25. März 2021 / 19:17 Uhr

Achtelfinale überspringen: Neue Vorschläge zum Sachsenpokal

Achtelfinale überspringen: Neue Vorschläge zum Sachsenpokal

Frank Müller
Leipziger Volkszeitung
Der Chemnitzer FC gewinnt das Sachsenpokalfinale am 22. August 2020 gegen Eilenburg mit 2:1. Nun wartet im DFB-Pokal die TSG Hoffenheim.
Im Vorjahr gewann der Chemnitzer FC den Sachsenpokal. © PICTURE POINT
Anzeige

Am kommenden Montag will sich der Sächsische Fußball-Verband zur Fortführung des Sachsenpokals beraten. Nun wurden schon einige Vorschläge der Vereine bekannt. Demnach soll das Achtelfinale nach Wunsch einiger Clubs übersprungen werden. Natürlich sind nicht alle mit dieser Idee einverstanden.

Leipzig. Darüber, wie der Fußball-Landespokal zu Ende geführt werden könnte, will der Sächsische Fußball-Verband (SFV) eigentlich erst am kommenden Montag beraten. Der Verband erwartet dazu von den noch im Wettbewerb befindlichen Vereinen Vorschläge. Dem kamen nun schon einige nach. Vor allem die Idee von einigen Viertligisten birgt jedoch Brisanz. Die fünf Regionalligisten im Rennen (VfB Auerbach, Chemnitzer FC, Bischofswerdaer FV sowie Lok und Chemie Leipzig), haben vorgeschlagen, das eigentlich als nächste Runde anstehende Achtelfinale wegzulassen und automatisch nur die Dritt- und Viertligisten weiterspielen zu lassen.

Anzeige

Termin- und Finanzdruck

Als eine Art Abfindung für das Ausscheiden am grünen Tisch sollen die unterklassigen Teams aus dem Vermarktungstopf des Wettbewerbs die Summe erhalten, die sie bei Erreichen des Viertelfinales bekommen hätten. Das wären acht Prozent, was im Vorjahr etwa 2800 Euro entsprach. Dennoch wollen die unterklassigen Teams, allen voran der Dresdner SC, wohl demnächst einem eigenen Vorschlag einbringen.

DURCHKLICKEN: Das war das letzte Highlight im Ilburger Stadion 2020

Der Chemnitzer FC gewinnt das Sachsenpokalfinale am 22. August 2020 gegen Eilenburg mit 2:1. Anschließend wartete im DFB-Pokal die TSG Hoffenheim. Zur Galerie
Der Chemnitzer FC gewinnt das Sachsenpokalfinale am 22. August 2020 gegen Eilenburg mit 2:1. Anschließend wartete im DFB-Pokal die TSG Hoffenheim. ©

Ausgangspunkt des bereits gemachten Vorschlags der Regionalligisten ist, dass zur Teilhabe an dem Pokalgeld des DFB das sächsische Finale am DFB-Pokalspieltag der Amateure dabei sein muss. Schafft der SFV es nicht, an diesem 29. Mai mit seinem Endspiel dabei zu sein, fließt auch kein Geld von der ARD und dem Sponsor VW nach Sachsen. Und bis zu diesem harten Termin wird es eben knapp. Denn bis zum 17. April dürfen die Amateur-Teams von der Oberliga abwärts aus Pandemie-Gründen nicht richtig trainieren. Selbst, wenn es ab dann möglich sein sollte, brauchen sie noch rund vier weitere Wochen Vorbereitungszeit. Dagegen dürfen die Dritt- und Regionalligisten schon jetzt trainieren, erstere ja sogar spielen, sie stehen also bereits gut „im Saft“.

Sportlich fair geht anders

Trotz dieser nachvollziehbaren Gedanken stößt der von den höherklassigen Klubs auf den Tisch gelegte Vorschlag nicht bei allen Fünf- bis Achtligisten auf Zustimmung. So sind die Chancen des Landesligisten Budissa Bautzen und von Oberligist VFC Plauen, die im Achtelfinale aufeinander träfen, ebenso bei aussichtsreichen 50 Prozent, wie die der Landesklasseteams BSC Freiberg und FSV Krostitz, die ebenfalls im Achtelfinale die Klingen kreuzen würden. Die Chancen, dabei ohnehin auf die acht Prozent „Pokalgeld“ und noch dazu eine Runde weiterzukommen, sind also für diese Teams ganz passabel.

Anders sieht es für Oberligist Inter Leipzig aus, der auf Zweitliga-Anwärter Dynamo Dresden träfe. Weniger Chancen dürfen sich auch Sachsenligist Eintracht Niesky gegen den Chemnitzer FC und Landesklassist Dresdner SC gegen den 1. FC Lok sowie der Dresdener Stadtligist SG Weißig gegen den VfB Auerbach ausrechnen. Wobei: Der Pokal hat bekanntlich eigene Reize und Gesetze - die durch den Vorschlag allerdings ausgehebelt würden.

Aus anderem Grund nicht ohne Zündstoff ist die Paarung zwischen Regionalligist Chemie Leipzig und Drittligist FSV Zwickau. Eigentlich würde nur einer der beiden ins Viertelfinale ziehen, der Vorschlag der Viertligisten würde sie indes gemeinsam in die nächste Runde hieven. Sportlich fair geht anders, doch der Termindruck ist freilich kaum wegzudiskutieren.