21. November 2021 / 14:01 Uhr

6:2-Schützenfest mit Fünferpacker Richter – „Bomber aus Penzlin" nicht zu stoppen

6:2-Schützenfest mit Fünferpacker Richter – „Bomber aus Penzlin" nicht zu stoppen

Christian Falkenberg
Ostsee-Zeitung
Normen Richter sicherte mit seinen fünf Treffern gegen Schönberg einen ungefährdeten Heimerfolg.
Normen Richter sicherte mit seinen fünf Treffern gegen Schönberg einen ungefährdeten Heimerfolg. © Ulf Lange
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In einer unterhaltsamen Partie unterlag der FC Schönberg dem Penzliner SV mit 2:6 (1:2). Bester Mann auf dem Platz war der Goalgetter-Oldie Normen Richter, der fünf der sechs Penzliner Treffer erzielte. Während die Penzliner sich nach dem dritten Sieg im vierten Spiel im oberen Tabellendrittel wiederfinden, versinkt der FC Schönberg im Mittelmaß.

Niederlagen sind selten geworden für den FC Schönberg. Nur zwei der letzten neun Spiele verlor die Mannschaft von Thomas Manthey, allerdings kassierte man in diesen zwei Niederlagen sage und schreibe 13 Gegentore. Für Sportchef Sven Wittfot ist diese Achterbahnfahrt vor allem eine Mentalitätsfrage. "Wenn man fünf oder sechs Totalausfälle in der Mannschaft hat, dann wird es gegen jeden Gegner schwer. Dieser Auftritt in Penzlin ist mir unerklärlich", rätselt Wittfot. Dass Thomas Manthey personell alles andere als aus dem Vollen schöpfen konnte, ist für Wittfot keine Ausrede. "Es standen die Spieler in der Startelf, die auch in den letzten Wochen auf dem Platz waren. Alles Spieler, die auch schon höherklassig gespielt haben", schimpft Wittfot.

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Trotzdem: mit Pietschker, Aldermann, Kaben oder Kanzog fehlten Manthey wichtige Stützen in der Mannschaft, auch wenn sie, wie Wittfot abwiegelt, "eher zwischen Bank und Startelf gependelt" sind.

Was war passiert auf dem Penzliner Kunstrasenplatz? Den Torreigen eröffnete Normen Richter erst in der 30. Minute, als ein Steilpass in die Nahtstelle zwischen die Schönberger Innenverteidigung gespielt wurde, Richter gut einlief und den Ball mit dem rechten Außenrist aufs Tor brachte. Szymura war zwar noch dran, konnte den Ball allerdings nicht entscheidend abfälschen. Zehn Minuten später erzielte Nagel für die Schönberger den zu diesem Zeitpunkt verdienten Ausgleich. Penzlin bekam den Ball regelrecht abgepresst und nicht aus der Gefahrenzone, sodass Marcel Nagel aus zentraler Position per Flachschuss den Ausgleich erzielte.


Penzlin blieb jedoch unbeeindruckt und holte sich nur vier Minuten später die Führung zurück. Mit dem schönsten Angriff des Tages spielten sich die beiden Lukesch-Brüder zunächst per Doppelpass in den Rücken der Schönberger Abwehr. Christoph Lukesch hatte dann keine Mühe, den Ball freistehend durch die Hosenträger von Szymura zur 2:1 Führung einzuschieben. Mit der knappen Führung ging es dann in die Halbzeit.

In Halbzeit zwei kam dann der große Auftritt von Normen Richter, der in der 59., 76., 83. und 86. Minute vier Tore nach dem nahezu gleichen Muster erzielte. Ein langer Ball aus der eigenen Hälfte heraus auf den Flügel, dann querlegen auf den zumeist freistehenden Richter, der nur noch den Ball ins leere Tor schieben musste. Symptomatisch war an dieser Stelle das 3:1 in der 59. Minute, als erneut Lukesch deutlich früher als sein Schönberger Gegenspieler Schameitke schaltete und zum Sprint in die gegnerische Hälfte ansetzte. Schameitke kam deutlich zu spät und konnte den Querpass auf besagten Richter nicht verhindern.

Dennis Wehrendt erzielte zwar das zwischenzeitige 2:3 per Kopf, doch dies war am Ende lediglich Ergebniskosmetik. Der FC Schönberg musste sich geschlagen geben, weil es an so ziemlich allem fehlte, wie Thomas Manthey nach Abpfiff betonte. "Es fehlte die Leidenschaft, das Zweikampfverhalten, Laufbereitschaft und Handlungschnelligkeit. Deswegen hat Penzlin, auch in der Höhe, verdient gewonnen". Ob es daran lag, dass man letztes Wochenende spielfrei hatte, will Manthey nicht bestätigen, vermutete allerdings, dass "sich die Mannschaft wegen des positiven Trends der letzten Wochen zu sicher fühlte".

Der Penzliner Trainer Henry Stamm hingegen frohlockte ob des tollen Ergebnisses und ließ sich auch zu einem Sonderlob für Normen Richter hinreißen. "Ich denke, wir haben ein tolles und intensives Fußballspiel gesehen. Mit hoher Laufleistung und schnellem Umschalten ist meine Mannschaft immer wieder zu guten Tormöglichkeiten gekommen", freut sich Stamm. "Unser Bomber aus Penzlin, Normen Richter, ist ein überragender Typ, verpasst nicht eine Trainingseinheit und gibt immer alles. Fünf Tore in einem Spiel gelingen dir nicht alle Tage", so Stamm weiter.

FC Schönberg 95: Szymura – Gomig, Halke, Kalfa, Leu (87. Schmidt), Lübcke (87. Vogt), Miltzow, Nagel, Reuter (61. Burmeister), Schameitke, Wehrendt
Tore: 1:0 Richter (20.), 1:1 Nagel (30.), 2:1 Lukesch (34.), 3:1 Richter (59.), 3:2 Wehrendt (67.), 4:2 Richter (76.), 5:2 Richter (83.), 6:2 Richter (86.)