“, sagt Mai und gibt als Ziel aus: „Der nächste Dreier steht vor der Tür. Den sollten wir uns holen!“